Gerade durch vielen kunstgeschichtlichen Informationen und auch einen Blick in die Psychologie hebt sich diese Krimireihe von anderen ab und verbindet Unterhaltung mit Wissensaufbau.
Sarahs Lesereise
Willkommen bei meiner Lesereise durch Raum und Zeit
Samstag, 23. Mai 2026
Bernhard Jaumann "Caravaggios Schatten"
Gerade durch vielen kunstgeschichtlichen Informationen und auch einen Blick in die Psychologie hebt sich diese Krimireihe von anderen ab und verbindet Unterhaltung mit Wissensaufbau.
Montag, 18. Mai 2026
Blanca Imboden "heimelig"
Es ist nicht nur die Handlung, die dieses Buch besonders macht, es sind auch die Zwischentöne. Die Autorin schafft es, die unterschiedlichen Perspektiven einzunehmen, auch wenn sie sich zumeist an Nelly orientiert. Denn als Mensch, der in den eigenen vier Wänden lebt, ist es schwer vorstellbar, wenn man im Alter, wenn jede Veränderung schwer ist, das Zuhause verlassen muss. Man muss sich kleine Räume mit anderen teilen, ist auf Menschen angewiesen, die wenig Zeit haben und zumeist tut einem irgendwas weh. Die Autorin schafft es mit Feingefühl, diese Gefühle zu fassen und auch wirklich alle Kehrseiten zu begreifen. Sie beleuchtet an einzelnen Neuankömmlingen, dass immer eine Geschichte hinter dem Einzug steckt und dass es nie leicht ist.
Sie verwebt zahlreiche Handlungsstränge und schafft für ihre Protagonistin eine Zukunft, die weit rosiger ist, als die der meisten. Gleichzeitig schärft sie das Verständnis für andere, wobei ihr dies mit einem sanften Ton gelingt.
4 von 5 Koffern
Sonntag, 17. Mai 2026
Florian Illes "Träume aus Feuer"
Wir schreiben das 17. Jahrhundert und der bekannte Alchemist Johannes Kunckel erhält die Pfaueninsel zwischen Berlin und Potsdam von dem brandenburgischen Kurfürst geschenkt.
Ein schönes Buch über ein Stück deutsche Geschichte, die vielen nicht bekannt sein dürfte.
Samstag, 16. Mai 2026
David Sundin "Kennst du Astrid Lindgren?"
Das Buch, welches mit wunderschönen ganzseitigen Illustrationen ausgestattet ist, nimmt den Leser auf vierzig Seiten durch das turbulente Leben der Kinderbuchautorin mit. Ihre Kindheit, ihre erste Arbeit, ihre eigenen Kinder und schließlich, wie es dazu kam, dass ihr erstes Buch Pippi Langstrumpf erschien. Denn eigentlich war es erst nur eine Geschichte für ihre kranke Tochter, die das Bett hüten musste.
Viele andere Geschichten folgten danach, doch das Buch nimmt sich hauptsächlich Pippi an.
Mit Pippi zeigt David Sundin auch den Erfolg, den die Bücher von Astrid Lindgren auch heute noch haben. Und ... wie sie sich selbst in manche Bücher geschrieben hat.
Es ist ein wunderschönes Buch, was in Zusammenspiel von Illustrationen und kleinen, aber feinen Informationen über Astrid Lindgren Lust macht, die Welt der berühmten Autorin zu entdecken. Denn keine andere Autorin hat es verstanden, Kinder so in den Fokus ihrer Geschichten zu rücken, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene gerne in die Erzählungen eintauchen, wo die Welt noch immer in Ordnung zu sein scheint.
5 von 5 Kindheitserinnerungen
Freitag, 15. Mai 2026
Maria Resco "Wo die Liebe nicht von selbst hinfällt"
Mit witzigen Dialogen und einer frechen Sprache fängt die Autorin den Leser direkt auf der ersten Seite ein. Man spürt die Streitigkeiten, man bemerkt das Vibrieren der Luft, wenn die Clique zusammen ist und die Neckereien tief fliegen. Die Autorin schafft es, dass die Charaktere alle realistisch und nicht zu überzeichnet wirken. Sie schreibt über Figuren mit Problemen, Sorgen und Ängsten und trotz aller Verwirrungen und Irrungen verliert sie nicht den Überblick.
Ein gutes Buch über Zwischenmenschliches, dass man im Alltag nur zu oft übersieht.
4 von 5 Reisen
Montag, 11. Mai 2026
Carmen Urbita, Ana Garriga "Convent Wisdom"
Während die beiden Autorinnen von ihrer Studienzeit berichten, flechten sie die Probleme von zwei IT-Girls ein. Anhand von zahlreichen Quellen, darunter Briefen, zeigen sie auf, dass es schon im 16. Jahrhundert notwendig war, außenstehende Personen mit einzubeziehen, wenn die Emotionen hochkochten und das war auch schon damals nicht anders.
Die Gründe, warum man sich aufregt, mögen sich zwar gewandelt haben, doch hat sich an der Benachteiligung in gewissen Bereichen nichts geändert.
Die Autorinnen unterteilen ihr Buch in größere Kapitel, wie z.B. Liebe, Arbeit etc, um darin zu bestimmten Problemen, wie werde ich mit Kollegen fertig, Stellung zu nehmen. Ein umfangreiches Quellenverzeichnis am Schluss führt hier zu den originalen Texten.
Was bei Ratgebern sonst üblich ist, fehlt hier in meinen Augen. Es gibt kaum Schaubilder oder Zusammenfassungen zu den einzelnen Bereichen, sondern man begnügt sich mit laufendem Text. Ich fand dies stellenweise sehr ermüdend, da sich gerade Zusammenfassungen für mich besser greifen lassen.
