Mittwoch, 4. Februar 2026

Pascal Mercier "Der Fluss der Zeit"

Die meisten kennen Pascal Mercier durch seinen Roman "Nachtzug nach Lissabon", doch der vorliegende Band zeigt, dass er seine philosophischen Gedanken auch in kürzeren Erzählungen aufleben lassen kann.
"Der Fluss der Zeit" umfasst fünf Kurzgeschichten. Jede für sich ist eine Perle und zeigt, wie gut der Autor Menschen und ihre Emotionen verstehen konnte. Dabei sind die Gedanken nicht verkopft oder wie man sonst Philosophie empfinden kann.
Es sind alltägliche Situationen, in denen er die Wärme, den Unmut, die Angst, die Nostalgie und die Gereiztheit nicht nur skizziert, sondern sie trotz der Kürze der Texte auch ebenfalls ergründet.

- Ein alter Mann verkauft sein Haus.

- Ein Klavierspieler bekommt eine Wohnung geschenkt.

- Ein Mann wartet auf seinen Befund.

- Ein Mann will nicht mehr leben.

- Ein Mann überdenkt sein Leben.

So unterschiedlich die Themen sind, Mercier schafft es mit jeder Geschichte etwas im Leser zu rühren. Jeder kennt diese Gefühle, auch wenn sie im eigenen Leben vielleicht in anderen Situationen aufgetreten sind.

Die Geschichten sind leise - ohne Vorwurf. Vielfach sind sie Reflexionen und zeigen das Geschehnis von beiden Seiten. Denn es ist, wie es ist, man sieht immer nur seine eigene Seite und nie komplett die des Gegenübers.
Ein Kurzgeschichtenband, der einen wie eine warme Decke umschließt und Nichtigkeiten verblassen lässt.


5 von 5 Flüssen

Samstag, 31. Januar 2026

Saskia Karges "Amatea"

Ruth hat einen Traum. Den Traum einer eigenen Stadt. Einer Stadt, die autark sein soll, auch wenn sie sich der Begrifflichkeit und der weitreichenden Folgen mit ihren gerade einmal zwölf Jahren noch nicht bewusst ist. Seitdem sie mit Bauklötzen spielt, will sie bauen. Türme, Brücken, Häuser. Architektur bedeutet ihr alles. Nur mit den Menschen hat sie es nicht so. Sie sind ihr rätselhaft und Ruth findet nur wenige Menschen, mit denen sie sich austauschen kann.
Während die Weltbevölkerung steigt, Krankheiten aussterben, baut sie weiter an ihrem Traum. Sie kommt auf eine Schule, wo ihr Talent entdeckt und sie gefördert wird. Doch mehrere Schicksalsschläge lassen sie ihr Projekt aufgeben. Zu tief sitzt der Schmerz, sodass sie ihr Leben umgestaltet und ihren Traum ausschließt. Erst an der Uni bemerkt sie, dass ihr Traum sich ohne sie weiterentwickelt hat. Plötzlich ist sie wieder mittendrin und ist sich der Ausmaße ihrer Idee noch immer nicht klaren, bis die Welt, wie sie sie kannte, zusammenbricht.
Wer schon einmal eine Dystopie gelesen hat, weiß, dass es um die großen Fragen geht. Klimawandel, Überbevölkerung, Verarmung oder Stromausfälle sind nur einige der möglichen Themen, die dieses Genre aufgreift. Saskia Karges beschränkt sich nicht auf einen Teilbereich dessen, sondern sie geht das große Ganze an. Anhand von Ruths Leben zeigt sie auf, wie sich die Lebensbedingungen innerhalb einer Generation ändern können. Wie Menschen, die einem nah scheinen, in dieser Zeit eine ganz andere Vorstellung der Zukunft entwickeln können und sich dabei auch Extremen zuwenden.
Die Geschichte von Ruth zeigt vieles. Individuelle Entwicklung, Gruppenzwang und auch die damit einhergehende Abhängigkeit. Sie zeigt, dass es durch Globalisierung und Vernetzung viel leichter ist, Dinge zu ändern, sowohl zum Positiven als auch zum Negativen.
Doch Saskia schreibt es ruhig. Die Geschichte kommt fast ohne cineastische Action aus, denn die Taten der Protagonisten sprechen für sich. Die Dystopie nähert sich in ihrer Umsetzung einem Familienroman, da im Zentrum immer Ruth und um ihr Umfeld stehen und auch die kleinen Dramen genauso wichtig sind wie die großen Veränderungen. An einigen Stellen greift die Autorin auch ein und gibt einen Ausblick auf zukünftige Geschehnisse, was für mich ein bisschen den Überraschungseffekt mindert.
Doch zeigt gerade der Schluss, dass sie bei mancher Vorhersehbarkeit ein Ass im Ärmel hat und die Geschichte anders endet, als man es lange Zeit vermutet.
Eine Dystopie, die sich nicht nur auf Krankheit und Tod stützt, sondern auch sehr auf Moral und menschliche Hingabe zielt. Die zeigt, dass Ideen gut gemeint, aber hinterhältig umgesetzt werden können. Ein Buch, welches Konsequenzen aufzeigt, die andere Dystopien ausblenden. 

