Sarahs Lesereise
Willkommen bei meiner Lesereise durch Raum und Zeit
Samstag, 16. Mai 2026
David Sundin "Kennst du Astrid Lindgren?"
Das Buch, welches mit wunderschönen ganzseitigen Illustrationen ausgestattet ist, nimmt den Leser auf vierzig Seiten durch das turbulente Leben der Kinderbuchautorin mit. Ihre Kindheit, ihre erste Arbeit, ihre eigenen Kinder und schließlich, wie es dazu kam, dass ihr erstes Buch Pippi Langstrumpf erschien. Denn eigentlich war es erst nur eine Geschichte für ihre kranke Tochter, die das Bett hüten musste.
Viele andere Geschichten folgten danach, doch das Buch nimmt sich hauptsächlich Pippi an.
Mit Pippi zeigt David Sundin auch den Erfolg, den die Bücher von Astrid Lindgren auch heute noch haben. Und ... wie sie sich selbst in manche Bücher geschrieben hat.
Es ist ein wunderschönes Buch, was in Zusammenspiel von Illustrationen und kleinen, aber feinen Informationen über Astrid Lindgren Lust macht, die Welt der berühmten Autorin zu entdecken. Denn keine andere Autorin hat es verstanden, Kinder so in den Fokus ihrer Geschichten zu rücken, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene gerne in die Erzählungen eintauchen, wo die Welt noch immer in Ordnung zu sein scheint.
5 von 5 Kindheitserinnerungen
Freitag, 15. Mai 2026
Maria Resco "Wo die Liebe nicht von selbst hinfällt"
Mit witzigen Dialogen und einer frechen Sprache fängt die Autorin den Leser direkt auf der ersten Seite ein. Man spürt die Streitigkeiten, man bemerkt das Vibrieren der Luft, wenn die Clique zusammen ist und die Neckereien tief fliegen. Die Autorin schafft es, dass die Charaktere alle realistisch und nicht zu überzeichnet wirken. Sie schreibt über Figuren mit Problemen, Sorgen und Ängsten und trotz aller Verwirrungen und Irrungen verliert sie nicht den Überblick.
Ein gutes Buch über Zwischenmenschliches, dass man im Alltag nur zu oft übersieht.
4 von 5 Reisen
Montag, 11. Mai 2026
Carmen Urbita, Ana Garriga "Convent Wisdom"
Während die beiden Autorinnen von ihrer Studienzeit berichten, flechten sie die Probleme von zwei IT-Girls ein. Anhand von zahlreichen Quellen, darunter Briefen, zeigen sie auf, dass es schon im 16. Jahrhundert notwendig war, außenstehende Personen mit einzubeziehen, wenn die Emotionen hochkochten und das war auch schon damals nicht anders.
Die Gründe, warum man sich aufregt, mögen sich zwar gewandelt haben, doch hat sich an der Benachteiligung in gewissen Bereichen nichts geändert.
Die Autorinnen unterteilen ihr Buch in größere Kapitel, wie z.B. Liebe, Arbeit etc, um darin zu bestimmten Problemen, wie werde ich mit Kollegen fertig, Stellung zu nehmen. Ein umfangreiches Quellenverzeichnis am Schluss führt hier zu den originalen Texten.
Was bei Ratgebern sonst üblich ist, fehlt hier in meinen Augen. Es gibt kaum Schaubilder oder Zusammenfassungen zu den einzelnen Bereichen, sondern man begnügt sich mit laufendem Text. Ich fand dies stellenweise sehr ermüdend, da sich gerade Zusammenfassungen für mich besser greifen lassen.
Wissenschaftlich finde ich das Buch durchaus fundiert, doch die Aufmachung ist nicht my cup of tea.
3,5 von 5 Vergleichen
Sonntag, 10. Mai 2026
Anke Petersen "Die tote Tante"
Das ändert sich, als auf der Insel eine Hochzeit stattfinden soll und kurz zuvor die Tante der Braut tot aufgefunden wird. Angeleitet durch die Detektive in ihren Büchern, stellt der Krimiclub Nachforschungen an, die nicht ohne Folgen bleiben.
