Dienstag, 12. Oktober 2021

BLOGGER WANTED: Kapitel11

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Steckbrief:

User: kapitel11.de 
         instagram.com/kapitel11 
Alter: 42
m/w/d: Weiblich
Lieblingsgenre: Krimis;   mittlerweile auch Romane (muss am Alter liegen 😉 )
Lieblingsautor: Carsten S. Henn und Leo Born
Lieblingsautorin: Agatha Christie;  Meike Werkmeister und Mila Summers (dies ändert sich zu weilen 😉)


Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
Im Jahr 2015 wurde bei mir Multiple Sklerose diagnostiziert. Obwohl ich aus der Gesundheitsbranche komme, hat mich diese Krankheit völlig aus der Bahn geworfen. Seit 2016 arbeite ich nicht mehr, sondern widme mich ganz meiner Familie. Aber irgendetwas fehlte mir: eine Aufgabe, eine tägliche Routine – neben dem Mutter-Dasein! Mein Mann war es dann, der mich auf die Idee brachte einen Blog zu schreiben! Aber ich hatte keine Lust den 100-millionsten Mamablog zu schreiben! Und über meine Krankheit schreiben wollte ich auch nicht! „Du liest doch viel, schreib doch über Bücher“! Das war DIE zündende Idee und so startet ich meinen Blog, dem mein Mann seinen Namen gab! 😊

Welches Buch hat dein Lesefieber entfacht?
Es war nicht direkt ein Buch, sondern eine Autorin: als ich 6 war bekam ich einen Agatha Christie – Krimi in einer Kinderversion geschenkt! Seitdem war und bin ich Feuer und Flamme für Krimis und spannende Geschichten! Meine Nase steckte immer in Büchern, da sah und hörte ich nichts von meiner Umwelt! 😉

Welches Buch, welches nicht aus deinem Lieblingsgenre stammt, hat dich so beeindruckt, dass du ihm 5 Sterne gegeben hast?

Das ist das Buch „Haus der Monster“ von Danny King! 😊 2018 habe ich das erste Mal bei der All Hallow´s Read Tour von Tanja Karmann mitgemacht und im Zuge dessen brauchte ich ein Grusel-/Horrorbuch. Aber so etwas besaß ich gar nicht!😔 Ich suchte damals in meinem Kindle nach einem geeigneten Buch und fand eben jenes! 😊 Ich liebe es nach wie vor! Seitdem trau ich mich hin und wieder in dieses Genre!

Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?

Nun, man möchte den Autor bzw. die Autorin auf keinen Fall verletzen. Aber wenn ich Rezensionen schreibe, dann ehrliche! Meine Kritiken, die ich übe, sind immer konstruktiv! Rezensionen helfen dem Autor, gewisse Dinge besser zu machen, gerade wenn viele Leser etwas nicht gut fanden. Aber es muss klar deutlich werden, WAS das Problem ist. Dazu braucht es nicht viel, nur einen anständigen Charakter! 😉 Ich führe auch immer an, was gut war! Aber natürlich schreibe auch ich lieber Rezensionen über ein Buch, welches mich vom Hocker gerissen hat!! 😊

Würdest du jedes Buch lesen, was dir ein Verlag zur Verfügung stellt oder was ein Freund dir empfiehlt?
Nein, ich lehne Bücher auch schon mal ab! Sei es, dass mich das Genre, das Buch an sich nicht anspricht oder weil ich noch zu viele andere Rezensionsexemplare/ Bücher zu Hause liegen habe!
Das fällt mir auch nicht immer leicht, aber man muss als Blogger schon im Blick haben, inwieweit man alles geschafft bekommt! 😉


Schreibst du für jedes Buch, das du liest, Rezensionen?

Im Prinzip JA! Außer, dass Buch ist sooo schlecht, dass es nicht wert ist, auf meinem Blog zu erscheinen! Ist aber bisher nur einmal vorgekommen!

Welches gehypte Buch war für dich persönlich ein Flop?
Das war das Buch von Stale Solbacken „Durch die Nacht“! Was habe ich mich beim Lesen aufgeregt!! Den Hype, vor allem in seinem Heimatland Norwegen, konnte ich partout nicht nachvollziehen! Recherchen meinerseits ergaben, dass sich der Autor wenige Monate nach Veröffentlichung dieses Buches das Leben nahm… Für mich war dieses Buch der reinste Hilferuf und niemand hat´s bemerkt?! Seitdem steht es als Mahnmal in meinem Regal, denn egal wie schrecklich ich das Buch fand, dem Autor gebührt mein tiefstes Mitgefühl und das Wenigste, was ich tun kann, ist sein Buch zu behalten! Denn immer, wenn ich es sehe, weiß ich, dass Depression eine unglaublich beschissene Krankheit ist und die Gesellschaft dafür mehr sensibilisiert werden/ sein sollte!
 