4 von 5 "Traum"städten

Freitag, 30. Januar 2026

Sara Dellabella "Die Irrfahrt der St. Louis"

Es gibt Geschichten, die sind so unglaublich, dass man kaum fassen kann, dass sie wahr sind.

Es war einmal ein Schiff, das machte sich 1939 in Richtung Kuba auf, um 937 Menschen in ihre neue Heimat zu bringen. Doch die Welt hatte anderes mit der St. Louis und ihren Passagieren vor. Denn kaum waren sie dort angekommen, wurde ihnen die Einreise trotz zuvor gültiger Visa verwehrt. Ein Tauziehen zwischen der Schifffahrtsgesellschaft, dem Kapitän und mehreren großen Ländern begann, nur damit die St. Louis bis auf wenige Ausnahmen alle Menschen wieder mit nach Europa nahm.

Was im ersten Moment durch die Graphic Novel als Erzählung anmuten könnte, ist die reale Geschichte um Sol Messinger und der anderen Passagiere der St. Louis, die Kapitän Gustav Schröder gesund ins neue Land bringen wollte.
Der geschichtliche Hintergrund ist in jedem Bild spürbar. Die Wut, die Aufregung, manchmal auch der Hass, werden durch die Farbgebung und die gezackten Zeichnungen verdeutlicht. Man fühlt die Situationen und man ist auch heute noch sprachlos, wenn man sich der Umstände bewusst ist. Die Autorin Sara Dellebella und der Zeichner Alessio Lo Manto halten die Waage und zeigen, wie es sich abgespielt haben könnte, ohne dabei den Spannungsbogen zu vernachlässigen.

Abgerundet wird die Graphic Novel durch mehrere Stellungnahmen z.B. von Sol Messinger und Justin Trudeau. Weiterhin gibt das Buch Lesetipps zum Thema und Auskunft über das Schicksal der Passagiere, soweit es bekannt ist.
Ein beklemmendes Buch, was für einen ganz anderen Aspekt des Zweiten Weltkrieges Zeugnis ablegt.

4 von 5 Schiffen

Donnerstag, 29. Januar 2026

Autoreninterview Anke Küpper

Hallo zusammen.
Ein neues Jahr und ein neues Interview habe ich für euch.
Anke Küpper dürften viele von euch kennen, wenn sie sich mit deutschen Kurzgeschichten und Kriminalromanen beschäftigten. Zuletzt erschien "Ein Huhn, ein Mord" mit vielen Kurzkrimis rund um das geliebte Federvieh. 

(Bild: Anke Küpper (privat), Grafik: Maximilian Wust)

Du hast in den letzten Jahren viele Krimianthologien herausgegeben. Was macht für dich den Reiz bei Kurzgeschichten aus?
Kurzkrimis sind für mich eine gute Möglichkeit, mal andere Subgenres usw. auszuprobieren. Ich kann cosy schreiben oder aus der Perspektive einer unzuverlässigen Erzählerin, ohne dass es gleich ein ganzer Roman in dem Stil werden muss. Generell schreibe ich gern auf den Punkt.

Zuletzt erschien "Ein Huhn, ein Mord". Wie bist du auf das Thema gekommen?
Ich habe selbst Hühner. Die sind sowieso immer Thema bei mir.

