Donnerstag, 17. September 2020

Stefan Müller "Tibur und ich"


Oftmals ist es mit Büchern wie mit dem nach Hause kommen. Man setzt sich gemütlich mit dem Buch hin, genießt die Geschichte und fühlt sich auf eine besondere Art und Weise "zuhause".
Sicherlich schafft das nicht jedes Buch und definitiv ist auch nicht jedes Genre für dieses Gefühl geeignet, aber "Tibur und ich" zählt dazu.
Eine Erzählung, die in groben Zügen an Tom Sawyer und Huckleberry Finn erinnert, beschreibt die Geschichte zweier Jungen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Zwei Jungen, die bisher eher Einzelgänger waren und die eine günstige Fügung nun zusammengebracht hat.
Jan, der sich bisher nur für wenig interessiert hat, wird durch Tibors Einzug in Jans Wohnhaus mit der Welt der Bücher konfrontiert, aber es ist nicht nur das. Tibor ist zum ersten Mal das für ihn, was er bisher nicht hatte, der beste Freund.
Sie zelten am Bach, sie gehen zusammen zur Schule, sie lesen gemeinsam. Was sich in vier Wochen entwickelt, geht so tief, dass die nackte Erkenntnis des Betrugs umso schwerer wiegt und die Freunde, kaum das sie sich gefunden haben, schon wieder entzweit.
Wie kann ein Mensch, dem man sich so völlig geöffnet hat, einen so bewusst verletzen, indem er seine Gefühle ignoriert und nicht mehr für ihn da ist?
Kann man eine solche Freundschaft überhaupt noch retten oder ist sie dazu verdammt so kurz nach dem Entstehen schon wieder zu Ende zu sein?
Das Buch spiegelt wunderschön die gegeneinanderkämpfenden Gefühle im Zuge des Erwachsenwerdens wieder und sowohl bei den freundschaftlichen Gefühlen als auch bei den Gefühlen, die das Bücher sammeln betreffen, muss der Leser oftmals sehr schmunzeln.
Die klare Sprache ohne viel Hektik und ohne weitere Effekthascherei lässt dem Buch Raum die eigentliche Geschichte zu entfalten. Der Leser kann sich auf die Probleme und Ängste der beiden Protagonisten einlassen und gegebenfalls kann man auch in den eigenen jugendlichen Erinnerungen schwelgen, denn eine Jugend hatte jeder und die Buchsammelleidenschaft ist vielen von uns bis heute geblieben.
Das Buch ist ein definitives Wechselbad der Gefühle, aber Stefan Müller hat sich ein Ende für seine Geschichte ausgedacht, die sich jeder Mensch im wahren Leben wünschen würde.

4 von 5 Bibliophilen

#AutoralsLeser: Jonas M. Light

Oftmals nehmen wir Leser in einer Person nur den Autor war, doch das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit.
Ein Autor ist auch selbst ein Leser und ist durch das, was er gelesen hat beeinflusst. Doch spiegelt sich das Gelesene im Geschriebenen wider?
Wollen wir doch einmal sehen.  😉
Heute hat dieser Autor die Fragen zu seinem Leseverhalten beantwortet: 


Jonas M. Light

1. Welches sind die drei besten Bücher, die du je gelesen hast?
Puuuh, na das ist aber zu Beginn gleich mal eine echte Hammerfrage. Die drei besten Bücher … hmmmm. Ich rede mich mal ein wenig geschickt heraus, okay? Meine besten drei Bücher sind ein sich jederzeit ändernder lebender Organismus. Was heute noch in den Top 3 ist, kann morgen schon in den Top 5 sein. Aber egal, ich red ja ständig um den klebrigen Brei herum ... hier die drei Bücher, die mir momentan in den Sinn kommen (Stand: 15.09.2020):

- Das Schwert von Shannara (Terry Brooks): Die 1982er Ausgabe vereint die ersten drei Bände der Shannara-Trilogie in einem Band und ist für mich immer noch DAS Fantasybuch neben Midgard von Wolfgang Hohlbein.
- Das Bildnis des Dorian Gray (Oscar Wilde): Hab ich erst vor Kurzem gelesen und war begeistert von der lebhaften Sprache und tollen Geschichte. Ein Hammerbuch – auch heute noch!
- Wieder fühlen lernen (Safi Nidiaye): Ein Buch, das für mich in jeden Schulunterricht gehört. Kleine Geschichten und Übungen, wie du es schaffst, dich selbst und die Welt zu heilen.