 
Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
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Montag, 11. Oktober 2021

Christoph Grimm "Bibbernacht"


Die Tage werden kürzer. Die ersten Male haben wir den morgentlichen Nebel bereits betrachten können. Die perfekte Zeit, um sich mit Gruselgeschichten auf die Winterzeit einzustimmen.
Mit 23 "Gänsehaut-Geschichten" überrascht die Anthologie von Christoph Grimm den Leser in mehrerlei Hinsicht. Die Anthologie ist im Gegensatz zu seinen anderen Anthologien eher für das jüngere Publikum ausgelegt, was allerdings nicht heißt, dass dem erwachsenen Leser nicht auch der eine oder andere Schauer über den Rücken läuft und bei dem Quietschen einer Tür verschreckt das Buch aus der Hand fallen kann.
Mehrere Geschichten fußen auch auf den eigenen Kindheitserinnerungen, Mutproben gilt es zu bestehen (unter anderem das Buch bis zum Ende zu lesen 😉), leere Häuser zu erkunden und auch wer einen Hang zu Friedhöfen hat, kommt bei der Anthologie nicht zu kurz.
Aber, bei all den Schauergeschichten, die man im Lauf seines Lebens schon gelesen, wie einfallsreich ist es, eine Geschichte aus der Sicht eines Geistes zu schreiben, der sich vor den Menschen fürchtet? Oder wie kreativ ist es, wenn die Geister die Hilfe der Menschen brauchen, um wieder richtig spuken zu können?
Oder auch aktuelle Themen: Der Herausgeber ist mit einer Geschichte über eine Dämonenapp im beschaulichen Großbritannien dabei und lässt den Leser "bibbern", wie man von seinem eigenen Handy terrorisiert werden kann, ganz großes Kino.
Nostalgie, ein leichter Schauer, Witz, eine Spur Traurigkeit und ganz viel Liebe zum Detail weisen alle Geschichten aus. Wer hier richtige Gruselgeschichten erwartet, wird als Erwachsener sicherlich enttäuscht, aber wer eine Zeitreise in seine Jugend und die entsprechenden Winter machen möchte, kann auch als Erwachsener getrost zu der Anthologie greifen, denn ein jeder Leser findet sich in der einen oder anderen Geschichte wieder und wenn die Geschichten einen nicht zum Gruseln bringen, dann doch zumindest zum Bibbern oder eventuell auch einmal zum Schmunzeln.

4,5 von 5 Kürbisköpfen

Dienstag, 5. Oktober 2021

BLOGGER WANTED: savian_lesefuchs

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Steckbrief:

Alter: 33
w/m/d: männlich
Lieblingsgenre: fantasy
Lieblingsautor: J.R.R. Tolkien


Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
2016 hatte ich ein Umfeld, in dem sehr wenige Menschen gelesen haben. Ich wollte Kontakte knüpfen um mich über mein liebstes Hobby auszutauschen, also habe ich einen Bookstagram- Account gestartet.

Welches Buch hat dein Lesefieber entfacht?
Das war "Der kleine Hobbit", den mir mein Papa im Grundschulalter vorgelesen hat.

Welches Buch, welches nicht aus deinem Lieblingsgenre stammt, hat dich so beeindruckt, dass du ihm 5 Sterne gegeben hast?
Das war zuletzt "Ausweglos" von Herni Faber. Ein wahnsinnig guter und spannungsreicher Thriller.

Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?
Die vielen Eindrücke und Emotionen, welche ich während dem Lesen habe in Worte zu fassen.

Welches Buch würdest du einem anderen Leser ans Herz legen?
"Die Bücherdiebin", weil es ein unglaublich berührendes Buch ist, welches direkt ins Herz eines jeden Bibliophilen trifft.

Wonach wählst du die Bücher aus, die du liest?
Ich bin ein klassischer Coverkäufer 😅😂 aber der Klappentext ist dann doch das Zünglein an der Waage.

Würdest du jedes Buch lesen, was dir ein Verlag zur Verfügung stellt oder was ein Freund dir empfiehlt?
Nein, ich bin mittlerweile sehr wählerisch geworden.