Bleiben wir noch einen Moment bei den Hühnern. Wie kann man sich die Arbeit an einer Anthologie vorstellen? Wie wählt man die Autoren und Autorinnen aus?
„Ein Huhn, ein Mord“ haben wir zu dritt herausgegeben. Von daher haben wir alle drei überlegt, wen wir gern dabeihaben möchten. Die Schnittmenge war sehr groß. Und fast alle, die wir gefragt haben, haben zugesagt. Mit uns sind allein neun Mörderische Schwestern dabei. Aber auch drei nette Männer 😊

Was macht eine Kurzgeschichte aus, damit sie dein Interesse erweckt?
Ein guter Kurzkrimi startet ohne langes Vorgeplänkel. Sowieso gilt für den ganzen Text: Kein Wort zu viel! Und am Ende sollte eine überraschende Wendung bzw. Auflösung das Gelesene noch mal in einem neuen Licht erscheinen lassen.

Arbeitest du bereits an einer neuen Anthologie?
Aktuell nicht. Aber das kann sich erfahrungsgemäß schnell ändern 😉

Du gibst nicht nur Anthologien heraus, du schreibst auch selbst. Kommt von dir dieses Jahr auch ein neues Buch?
Dieses Jahr erscheinen bis jetzt zwei Kurzkrimis, mehrere Pixi-Bücher und zwei Quizze von mir. An einem neuen Kriminalroman arbeite ich.

Welches Buch liest du zur Zeit?
Gerade habe ich Susanne Tägders „Das Schweigen des Wassers“ ausgelesen. Großartig!


Wer neugierig ist, kann hier mehr über Anke erfahren:
anke-kuepper.de
instagram.com/anke_kuepper

Nächsten Monat gibt es ein neues Interview.

Montag, 26. Januar 2026

Jan Beinßen "Der Wintermordclub"

Ein kleines, aber feines Hotel an der Küste Frankreichs kurz vor Weihnachten.
Ein Gruppe älterer Menschen treffen sich einmal jährlich und veranstalten ein Krimidinner. Ihr Hintergrund: Sie waren früher alle bei der Polizei oder bei ähnlichen Instituten angestellt. Alles scheint wie immer, doch plötzlich gibt es eine echte Leiche und es ist einer der Senioren. Was ist passiert und vor allem: Warum?

Jan Beinßen liefert einen richtig gelungenen Kriminalfall ab. Mit jedem Kapitel ändert er die Erzählperspektive und begleitet so alle ehemaligen Ermittler durch die Geschichte. Er deutet ihre Geheimnisse und auch die Beziehungen untereinander an und erzählt in Rückblenden, wie sie sich bei ihrem großen Fall kennengelernt haben.
Alle haben etwas zu verlieren und doch wirkt kein Charakter unsympathisch. Über 350 Seiten schafft es der Autor den Leser mal mehr, mal weniger an der Nase herumzuführen, denn schuldig können sie alle sein.

Ein großartiger Krimi im Stil des Golden Age, der zeigt, mutige Entscheidungen erschaffen beeindruckende Bücher.

5 von 5 Interpolagenten  

Sonntag, 25. Januar 2026

R. R. Stein "Runed 2"

Gerade sind die Kinder Rune, Willy und Julie aus der Anderswelt zurückgekehrt, als ihre eigene Welt aus den Angeln gehoben wird. Exeter hat es ebenso wie sie durch das Portal geschafft und zeigt an Halloween, dass er trotz seiner Einschränkungen noch genügend Macht hat, um die Menschen das Fürchten zu lehren. Schnell sehen die Kinder ein, dass sie ohne Hilfe nicht viel ausrichten können und fliehen so nach Mont St. Michel. Während Exeter erstmal nach Tintagel und Stonehenge aufbricht.
Das Buch ist bereits der zweite Teil um die Anderswelt und ihre Gefahren. Allerdings wird in diesem Teil immer nur von unserer Welt erzählt und es findet in der Anderswelt keine Handlung statt.
Die eingeflochtenen Informationen aus dem ersten Band helfen oftmals den zweiten Band zu verstehen, doch es bleiben einige Dinge im Dunklen, während andere fortwährend wiederholt werden. 
Die Heldengeschichte liest sich genau so, dass im Zentrum zuerst die drei Kinder und Exeter stehen, die nach und nach um Nebenfiguren und geschichtliche Zusammenhänge ergänzt werden. 
In sich bildet das Buch ein stimmiges Bild und gerade in der zweiten Hälfte kann es durch Tempo und Handlung überzeugen.
Was mich nicht so überzeugt, ist die Altersfreigabe ab zehn Jahren. Viele inhaltliche Sprünge und auch geschichtliche sowie sprachliche Finessen lassen mich daran zweifeln, dass die Jüngsten schon verstehen, warum die Handlung sich so abspielt. Schnelle Szenenwechsel, wie sie im Film heutzutage normal sind, führen in meinen Augen dazu, dass man schnell den Faden und somit auch das Interesse verlieren könnte. Ein optisches Highlight kommen die UV-Lampe und zahlreiche Bildern daher, um dem Text die letzten Geheimnisse zu entlocken.