2. Wo liest du am liebsten?
Ich lese tatsächlich am liebsten im Bett und im Zug. Dabei schaffe ich es regelmäßig, dabei wegzunicken. Als Hörspiel hatte ich vor dem Schlafengehen mal „Die purpurnen Flüsse“ als Hörspiel begonnen. Ich habe nie mehr als die ersten 15 Minuten geschafft, da ich immer eingeschlafen bin. Daher keine Hörbücher mehr :-)

3. Welches Buch hast du zuletzt gelesen und würdest es weiterempfehlen?
Absolute Empfehlung: Der Mond des Vergessens von Brian Lee Durfey. Ein besseres Fantasybuch ist mir in den letzten Jahren nicht untergekommen. Bildgewaltige Sprache, supergeniale Fabelwesen und Intrigen und Machtspielchen wie bei GOT. Super, unbedingt reinlesen!

Autoren-Sonderfrage: Hast du Tipps für angehende Autoren?
Na klar: Schreiben, schreiben … und ach ja, schreiben ;-) Schreiben ist ein Handwerk und aus meiner Sicht genauso zu erlernen wie Skifahren oder Slacklining. Dabei hilft es anfangs ungemein, wenn du dir feste Zeiten zum Schreiben nimmst (z. B. jeden Tag von 19:00 bis 19:30 Uhr). In dieser Zeit solltest du dich von nichts – aber auch gar nichts – ablenken lassen. Das ist DEINE Schreibzeit. Was es noch zu beachten gibt, liest du hier: https://www.tad-time.de/post/2018/09/17/meine-top-5-besten-schreibtipps

 

Nachdem ihr nun wisst, was er liest, könnt ihr hier schauen, was er schreibt:
https://www.tad-time.de/

In diesem Sinne, fröhliches Lesen und freut euch auf die nächste Woche und auf einen weiteren Autor.

Dienstag, 15. September 2020

Jonas M. Light "Tad Time - Das Erwachen der Schatten"


Tauche ein in die Welt Jorums und folge Tad Time bei seiner weiteren Ausbildung zum Schattenwart; dies ist grob der Inhalt des zweiten Sammelbandes um Tad Time, welcher dem Leser in den fünf Episoden erzählt wird.
Aber der Reihe nach:
Für alle, die wie ich den ersten Sammelband nicht gelesen haben, enthält der zweite Sammelband zu Beginn eine einseitige Zusammenfassung der jeweiligen Episode eins bis fünf.
Tad Time ist von unserer Erde in das Elysarium gebracht worden, um als neuer angehender Schattenwart die Welt Jorum vor den Schattenwesen zu beschützen.
Die Schattenwesen haben in der Bibliothek auf Jorum ein altes Buch entdeckt, womit sie ihre Kräfte bündeln und verstärken können, um die Welt Jorum endgültig zu zerstören.
Tads Mentorin Fay bildet ihn im Elysarium in mentaler Stärke und weitesgehender Kampfeskunst aus, um mit den Völkern auf Jorum gegen das jeweilige Schattenwesen in den einzelen Reichen zu kämpfen.
Dabei stellt jede einzelne Welt Jorums auch ein eigenes Oberhaupt und jede Welt ist anders.
Jaria (Luftwelt), Maqua (Wasserwelt), Saterra (Dschungelwelt) & Zono (Höhlenwelt) sind untereinander mit Energieschlüsseln verbunden, um den Kontakt zwischen den Welten aufrecht zu erhalten und sich gegen die Schattenwesen zu verteidigen. Aber leider gibt es auch einzelne Welten, die ihr eigenes Süppchen kochen.
Tad Time ist dabei vieles. Es hat Elemente von Superhelden, es erinnert aber auch gerne mal an klassische Fantasybücher (wie z.B. Herr der Ringe).
Es ist auch teilweise eine kleine Komödie, wenn Tad seinen Partner zugeteilt bekommt und die beiden wie Hund und Katz sich erst einmal zusammenraufen müssen.
Vieles in den Büchern wird mit mentaler Stärke und weniger mit wirklich körperlicher Kraft gelöst und für Tad gilt es immer erst einen Weg durch sein Gedanken zu suchen, bevor er den Schattenwesen mit körperlichem Einsatz auf die Pelle rückt.
Mit wunderschönen Illustrationen und Karten ist der Sammelband auch optisch nett anzusehen und ein beigefügtes Personenverzeichnis hilft dem Leser mit den vielen Charaktern klarzukommen.