Man merkt beim Lesen zum einen, dass die Autorin ihre Insel kennt, und zum anderen, dass sie Spaß beim Schreiben des Buches hatte. Eine gewisse Leichtigkeit begleitet die drei Damen neben ihren Ermittlungen und lässt den unerfahrenen Krimileser im wahrsten Sinne des Wortes die Handlung direkt miterleben. Hier ein Verweis zu Sherlock Holmes, derer es viele im Buch gibt, dort ein Bezug auf Jane Austen und auch die russischen Autoren jener Zeit werden benannt. Der Krimiclub, seine Lektüre und sein Alltagswissen schlagen sich genauso nieder, wie das Lokalkolorit, die Bräuche und auch ein wenig die Sprachkultur der Insel.
Ein wenig überladen ist das Buch allerdings mit Wiederholungen: Krimileser merken sich Hinweise und müssen nicht immer wieder auf die gleichen Sachverhalte hingewiesen werden. Ebenso sollte man sparsamer mit kriminalistischen Kniffen sein. Weniger ist bekanntlich oftmals mehr und auch ein Krimi-Anfänger sowohl als Ermittler als auch als Leser verfügt über eine gewisse Menschenkenntnis.
Ein gut gelungener Start in eine cosy crime Reihe, die Lust auf mehr macht.
4 von 5 Inseln
Donnerstag, 7. Mai 2026
Julie Caplin "Ein Zuhause im Frühling"
Wer schon einmal ein Buch von Julie Caplin gelesen hat, weiß, wie gut sie es schafft, die Realität in Buchform zu gießen.
Das kleine Dorf, das ein vermeintlicher Stereotyp für das englische Dorfleben ist, wird belebt, durch all seine verschiedenen Charaktere, die im ersten Moment verschroben wirken können und doch so viel Herz und Güte in das Buch bringen, dass man trotz der Schicksalsschläge immer wieder schmunzeln muss.
Als Auftakt einer vierbändigen Reihe steht Ella im Mittelpunkt. Sie ist neu im Dorf und trotz unterschiedlicher Gefühle, will sie eigentlich nicht hier sein. Ihre Entwicklung während des Bandes und auch das Zugehörigkeitsgefühl zu den Dorfbewohnern schaffen eine Atmosphäre, bei der man an das Gute im Menschen glauben will und mit den Protagonisten mitfiebert. Hier eine Freundschaft, dort ein Gefallen und zwischendrin die Karten ihrer Patentante runden Ellas Regeneration ab und zeigen, dass es oft das Umfeld ist, dass gute Menschen verzweifeln lässt.
Immer gespickt mit ein paar englischen Eigenheiten lässt sich das Buch perfekt bei den ersten Sonnenstrahlen lesen und auf eine bessere Zukunft hoffen.
4 von 5 Frühlingsboten
Donnerstag, 30. April 2026
Yngra Wieland "Die weiße Dame"
Eigentlich war Salome Liebeskind unterwegs zu ihrer jüdischen Familie, als die Polizei ihr ein Reiseverbot ausspricht. Der Vorwurf: Sie könnte in den Mord ihrer Kollegin verwickelt sein. Diese wurde erschlagen im Eingangsbereich ihrer Praxis gefunden und somit steht Salome ganz oben auf der Liste der Verdächtigen. Doch irgendwie tritt die Polizei wegen Personalmangel auf der Stelle und es muss erst ein weiterer Mord geschehen, bis sich der Nebel langsam zu lichten beginnt.
Dies ist der erste Fall mit der Psychologin Salome Liebeskind als eine der Hauptfiguren.
Wie es im Krimi inzwischen öfter vorkommt, tritt neben der Polizei eine weitere Person auf, die versucht, ein Muster hinter den Taten zu entdecken. Die Wahl der Psychologin, die sich gut in andere Personen hineinversetzen kann, gelingt hier schon ab der ersten Seite.
Selbst ein bisschen unsicher und mit manchen Dingen überfordert, ist sie nicht gefühlskalt und lässt viele Situationen realistischer erscheinen, als wenn ein eher abgezockter Charakter der Protagonist wäre.
Die Autorin spielt mit den Figuren, lässt mal die Polizei, mal die Psychologin die Nase vorn haben.
Dabei sind so viele Personen und Zeitebenen beteiligt, dass sie es schafft, die Spannung nach und nach zu steigern, ohne dabei übertrieben brutal zu sein.
Der Krimi lebt von den kleinen Lügen, den dunklen Geheimnissen und dem Zwischenmenschlichen, was immer gut und böse schwankt. Wenn man denn abschließend formulieren kann, was gut und böse ist.
Ein gelungener Einstieg in eine etwas andere Krimireihe.