3,5 von 5 Rätseln

Samstag, 24. Januar 2026

Klaus Hammer "Die Schöne und das Tier"

Es war einmal ... Eine ganz bestimmte Gattung von Büchern fängt genauso an. Es war einmal ... Eine Untergruppe dieser Gattung nennt sich Feenmärchen und über diese handelt dieses Buch.
Feenmärchen, so erklärt der Autor, entstanden am französischen Hof gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Sie bildeten eine gelungene Mischung aus Sagen, mündlichen Überlieferungen und gleichzeitig Lehren für die Prinzen und Prinzessinnen.
Zehn Märchen hat der Autor versammelt und sie nahezu im originalen Klang ihrer Zeit belassen. Alle Texte stammen aus dem Französischen. Bekannte Namen wie Charles Perrault, Gabrielle-Suzanne de Villeneuve und Jean-Jacques Rousseau finden sich zusammen, um dem Subgenre zu widmen. Die Feen oder auch ihre Vorstellungen vom Leben spielen eine zentrale Rolle in den jeweiligen Geschichten und Texte wie "Die schlafende Schöne" und "Die Schöne und das Tier" dürften vielen Lesern unter anderem Namen und ein wenig verändertem Inhalt durchaus bekannt sein.
Beim Schwelgen in den Texten bemerkt man schnell, dass diese Märchen auch so grausig wie andere Märchen ihrer Zeit sein können, doch der Fokus ein wenig mehr auf der Bildung der guten Sitten liegt. Ein Mensch soll gut, sonst sieht man die negativen Folgen direkt im Text.
Was mir erstaunlich vorkommt, ist die Länge der jeweiligen Geschichten. Wie der Autor beschreibt, wurden sie auch am Hof kultiviert und auch wenn er im Vorwort von Buchclubs spricht, würde ich gerne einen Blick in die Zeit werfen, um die Wirkung dieser Texte zu betrachten.
Ein Stück Zeit- und Literaturgeschichte, das für alle Märchenliebhaber ein wahrer Gewinn ist.

4 von 5 Feen

Donnerstag, 22. Januar 2026

James Goodwin "Der Tote in der Church Lane"

Bereits zum zweiten Mal treffen wir Arthur Tingwell in Little Barkham. Wieder geschieht ein Mord in dem beschaulichen Dorf und wieder treffen die Anfeindungen den Bibliothekar.
Den Hintergrund der Geschichte bildet der große Postraub und die Auswirkungen des Kalten Krieges, denn die Dorfgemeinschaft sieht nicht nur in Arthur Tingwell einen Außenseiter, auch der plötzlich auftretende Archäologe kommt bei vielen Anwohnern nicht gut an.

Wie schon bei dem ersten Band schafft es der Autor, die Handlung hinter vielen kleinen Geheimnissen zu verstecken. Man muss das eine oder andere Mal zurückblättern, da er durch die Wahl seiner Worte den Leser, wie es schon Agatha Christie gemacht hat, in die Irre führt. Einzelne Begebenheiten wirken rückblickend in einem ganz anderen Licht und doch ist es nicht so, dass er den Leser mit Informationen überfrachtet.

Man will gerne die Taschenlampe zücken und sich mit Arthur Tingwell auf die Suche machen, denn es geht erneut darum, seinen guten Ruf zu waren. Und nebenbei müssen auch die Vorbereitungen für den Besuch der Queen erledigt werden.
Es gibt viel zu tun in dem kleinen Dorf und es wird niemals langweilig.