Auf welchen Autor bist du auf Grund deines Bloggens aufmerksam geworden?
Das waren vor allem Selfpublisher wie Greg Walters und Sam Feuerbach.

Schreibst du für jedes Buch, das du liest, Rezensionen?
Nein, manchmal kann ich meine Gedanken zu einem Buch kaum in Worte fassen.

Welches gehypte Buch war für dich persönlich ein Flop?
Die ganze Shadowhunter Reihe von Cassandra Clare ist für mich leider gar nichts...ich habe es mehrfach versucht, aber es kann mich einfach nicht abholen.
 

Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
Unter dem Label "Blogger Wanted" findet ihr alle Blogger, die ich hier vorstelle.
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Donnerstag, 30. September 2021

Christine Féret-Fleury "Das Mädchen, das in der Metro las"


Mon Dieu.

Jetzt kann ich mich wieder erinnern. Franzosen und ich, das passt nicht.
Ein Buch mit Schokoladenglasur braucht für mich nicht noch ein Glitzertopping.
Aber mal der Reihe nach.
Französische Autoren haben in meinen Augen eine spezielle Art Bücher zu schreiben. Sie zeichnen sich zum einen durch große Gefühle aus und zum anderen finde ich, geschieht in den Büchern selten das, was man anhand des Titels und der Inhaltsangabe vermuten mag.
Juliette sitzt jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit in der Metro und beobachtet ihr vermeintlich fremde Menschen beim Lesen. Doch sie sind für sie nicht wirklich fremd, da Lesende sich untereinander nie fremd sein können. Jeden Morgen sitzen die gleichen Personen an den gleichen Plätzen und studieren oftmals auch die gleichen Bücher. Bücher geben Juliettes Leben Farbe und die Geschichten erhellen ihr tristes Leben.
Doch von einem auf den anderen Tag wird ihr Leben auf den Kopf gestellt, als sie zwei Stationen vorher aussteigt und Soliman und seine Kuriere kennenlernt.
Auf 176 Seiten wird Juliettes Leben immer wieder von neuem durchgeschüttelt und immer wenn sie meint, sie hätte sich alles verarbeitet, bricht etwas Neues in ihr Leben ein. Wann ist sie wirklich glücklich, wann hat sie ihr Leben wirklich in der Hand.
Das Buch ist natürlich auch eine Hommage an die Liebe zum Buch, doch ist es auch die Reise zur Selbstfindung von Juliette. Eine gewisse Melancholie zeichnet sich im Buch ab, die man als Leser bei einem fröhlichen Cover und einem entsprechenden Titel nicht vermutet hätte und dies ist auch mein Knackpunkt.
Die Geschichte ist solide, die Sprache manchmal ein wenig gestelzt, aber es nicht die Geschichte, die ich auf Grund von Cover und Titel erwartet hätte. Weshalb mir das Buch nicht so gefiel. Die Freude am Lesen und am Bücher sammeln kommt selten zwischen den Zeilen hervor, im Gegenteil manchmal werden die Bücher auch als etwas Belastendes dargestellt, ein Gedanke, der mir völlig unverständlich ist.
Alles in allem, für mich gibt es erstmal kein französisches Buch mehr. Non.

3 von 5 Metrostationen

Mittwoch, 29. September 2021

Michael Linnemann "Das Giftspiel"