4 von 5 Couchen
Autoreninterview Alexander Klymchuk 2026
Wer neugierig ist, kann hier mehr über Alexander erfahren:
instagram.com/alexander_klymchuk_autor
facebook.com/alexander.klymchuk
Nächsten Monat gibt es ein neues Interview.
Mittwoch, 29. April 2026
Sven Haupt "Ein Übermaß von Welt"
Eigentlich fällt einem schon beim Lesen des Textes etwas ein, was man unbedingt in der Rezension verarbeiten möchte, doch bei Sven Haupt ist das anders. Es gibt so viel zu entdecken, dass für jeden Leser etwas anderes wichtig und ausdrucksstark sein kann. Eine Wahl zu treffen, was dabei heraussticht, ist fast unmöglich.
"Ein Übermaß von Welt" ist mit 172 Seiten ein schlankeres Werk des Deutschen Science Preis Trägers und doch umfasst so viele Themen wie seine anderen Romane.
Vornehmlich reist Thea mit Gale durch den sogenannten "Schacht". Es gilt Thea aus der Tiefe an die Oberfläche zu bringen, was sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne gemeint ist. Auf ihrer Reise muss sie Gefahren überstehen und Aufgaben meistern, während Gale ihr zur Seite steht. Schnell gewinnt man den Eindruck, dass Gale Thea ein Mentor ist, der mehr über den Schacht und seine Geschichte weiß, als er es Thea anvertraut. Sie muss sich selbst den Ereignissen stellen und jedes Mal entscheiden, was ihr individueller Wunsch ist, ohne sich von Gale abhängig zu machen.
Es wäre kein Roman von Sven Haupt, wenn Philosophie und im erweiterten Sinne auch Religion vernachlässigt würden. Warum sind wir Menschen, wie wir sind und warum handeln wir so? Gerade bei diesem Buch fand ich auch die psychologische Komponente stärker ausgeprägt und so ist die Reise natürlich nicht nur eine physische sondern auch eine psychische.
Alle Gedanken sind wohl platziert, wirken auch nicht überladen und doch hat man Tränen in den Augen, wenn man den Text nachhallen lässt. Sven Haupts Bücher kann man, bei aller Hektik, die wir im Alltag haben, nicht schnell lesen. Die Ideen und Gedanken brauchen Zeit, um sich zu setzen, zu wirken und ihre vollständige Kraft zu entfalten.
5 von 5 Schächten
Dienstag, 28. April 2026
Gerhard Börnsen und Alfred Kelsner "Raumfragmente"
Doch immer wieder nehmen sich Autoren dieser Aufgabe an und tun sich gerne, wie in diesem Fall, mit Illustratoren zusammen.
Gerhard Börnsen und Alfred Kelsner entführen in "Raumfragmente" den Leser in die Welt von "Zeitsplitter", welche der frühverstorbene Perry-Rhodan-Autor William Voltz erdacht hat.
Für diese Arbeit wurden viele Bilder von Alfred Kelsner erstmals verwendet und Gerhard Börnsen schafft es diesen Bildern mit seinen Worten Leben einzuhauchen.
Man merkt bei der Betrachtung, dass die Bilder schon vor Jahren gezeichnet wurden, so sehr hat sich der Stil verändert und doch bildet das die Grundlage des Charmes.
Abgerundet durch eine Einleitung, die das Projekt und seine Mitwirkenden vorstellt und mit weiteren Fotos untermalt, bildet die Erzählung auch ohne die Kenntnis des originalen Bandes, eine Welt, wie man sich aus früheren Science Fiction Erzählungen kennt.
Sicher ist dieser Band nicht etwas für jedermann, aber für Fans von Perry Rhodan und älteren Science Fiction Themen ist es ein sehr schönes Buch.
4 von 5 Missionen
Sonntag, 26. April 2026
Michael Peinkofer "Holly Holmes - Der Jadedrache"
Selten habe ich bei einer Sherlock Holmes Adaption so sehr gelacht wie bei dieser. Allein Dr. Watson als Plüschschwein, der belesen aus Büchern zitiert oder gar selbst Experimente durchführt, ist schon ein wahrer Hit. Dazu noch Holly, die in den richtigen Situationen das Falsche sagt, weil sie so aufgeregt ist. Überhaupt das gelungene Crossover zwischen Zauberwelt und Holmes Universum hat besser funktioniert, als ich es für möglich gehalten hätte.
Eine sehr gelungene Adaption, die Lust auf weitere Bände macht.