Tad Time ist definitiv ein Fantasybuch, was ich in einer solchen Art noch nicht gelesen habe. Witzig geschrieben, an den passenden Stellen aber auch durchaus ernsthaft, kann man gut in die Geschichten eintauchen und dem berühmten Kampf zwischen "Gut" und "Böse" verfolgen.

Das Buch hat der Autor mir zur Verfügung gestellt.

Wer sich einen Überblick über Tad Time und seine Buchreihe verschaffen möchte, hier geht's lang: https://www.tad-time.de/

4 von 5 Schattenwarten

BLOGGER WANTED: Buecherfreund_drmller

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Steckbrief:

User: www.instagram.com/buecherfreund_drmller
Alter: 40
w/m/d: m
Lieblingsgenre: Belletristik (reales Leben)
Lieblingsautor: Eshkol Nevo, Brigitte Reimann, Joseph Roth, Georg Hermann, Mario Vargas Llosa, Mira Magén, Margaret Mazzantini

 
Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
Ich liebe Bücher. Zudem hatte ich schon immer das Bedürfnis, diese Liebe mit anderen zu teilen. Neben dem Lesen an sich versuche ich auch immer, das Interesse speziell für jene Bücher und Autor*innen zu wecken, die mir selbst sehr am Herzen liegen. Ich hatte das Glück, germanistische Literaturwissenschaft studieren zu dürfen, sogar zu promovieren und meine Literaturliebe so richtig auszuleben.
Meine Doktorarbeit ist ein Sammelsurium an Literaturempfehlungen, ebenso mein Sachbuch „111 Gründe, Bücher zu lieben“, und auch in meinen beiden Romanen stecken die Liebe zur Literatur und Buchtipps drin.

Welches Buch hat dein Lesefieber entfacht?
Das lässt sich an einem bestimmten Buch nicht festmachen, das war eher ein natürlicher Prozess. Vom Vorlesen-Lassen durch die Eltern über Ausleihen in der (Schul-)Bibliothek (als Kind großer Fan der „Was ist Was?“-Bücher gewesen) bis zum Besitzen-Wollen der Bücher, für die ich mich interessierte. Schreiben und Lesen gingen dabei Hand in Hand.

Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?
Sich (für Instagram) kurzzufassen.
 
Welches Buch würdest du einem anderen Leser ans Herz legen?
So aus dem Bauch heraus alles von Eshkol Nevo, Margaret Mazzantini, Georg Hermann, Sándor Márai und Mira Magén.
 
Wonach wählst du die Bücher aus, die du liest?
Oft ergibt eins das andere. Aber ich würde lügen, wenn ich behauptete, ich ließe mich nicht auch von tollen Titeln und ansprechenden Covern gefangen nehmen.
 
Würdest du jedes Buch lesen, was dir ein Verlag zur Verfügung stellt oder was ein Freund dir empfiehlt?
Nein. Buchgeschenke erhalte ich sowieso nur noch sehr selten. Empfehlungen prüfe ich, oft war das Empfohlene aber gut ausgewählt. Ich bin nicht an Rezensionsexemplaren von Verlagen interessiert, weil das immer eine gewisse Erwartungshaltung schafft. Und in meinen Augen stellt das auch keine „unbezahlte Werbung“ – zum Beispiel auf Instagram – dar, denn der Rezensent bekommt das Buch ja geschenkt. Ich lese lieber, was mich gerade interessiert – und wenn es mir gefällt, schreibe ich auch eine kleine Empfehlung.
 
Auf welchen Autor bist du auf Grund deines Bloggens aufmerksam geworden?
Durch die Instagram-Community bin ich beispielsweise auf Amélie Nothomb und Delphine de Vigan aufmerksam geworden (und zahlreiche andere). Aber an Lesematerial hat es mir noch nie gemangelt – ich bin ja eigentlich auch Literaturwissenschaftler.
 
Schreibst du für jedes Buch, das du liest, Rezensionen?
Ausgiebig Rezensionen schreibe ich erst seit etwas über einem Jahr, nämlich seit ich meinen Instagram-Account angelegt hatte. Das Ziel: Bücher, die ich mag, anderen Leuten zu präsentieren, darunter auch alte und fast vergessene literarische Schätze. Ich schreibe grundsätzlich nur eine Rezension, wenn mir ein Buch gefallen hat. Dieses ganze negative Gemecker nervt mich nur noch und ist manchmal über die Maßen verletzend. Am anderen Ende steht nämlich immer jemand, die/der hofft, dass ihr/sein Werk auf Zustimmung stößt.


Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
Unter dem Label "Blogger Wanted" findet ihr alle Blogger, die ich hier vorstelle.
Vielleicht möchtest du auch dabei sein? Dann kommentiere doch den Beitrag. 😊

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Montag, 14. September 2020

Ambrose Parry "Die Tinktur des Todes"


Edinburgh, 1847.
Im viktorianischen Edinburgh kommt es zu einer Reihe von ungewöhnlichen Todesfällen. Doch da es sich vornehmlich um junge Frauen von niederem Stand handelt, ist die Polizei schnell mit dem Urteil "Selbstmord" dabei.
Als die junge Evie stirbt, glaubt der junge Medizinstudent Will Raven nicht, dass sie sich selbst umgebracht hat. Trotzdem er gerade seine neue Stelle bei Dr. Simpson angefangen hat, versucht er Beweise dafür zu finden, dass sie sich nicht selbst getötet hat. Das Hausmädchen Sarah steht ihm dabei zur Seite, auch wenn sie ihm eher aus Eigennutz hilft.
Eine weiterer Teil der Geschichte ist die Entwicklung der Anästhesie und der oftmals verzweifelte Versuch die Medizin voranzubringen.
Ambrose Parry taucht ein in das nebelige Edinburgh mit all seinen Spelunken, seinen Erpressern, seinen Dieben und seinen Huren. Ein Menschenleben ist zu dieser Zeit oftmals nicht viel wert und gerade im Gesundheitswesen herrscht eine strikte Zweiklassengesellschaft.
Sehr anschaulich und gegenfalls auch brutal wird geschildert, wie das niedere Volk zum einen und die Reichen auf der anderen Seite behandelt werden und auch wenn man zeitweise meint, den Gestank aus der Gosse wirklich riechen zu können, so ist das Buch wirklich grandios. Nichts wird beschönigt, aber es wirkt auch nichts maßlos übertrieben.
Die Charaktere sind gut herausgearbeitet und wenn man Edinburgh kennt, kann man der Handlung auch wunderbar durch die Stadt folgen.
Das Buch ist einerseits ein wirklich guter Krimi, andererseits aber auch ein sehr gesellschaftskritischer Roman und des Weiteren auch noch eine gute Einführung in die Welt der Medizin und Anästhesie.
Ein hervorragender Auftakt für neue Krimireihe.

5 von 5 Tinkturen

Donnerstag, 10. September 2020

Buch gegen Film: Der Name der Rose


Vor einiger Zeit hatte ich schon das Thema "Literaturverfilmungen" angesprochen. Auch wenn ich eigentlich sehr skeptisch gegenüber "Literaturverfilmungen" bin, möchte ich doch mit einer beginnen, die ich persönlich sehr gelungen finde.

In "Der Name der Rose" spielen Sean Connery und Christian Slater in der Verfilmung von Umberto Ecos Roman die Hauptrollen und bringen uns die Geschichte nahe.
Im Apennin im Jahre des Herrn 1327 sollen in einer Benediktinerabtei die führenden Köpfe des Franziskanerordners auf Papst Johannes XXII. treffen um wichtige theologische Fragen zu erörtern.
Brisant wird es aber schon im Vorfeld, da sich in der Abtei Todesfälle ereignen, die einen Schatten auf dieses Treffen werfen.
William von Baskerville (Sean Connery) nimmt sich mit seinem Novizen (Christian Slater) dieser Todesfälle an, auch wenn er dabei nicht auf die Unterstützung der Benediktiner hoffen kann, die die Todesfälle gerne ignorieren würden.

Warum mir der Film besser gefällt? Nun, es ist die Sprache von Umberto Eco mit der ich meine Probleme habe. Sein Schreibstil ist mir zu komplex und oftmals auch zu verschachtelt, auch wenn ich die Geschichte wirklich hervorragend finde.
Viermal habe ich im Lauf der Jahre versucht das Buch zu lesen, ich habe jedes Mal nach ungefähr 50 Seiten aufgegeben.
Den Film habe ich inzwischen mindestens fünfmal gesehen. ;-)

Ein klarer Punkt für den Film.