Summer in the City.
Frankfurt schwitzt.
In einem Rekordsommer kommt es in Frankfurt zu einer Mordserie der besonderen Art. Die Opfer scheinen zufällig ausgewählt zu sein und sterben in ihren Wohnungen durch ein außergewöhnliches Gift. Was noch viel beängstigender ist, ist das Tempo, dass bei den Morden vorgelegt wird. Die Morde passieren in so kurzer Zeit, dass die Kommissare Winter und Herz, sowie ihre Kollegen von der Spusi, der KTU und der Rechtsmedizin alle Hände voll zu tun haben, um mit dem Mörder Schritt halten zu können. Denn man kann nie wissen, wann er wiederzuschlägt.
Als die beiden Ermittler schlussendlich einen Verdächtigen in Untersuchungshaft sitzen haben, scheint es, als wäre es alles im grünen Bereich, doch dann geht das Morden von vorne los. Schuldig wirkt auf einmal jeder und keiner kann sich an einen solchen Fall erinnern, wo selbst die nahestehenden Personen in Verdacht geraten.
Michael Linnemanns zweiter Krimi um die Kommissare Winter und Herz wirkt wie ein klassischer Agatha Christie Krimi. Immer wieder präsentiert er dem Leser eine neue Fährte, immer wieder gibt es ein überraschendes Element, was den Leser in seiner vorgefertigten Meinung wanken lässt. Ist man doch auf dem Holzweg? Oder ist die neue Spur eine Finte?
Psychologisch so wunderbar durchdacht und bis zur letzten Seite fordend lässt sich das Buch auf Grund seiner Sprache zwar zügig lesen, allerdings merkt der Leser, dass mit jeder Seite sich die eigenen Zahnrädchen weiterdrehen und versuchen in der schieren Maße an Informationen, jene herauszufiltern, die letztlich maßgeblich sind. Doch wählt man wirklich die richtigen Informationen?
Es handelt sich bei "Das Giftspiel" allerdings nicht um einen Psychothriller, das sei hier noch erwähnt, sondern um einen Krimi, der richtig ausgeklügelt ist, sodass man teilweise die physische Sommerhitze der Kommissare im eigenen Kopf spüren kann, wenn man selbst versucht den Täter zu ermitteln.
Einer der besten Krimis, die ich dieses Jahr gelesen habe.
Man kann diesen Band lesen, ohne den ersten Band zu kennen. Ich persönlich lerne Kommissare gerne mit ihrem ersten Buch kennen, aber das ist ja bekanntlich eine Geschmackssache. 😊
Danke an Michael Linnemann für das Rezi-Exemplar.

4,5 von 5 Fröschen

Dienstag, 28. September 2021

BLOGGER WANTED: Räubertochter76

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Steckbrief:

User: Buchblog: lauschige-lesezeit.de/
         Auf Lovelybooks und Instagram: Raeubertochter76
Alter: 45
w/m/d: w
Lieblingsgenre: ...hab ich nicht, ich lese je nach Stimmung wirklich alle Richtungen, am häufigsten aber wohl die guten alten Kriminalromane.
Lieblingsautor: Dann bleibe ich mal beim Krimi: Agatha Christie
 

Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
Da ist aus der Not eine Tugend geworden 😉
Als mich 2018 eine missglückte Nachbehandlung meiner Knie-OP mehrere Monate ans Sofa fesselte, habe ich so viel gelesen, wie noch nie in meinem Leben. Da ich aber nicht in meiner Buchhandlung stöbern konnte, suchte ich nach Alternativen, um neuen Lesestoff zu entdecken und stieß auf die Community bei Lovelybooks. Das war für mich die reinste Offenbarung, denn ich wähnte mich lange Zeit allein als "verrückte Bücherratte". Niemand in meinem Umfeld konnte meine Lesesucht nachvollziehen oder verstehen. Mir gefiel der neugewonnene Austausch mit Gleichgesinnten und bald fing ich an, Kurzmeinungen einzustellen. Es folgten Rezensionen und Leserunden. Dann entdeckte ich Instagram und darüber wiederum einige Bücherblogs. Gleichzeitig begannen Familie, Freund:innen und Kolleg:innen, mich immer öfter um Buch-Tipps zu bitten. Und da ich mittlerweile meine ersten Gehversuche mit Beiträgen und Stories auf Bookstagram gemeistert hatte (ich bin ja noch im Pre-Internet-Zeitalter aufgewachsen;-)), war der Schritt zum eigenen Blog gar nicht mehr so weit. Vor allem hatte (und habe) ich so viele buchige Ideen und Projekte im Kopf, dass mir Lovelybooks & Co nicht mehr gereicht haben. Wie bspw. den mörderischen Adventskalender (https://lauschige-lesezeit.de/agatha-christie-adventskalender/), für den ich 2019 24 Hercule Poirot bzw. Miss Marple Krimis gelesen und bewertet habe, oder die literarische Weltreise (https://lauschige-lesezeit.de/literarische-weltreise/), die ich begann, als uns Covid-19 in der realen Welt die Möglichkeit nahm, fremde Länder zu entdecken.


Welches Buch hat dein Lesefieber entfacht?
Das war (natürlich 😊) „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren. Mit der Oberstufe und den dazugehörigen, für das Alter jedoch uninteressanten, Pflichtlektüren kam eine bis zur Ausbildung andauernde Leseflaute. Dann empfahl mir eine Berufsschulfreundin "Wie ein einziger Tag" von Nicholas Sparks und drei Pakete Taschentücher später war meine Leseliebe zurückgekehrt.