Als Leser greift man nicht zu hoch, wenn man die Finesse und Scharfsinn des Autors mit Agatha Christie vergleicht.
Ich hoffe, dass es noch viele Bände geben wird.


4,5 von 5 Briefen

Samstag, 17. Januar 2026

Marianne Labisch & Kiran Ramakrishnan (Hrsg) "Tales of Science II"


Kein anderes Genre wird so technisch und realistisch empfunden wie die Science Fiction. Mit ihren Facetten Utopie und Dystopie gehen die Geschichten den beiden Strömungen nach: was wäre wenn, einmal im positiven und ein einmal im negativen Sinn. Herangezogen werden für die Texte oftmals eigenes Wissen oder eine entsprechende, individuelle Recherche.

Doch was passiert, wenn den Schreibenden Fachleute aus der Forschung zur Seite gestellt werden? Wenn die Autoren direkt aktuelle, manchmal noch nicht veröffentliche Studien in ihre Ideen einbauen und so eine ganz neue Form der Fantasie entwickeln können?
Das Ergebnis hält man mit diesem Buch in Händen.

Mit siebzehn Geschichten und knapp dreihundert Seiten wird hier ein Anthologie veröffentlicht, die sich durch ihre Voraussetzungen stark von anderen Science Fiction Sammlungen unterscheidet. Die Texte lesen sich oftmals wie eine wissenschaftliche Abhandlung und man muss sich stets vor Augen halten, dass es trotz allem fiktive Texte sind. 

Die Bandbreite der Themen beschränkt sich nicht nur auf das Dauerbrenner KI sondern die Herausgeberin hat hier auf Vielfalt geachtet. Biologie, Physik, die Besiedlung anderer Planeten und auch die DNA werden in den Geschichten in den Fokus gestellt.

In allen Texten bildet der Mensch und seine Handlungen den Kern und andere Wesen sowie die Natur dienen als Nebenschauplätze. Auch wenn es im ersten Augenblick paradox wirkt, auch die Emotionen kommen nicht zu kurz. Die Menschen reflektieren ihre Handlungen und Beweggründe. Doch auch in Zukunft regiert auch oftmals das Geld die Aktionen und nicht das, was richtig wäre.

Eine gelungene Mischung, die neugierig auf einen weiteren Band macht.

4 von 5 Zukunftsszenarien

Mittwoch, 14. Januar 2026

Kari Leibowitz "Wintern"

Winter: Kalt, nass, trüb.
Das sind die ersten Worte, die dem Leser zum Thema Winter einfallen.
Es ist früh dunkel, alle sind genervt und gestresst.
Doch liegt es wirklich am Winter? Oder ist es vielmehr unsere Einstellung?

Auf knapp 370 Seiten geht die Autorin dieser Frage nach. Sie bereist verschiedene Länder und Zeitzonen, in denen der Winter eine sehr unterschiedliche Auswirkung auf das Leben der Menschen hat. Es werden Erhebungen gestartet, Tests durchgeführt und sie beobachtet die Menschen. Zudem werden auch zahlreiche Forschungen mit dem Schwerpunkt "Winter" ins Leben gerufen und ohne zu viel vorab zu sagen, es ist nicht nur die Schuld des Winters.

An vielen Beispielen, gerade aus den nördlicheren Ländern, zeigt die Autorin, dass es der Umgang mit dem Winter ist, der uns straucheln lässt. Viele Menschen wollen das ganze Jahr hindurch das gleiche Leben führen, den gleichen Aktivitäten nachgehen und sind frustriert, dass das Wetter ihnen einen Strich durch die Rechnung macht. Hier zeigt die Autorin Lösungen auf. Tipps und Tricks, was man gerade im Winter besser machen kann als im Sommer und vor allem, wie man seine Einstellung zum Winter ändern kann.

Durch die vielen Beispiele kommt es im Buch oft zur Wiederholung von Aspekten, was man aber auch dem Lernprozess zuschreiben kann. Denn je öfter man etwas liest, desto besser verfestigt es sich.
Trotzdem es sich um ein Sachbuch handelt, sind die Forschungsergebnisse und Thesen so formuliert, dass man den Inhalten gut folgen kann.

4 von 5 Wintermonaten