Wissenschaftlich finde ich das Buch durchaus fundiert, doch die Aufmachung ist nicht my cup of tea.
3,5 von 5 Vergleichen
Sonntag, 10. Mai 2026
Anke Petersen "Die tote Tante"
Das ändert sich, als auf der Insel eine Hochzeit stattfinden soll und kurz zuvor die Tante der Braut tot aufgefunden wird. Angeleitet durch die Detektive in ihren Büchern, stellt der Krimiclub Nachforschungen an, die nicht ohne Folgen bleiben.
Man merkt beim Lesen zum einen, dass die Autorin ihre Insel kennt, und zum anderen, dass sie Spaß beim Schreiben des Buches hatte. Eine gewisse Leichtigkeit begleitet die drei Damen neben ihren Ermittlungen und lässt den unerfahrenen Krimileser im wahrsten Sinne des Wortes die Handlung direkt miterleben. Hier ein Verweis zu Sherlock Holmes, derer es viele im Buch gibt, dort ein Bezug auf Jane Austen und auch die russischen Autoren jener Zeit werden benannt. Der Krimiclub, seine Lektüre und sein Alltagswissen schlagen sich genauso nieder, wie das Lokalkolorit, die Bräuche und auch ein wenig die Sprachkultur der Insel.
Ein wenig überladen ist das Buch allerdings mit Wiederholungen: Krimileser merken sich Hinweise und müssen nicht immer wieder auf die gleichen Sachverhalte hingewiesen werden. Ebenso sollte man sparsamer mit kriminalistischen Kniffen sein. Weniger ist bekanntlich oftmals mehr und auch ein Krimi-Anfänger sowohl als Ermittler als auch als Leser verfügt über eine gewisse Menschenkenntnis.
Ein gut gelungener Start in eine cosy crime Reihe, die Lust auf mehr macht.
4 von 5 Inseln
Donnerstag, 7. Mai 2026
Julie Caplin "Ein Zuhause im Frühling"
Wer schon einmal ein Buch von Julie Caplin gelesen hat, weiß, wie gut sie es schafft, die Realität in Buchform zu gießen.
Das kleine Dorf, das ein vermeintlicher Stereotyp für das englische Dorfleben ist, wird belebt, durch all seine verschiedenen Charaktere, die im ersten Moment verschroben wirken können und doch so viel Herz und Güte in das Buch bringen, dass man trotz der Schicksalsschläge immer wieder schmunzeln muss.
Als Auftakt einer vierbändigen Reihe steht Ella im Mittelpunkt. Sie ist neu im Dorf und trotz unterschiedlicher Gefühle, will sie eigentlich nicht hier sein. Ihre Entwicklung während des Bandes und auch das Zugehörigkeitsgefühl zu den Dorfbewohnern schaffen eine Atmosphäre, bei der man an das Gute im Menschen glauben will und mit den Protagonisten mitfiebert. Hier eine Freundschaft, dort ein Gefallen und zwischendrin die Karten ihrer Patentante runden Ellas Regeneration ab und zeigen, dass es oft das Umfeld ist, dass gute Menschen verzweifeln lässt.
Immer gespickt mit ein paar englischen Eigenheiten lässt sich das Buch perfekt bei den ersten Sonnenstrahlen lesen und auf eine bessere Zukunft hoffen.
4 von 5 Frühlingsboten
Donnerstag, 30. April 2026
Yngra Wieland "Die weiße Dame"
Eigentlich war Salome Liebeskind unterwegs zu ihrer jüdischen Familie, als die Polizei ihr ein Reiseverbot ausspricht. Der Vorwurf: Sie könnte in den Mord ihrer Kollegin verwickelt sein. Diese wurde erschlagen im Eingangsbereich ihrer Praxis gefunden und somit steht Salome ganz oben auf der Liste der Verdächtigen. Doch irgendwie tritt die Polizei wegen Personalmangel auf der Stelle und es muss erst ein weiterer Mord geschehen, bis sich der Nebel langsam zu lichten beginnt.
Dies ist der erste Fall mit der Psychologin Salome Liebeskind als eine der Hauptfiguren.
Wie es im Krimi inzwischen öfter vorkommt, tritt neben der Polizei eine weitere Person auf, die versucht, ein Muster hinter den Taten zu entdecken. Die Wahl der Psychologin, die sich gut in andere Personen hineinversetzen kann, gelingt hier schon ab der ersten Seite.
Selbst ein bisschen unsicher und mit manchen Dingen überfordert, ist sie nicht gefühlskalt und lässt viele Situationen realistischer erscheinen, als wenn ein eher abgezockter Charakter der Protagonist wäre.
Die Autorin spielt mit den Figuren, lässt mal die Polizei, mal die Psychologin die Nase vorn haben.
Dabei sind so viele Personen und Zeitebenen beteiligt, dass sie es schafft, die Spannung nach und nach zu steigern, ohne dabei übertrieben brutal zu sein.
Der Krimi lebt von den kleinen Lügen, den dunklen Geheimnissen und dem Zwischenmenschlichen, was immer gut und böse schwankt. Wenn man denn abschließend formulieren kann, was gut und böse ist.
Ein gelungener Einstieg in eine etwas andere Krimireihe.
4 von 5 Couchen
Autoreninterview Alexander Klymchuk 2026
Wer neugierig ist, kann hier mehr über Alexander erfahren:
instagram.com/alexander_klymchuk_autor
facebook.com/alexander.klymchuk
Nächsten Monat gibt es ein neues Interview.