Welches Buch, welches nicht aus deinem Lieblingsgenre stammt, hat dich so beeindruckt, dass du ihm 5 Sterne gegeben hast?
Bis vor einigen Jahren habe ich keine historischen Romane gelesen. Zwei Fehlversuche mit der „Päpstin“ (Donna Woolfolk Cross) und den „Säulen der Erde“ (Ken Follet) waren wohl die Ursache. Dann ist mir aufgrund des wundervoll gestalteten Covers und der Tatsache, dass es in dem Roman um eine Bücherliebhaberin geht, „Animant Crumbs Staubchronik“ (Lin Rina) in die Hände gefallen und hat die Tür zu historischen Romanen wieder aufgestoßen (und die 5 Sterne redlich verdient!). Die Weingut-Trilogie von Marie Lacrosse sowie die immer mehr aufkommenden „Romanografien“ – also Bücher, die auf dem Leben einer wahren historischen Person beruhen, aber aus dramaturgischen Gründen etwas ausgeschmückt werden – haben die Tür dann aus den Angeln gehobenJ. Darunter bspw. „Frida Kahlo und die Farben des Lebens“ (Caroline Bernard) oder „Madame Curie und die Kraft zu Träumen“ (Susanna Leonard).

Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?
Einen wirklich authentischen Leseeindruck zu vermitteln – idealerweise möglichst unterhaltsam 😊 Ich möchte meinen Blogbesucher:innen eine Idee geben, ob das Buch vielleicht auch etwas für sie wäre. Aber gerade bei Büchern, aus denen man viel mitnehmen kann, und die mir daher besonders am Herzen liegen, bin ich mir nicht immer sicher, ob ich meine Begeisterung schlüssig begründen konnte. An diesen Rezensionen sitze ich dann immer besonders lange.

Welches Buch würdest du einem anderen Leser ans Herz legen?
Im Sinne eines Wohlfühlbuches? – Siehe Frage 3;-)
Außerdem gibt es natürlich einige Bücher, die ich für sehr wichtig halte, wie bspw. „Meine dunkle Vanessa“ (Kate Elizabeth Russel), „Unsichtbare Frauen“ (Caroline Criado-Perez) oder aufgrund der aktuellen Lage in Afghanistan: „Nur wenn Du allein kommst“ (Souad Mekhennet).


Wonach wählst du die Bücher aus, die du liest?
Diese Frage würde ich gern zweiteilen:
Zum einen bekomme ich über Instagram und Blogs Buchideen für meinen Wunschzettel. Außerdem sehe ich mir gern die Verlagsvorschauen an. Gute Empfehlungen liefern auch entsprechende Podcasts. Last but not least stöbere ich natürlich furchtbar gern durch Buchhandlungen, wo ich mich primär von schönen Covern und interessanten Klappentexten ansprechen lasse. Aber auch im Gespräch mit meinen Lieblingsbuchhändler:innen erhalte ich tolle Tipps.

Doch bevor ich ein Buch anfrage oder kaufe, lese ich es immer an. Nur wenn ich mich dann zwingen muss, wieder aufzuhören, darf es bei mir einziehen.

Trotzdem wächst mein SuB natürlich schneller als ich Lesen kann. Das macht aber eigentlich nichts, da ich gern eine Auswahl an Lektüren verschiedenster Genre im Haus habe. Das bringt es (leider?) mit sich, wenn man außer Kinderbüchern und Horror alles liest. Zu welchen Buch ich letztendlich greife, hängt dabei sowohl vom vorangegangenen Buch, meiner Stimmung, der Jahreszeit und dem Wetter ab.

Habe ich bspw. gerade einen herbstlichen Krimi beendet und es wird unverhofft so kalt, dass ich den Kamin anmachen muss; es ist Wochenende und ich habe Zeit, mich mit meiner Katze auf’s Sofa zu Kuscheln, würde ich vielleicht zu „Schneetänzer“ (Antje Babendererde) greifen, wenn ich es nicht schon gelesen hätte;-).

Oder im Urlaub: Da lese ich gern etwas über oder aus dem Land, das ich bereise. Ich komme gerade aus Italien zurück, wo ich den neuesten Commissario Brunetti (Donna Leon), „Nonna“ sowie „Piccola Sicilia“ (Daniel Speck) gelesen habe.


Würdest du jedes Buch lesen, was dir ein Verlag zur Verfügung stellt oder was ein Freund dir empfiehlt?
Nein, ich schaue mir gern jede Empfehlung an, aber wenn mich Cover, Klappentext und die ersten 20 Seiten nicht überzeugen können, lese ich nicht weiter. Und selbst wenn das Buch diese Hürden genommen hat, kann es sein, dass ich es noch abbreche. Das Leben ist einfach zu kurz für unpassende Bücher.


Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
Unter dem Label "Blogger Wanted" findet ihr alle Blogger, die ich hier vorstelle.
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Sonntag, 26. September 2021

Mike Ashley "Sherlock Holmes und der Fluch von Addleton"


Ist euch schon aufgefallen, dass ihr immer unterschiedlich lest? Wenn ihr einen Text auf der Arbeit lest, lest ihr ihn anders, als wenn ihr ihn in der Freizeit lest. Nochmal anders lest ihr ihn, wenn es sich um ein Sachbuch handelt oder um eine Geschichte. Richtig?
Doch wie habe ich diese Anthologie gelesen? Unter der Obhut von Mike Ashley haben sich 1997 26 Autoren zusammengefunden, um diese Anthologie zusammenzustellen. 26 Geschichten, alle unterschiedlich und doch haben sie alle eins gemeinsam. sie huldigen Arthur Conan Doyles Figur Sherlock Holmes.
Als herangehende Herausgeberin einer eigenen Anthologie, wie lese ich so ein Werk? Lese ich es aus der Sicht eines Sherlock Holmes Fans? Oder lese ich es der Sicht der Herausgeberin? Hätte ich genau diese Geschichten für gut befunden? Hätte ich die eine oder andere weggelassen? Hätte ich das Buch genauso aufgebaut?
Was mir richtig gut gefallen hat, ist die Aufteilung der Geschichten nach Jahrzehnten. Mike Ashley hat zu den Geschichten kleine Texte geschrieben, die die verschiedenen Jahrzehnte und ihre neuen Geschichten miteinanderverbindet und zeitgleich lässt er sich nicht nehmen, die originalen Geschichten zu benennen und sie in Bezug zu den neuen Geschichten zu stellen.
Eine kleine Einführung zu Beginn, eine Chronologie und Bibliographie zum Schluss bilden einen Rahmen um die Geschichten und setzen die klassischen Geschichten mit den modernen in Verbindung.
Doch was "können" die modernen Geschichten? Nun, vorab gesagt, es gibt keine Geschichte, welche wirklich schlecht ist weder inhaltlich noch stilistisch. Hier nun scheiden sich allerdings die Geister, denn die Frage ist nun, was will man als Leser lesen? Will man den drölfzigsten Fall, in dem Sherlock Holmes eine vermisste Person sucht oder einen geheimnisvollen Brief erhält? Will man wieder etwas darüber lesen, dass Mycroft, wenn er mal seinen Körper aus dem Diogenes Club schiebt, besser in der Deduktion ist als Sherlock. 
Hier gibt es kein richtig oder falsch. Hier ist es jeder individueller Leser und jeder einzelne Sherlock Holmes Fan, der das für sich entscheidet. 
Die meisten der Geschichten in dieser Anthologie sind nah am Kanon, aber ein paar trauen sich heraus aus der "Sicherheit", wagen ihre eigene Darstellung des Sherlock Holmes und seines eigenen Falles. Hier gibt es kleine literarische Perlen unter den Kurzgeschichten zu entdecken, man muss sie nur finden. Also ran an die Lupe, den Earl Grey eingeschüttet, eine Pfeifchen angezündet und es sich im Sessel bequem gemacht, um weitere Abenteuer des deduktiven Genies zu entdecken.

Mittwoch, 22. September 2021

Ulf Schiewe "Der Attentäter"


Historische Romane sind für mich immer ein ganz besonderes Genre. Nicht gänzlich frei in der Handlung, da sie ja oftmals tatsächliche Ereignisse als Grundlage haben, müssen sie den Spagat zwischen Realität und Fiktion schaffen. Dabei muss der Leser sich im Gegensatz zu einem Sachbuch unterhalten fühlen und zugleich darf der Autor nicht zuviele eigene Ideen einfließen lassen. Es heißt Geschichte lebendig und erlebbar zu machen, seine eigene Vorstellung dieser Zeit dem Leser nahezubringen und beim Leser das Interesse zu wecken, sich mit der Zeit ausführlicher zu beschäftigen. Sicherlich gibt es in der Qualität der historischen Romane wie bei den Lokalkolorit-Krimis große Unterschiede und je nach Zeit ist der historische Kontext dankbarer für einen Roman oder auch eben nicht.
"Der Attentäter" erzählt die letzten Tage vor dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand am 28.06.1914. Die Welt und speziell Europa ist gespalten. Zahlreiche Kriege und Gebietsübernahmen haben Europa zu einem Flickenteppich der Kulturen werden lassen und mehrere kleine Ethnien fühlen sich von ihren Machthaber unterdrückt. Gerade die Serben fühlen sich nach den Jahren der Fremdherrschaft gedemütigt und die Organisation "Schwarze Hand" will sich für die Freiheit der Serben einsetzen um das Joch der Unterdrückung zu durchbrechen. Da kommt der Besuch des Thronfolger gerade recht. Von Belgrad aus wird die Planung des Attentates vorgenommen und die Welt wird danach nicht mehr so sein, wie sie vorher war.
Die Geschichte wird aus Sicht der verschiedenen Beteiligten erzählt. Mal aus Sicht des Thronfolgers und seiner Frau, mal aus Sicht der Attentäter, mal aus Sicht des fiktiven Charakters Rudolf A. Markovic, der als Major beim österreichisch-ungarnischen Geheimdienst in Saravejo arbeitet und dem Leser Einblicke, in die Geheimdienst- und Polizeiarbeit gewährt. Die Kapitel sind nach den Tagen vor dem Attentat unterteilt und werden eingeleitet durch Zeitungsartikel aus der damaligen Zeit.
Sprachlich und geschichtlich wird dem Leser einiges abverlangt und ein bisschen Vorwissen zu dem Thema macht sich definitiv bezahlt, da Ulf Schiewe in seinem Buch sehr viel Wert auf Details und Abläufe legt.
Ein historischer Roman, der diesen Titel wirklich verdient, weil er den oben genannten Spagat mit Bravour schafft. 

5 von 5 Attentätern

Dienstag, 21. September 2021

BLOGGER WANTED: lostplacebook

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Steckbrief:

User: instagram.com/lostplacebook/
Alter: 39
w/m/d: männlich
Lieblingsgenre: Thriller/ Horror
Lieblingsautor: Chris Carter, Fitzek, Ethan Cross
 

Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
Das war tatsächlich durch die erste Pandemiephase. Da habe ich mich getraut den Weg auf Bookstagram zu wagen. Das Konzept war schnell klar und ab dann gab es kein halten mehr :-)
Es war die Beste Entscheidung und möchte den Kontakt mit Bloggern und Autoren nicht mehr missen. Für mich ist es eine Art Kunst und Hobbie zusammen. Und wenn man dann noch jemandem Anreize für neue lesenswerte Bücher schafft, bin ich schon zufrieden :-)
 
Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?
In meinem Fall ist es die Lokation. Ich insziniere ja meine Bücher gern in Lost Places und dafür muss man auch viel rumkommen, dabei auch immer wieder was neues entdecken. Das fordert viel Vorarbeit und Planung. Die Bilder entstehen oft weit vor dem eigentlichen lesen. Daher wird die wahl der Bücher immer vorab entschieden, die ich persönlich lesen möchte. Da es aber auch ein Hobbie von mir ist Lost Places zu fotofrafieren, verbinde ich beide Hobbies einfach. Es macht halt Spass. Bei der Rezension bin ich dabei immer ehrlich und versuche so wenig wie möglich zu spoilern.
 
Welches Buch würdest du einem anderen Leser ans Herz legen?
"Der Erlkönig" . Das Buch ist einfach der Wahnsinn und man hat danach direkt Gesprächsbedarf :-) Ein Psychotriller mit etlichen Wendungen :-) Das Buch bleibt im Kopf.

Wonach wählst du die Bücher aus, die du liest?
Die Geschichte muss mich ansprechen und ja auch das Cover ist bei mir irgendwie wichtig. Wenn beides passt und es mich anlacht, dann wird es gekauft. Oft habe ich da meine innere Stimme, die mich da leitet. Neuheiten von meinen Lieblingsautoren, werden meistens blind gekauft.

Würdest du jedes Buch lesen, was dir ein Verlag zur Verfügung stellt oder was ein Freund dir empfiehlt?
Nein, das würde ich nicht, da man sich immer noch mit dem identifizieren sollte, was man postet und nicht nur, weil ein Verlag etwas verkaufen, oder puschen will.

Bei Freunden gebe ich gerne eine Chance, da es auch überschaubar ist, nicht viele in meinem Umkreis lesen :-)

Auf welchen Autor bist du auf Grund deines Bloggens aufmerksam geworden?
Das war zu allererst die gute Kat von Abour, mit ihrem Thriller "Vindicta". Die Geschichte hat mich direkt gepackt und sie hallt bis heute nach. Aber auch einige andere tolle selfpublisher Autoren, wären mir ohne Bookstagram gar nicht aufgefallen. Das Entdecken neuer Autoren und ihren Geschichten, macht das Ganze aus. Und mit ein bisschen Glück auch der Kontakt mit den Autoren :-) Das schätze ich sehr.

Schreibst du für jedes Buch, das du liest, Rezensionen?
Ja, jedes Buch was ich aktuell aktiv lese, wird auch rezensiert. Ausser die SUB Leichen, aber ich arbeite daran den Berg abzuarbeiten  :-) Bei kleinen Ausnahmen, die es nicht in einen Feed schaffen, mache ich aber zumindest eine Kurzrezension.

Welches gehypte Buch war für dich persönlich ein Flop?
Das war aktuell Sebastian Fitzeks " Der erste letzte Tag ". Es war einfach eine Qual. Der kindhafte Schreibstil und der aufgesetzte Humor, war einfach drüber. Jegliche ernste Themen wurden durch den Schreibstil sofort kaputt gemacht, wärend die Aussage vom Buch fraglich bleibt . Leider wirklich keine Empfehlung. 
 
 
Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
Unter dem Label "Blogger Wanted" findet ihr alle Blogger, die ich hier vorstelle.
Vielleicht möchtest du auch dabei sein? Dann kommentiere doch den Beitrag. 😊

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Montag, 20. September 2021

Christoph Heiden "Sünderblut"


Wer sündigt, gehört bestraft. Doch was ist Sünde oder wer hat das Recht eine Bestrafung durchzuführen? Wer darf einen anderen Menschen richten oder alternativ auch entscheiden, ob dem Menschen die Sünden erlassen werden? Kann ein Mensch Buße tun und bereuen? Oder ist Schuld unvergänglich und nur durch das Blut des Sünders kann die Schuld wirklich getilgt werden?
Henry Kilmer hat seiner Heimat Berlin den Rücken gekehrt, um nunmehr seinen Polizeidienst bei der Polizei Jena zu absolvieren. Mit einer Last aus der Vergangenheit auf den Schultern versucht er seinen Job gewissenhafter und genauer zu machen als jeglicher andere Polizist. Was seine Kollegin Linda teilweise in den schieren Wahnsinn treibt. Henry kann nicht abschalten, nimmt Arbeit mit nach Hause und versucht aus den kleinsten Details Zusammenhänge herzustellen, um seine Fälle abzuschließen, denn ein Versagen kommt für ihn nicht in Frage.
Als kurz hintereinander zwei Menschen verschwinden, verbeißt Henry nahezu in den Ermittlungen und kann außer an diese Fälle an nichts anders mehr denken. Immer wieder drehen sich seine Gedanken um diese Personen und er schreckt auch nicht davor zurück, die Vorgaben der Polizei zu umgehen, um an weitere Ermittlungsergebnisse zu kommen. Doch zu welchem Preis?

"Sünderblut" ist der erste Fall um Henry und Linda und auch der Debütroman von Christoph Heiden. Er nimmt den Leser mit in eine Welt, in der Menschen für das büßen müssen, was sie anderen angetan haben, doch ermittelt in dem Fall nicht die Polizei sondern eine dem Leser unbekannte Person und lässt die Personen für ihre Taten büßen.
In Rückblenden wird der Leser an das ausschlaggebende Ereignis herangeführt und eine direkte, unverschnörkelte Sprache lässt den Leser teilweise erstaunt zurück, wenn man sieht, was Menschen anderen Menschen antun und das noch vor sich selber rechtfertigen können.
Man braucht etwas länger um mit den Personen warm zu werden, doch sicherlich spiegelt das auch unsere täglichen Erfahrungen wider, bei denen man auch nicht mit jemandem Menschen sofort gut Kirschen essen kann.
Henry ist für mich die Hauptfigur, die man am meisten versucht zu verstehen. Bei anderen gelingt es mir bis zum Schluss nicht, was aber definitiv ihrer Rolle zufällt und ihrer Funktion im Buch.
Ein Krimi, der einen über Recht und Unrecht sinnieren lässt und die Frage aufwirft, ist überhaupt irgendein Mensch ohne Sünde?

3,5 von 5 Sünden