Buch gegen Film: 0 : 1 🎞


Hier geht's zum Buch: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose

Hier geht's zum Film:https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Name_der_Rose_(Film)

Hier geht's zur Lokation: https://kloster-eberbach.de/stiftung-kloster-eberbach/drehort-kloster/location/

Ithar Adel "Geschichten zum Einschlafen: für Erwachsene"


Menschen mit Schlafproblemen kennen das. Nacht für Nacht wälzt man sich im Bett, kommt entweder nicht in den Schlaf oder alternativ wird man des Nachts öfters wach.
Tipps zum Schlafen und entsprechende Literatur gibt es zuhauf und doch sticht dieses Buch aus der Masse heraus.
Während andere Bücher einem erzählen, dass man vor der Schlafen gehen, z.B. das Schlafzimmer lüften, die Bettdecke aufwärmen, Lavendelkerzen anzünden soll oder ähnliches, geht Ithar Adel einen anderen Weg.
Aus seiner Sicht sind die Menschen durch den täglichen Stress, die Hektik und durch ihre Probleme viel zu angespannt und können abends nicht wirklich abschalten.
In seinem Buch gibt er daher zwar auch ein paar klassische Tipps zum Thema "Abendrituale", aber sein Hauptaugenmerk liegt auf seinen zehn Gute-Nacht-Geschichten. Zehn Mal erzählt uns Ithar Adel ganz entspannt eine Geschichte, in der eine Person sich aus ihrem Alltag zur Ruhe setzt und ihre Umgebung bewusst auf sich wirken lässt.
Weitere Tipps, wie z.B. mal das Handy bewusst ausmachen oder mit einer Situation, so wie sie ist, zufrieden sein, baut er geschickt in die Geschichte ein, sodass man sich zum einen entspannt, aber auch noch eine neue Sichtweise entdeckt.
Bei zehn Geschichten findet jeder "seine" Gute-Nacht-Geschichte", die ihm beim Einschlafen hilft.

5 von 5 Schäfchen


Dienstag, 8. September 2020

BLOGGER WANTED: marilovesbooks2020

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Steckbrief:

User: instagram.com/marilovesbooks2020
Alter: 39
w/m/d: w
Lieblingsgenre: Fantasy, Krimi, Klassiker, Kinderbücher
Lieblingsautor: bestimmt mehrere, im Moment würde ich sagen Katrine Engberg


Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
Ich habe über meinen privaten Account im Februar zufällig einen Buch-Account entdeckt und mir dann viele weitere Profile angesehen. Und das hat mich total inspiriert. Zuerst hab ich noch am privaten Account Bücher vorgestellt, und als ich dann ein Buch gewonnen habe (das ich auch MEGATOLL finde), habe ich mir Anfang März einen eigenen Bookstagram-Account angelegt. Und ich muss sagen, ich finde es toll! Ich mag den Austausch und habe viele tolle Personen kennengelernt.

Welches Buch hat dein Lesefieber entfacht?
Wieder entfacht hat es das Buch "Dankbarkeiten" von Delphine de Vigan. Ich hatte von einer Bloggerin "Lovelybooks" empfohlen bekommen und das Buch hat mich voll angesprochen. Habe dann eine Woche gefiebert, ob ich gezogen werde oder nicht. Und da war er dann: mein erster Buchgewinn. Und damit ist dann alles ins Rollen gekommen.

Welches Buch, welches nicht aus deinem Lieblingsgenre stammt, hat dich so beeindruckt, dass du ihm 5 Sterne gegeben hast?
Das war ganz klar "Dance or die", das von der Loveparade-Katastrophe aus Duisburg handelt. Ich lese nicht allzu oft Tatsachenbücher, aber dieses wollte ich lesen. Und es hat mehr als 5 Sterne verdient!

Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?
Meine Gedanken sinnvoll in Reih und Glied zu bringen. Ich notiere mir nie etwas mit, daher fallen mir gewisse Dinge dann immer erst beim Schreiben ein. Ich schreibe meine Rezensionen auch durcheinander, das bedeutet, was mir einfällt wird getippt, und dann in ein System gebracht, damit es dann zum Schluss auch einen Sinn ergibt.

Welches Buch würdest du einem anderen Leser ans Herz legen?
Da fallen mir mehrere ein: Dance or die, Alles still auf einmal, die Oral History vom 09.11.2001, für Kinder: Mondküken, das Neinhorn. Little women, Dracula, YORN (Diogenes Verlag).

Wonach wählst du die Bücher aus, die du liest?
Ob mich der Klappentext anspricht und mir die Optik gefällt. Klingt doof, ist aber so. ;-) Wenn mich das Buch nicht anspringt, greife ich später zu Hause auch nicht danach, um es zu lesen.

Auf welchen Autor bist du auf Grund deines Bloggens aufmerksam geworden?
Katrine Engberg, Sarah J. Maas und Kenneth Oppel

Schreibst du für jedes Buch, das du liest, Rezensionen?
Seit ich auf Bookstagram bin, ja. Vorher habe ich das nur sporadisch getan, und da auch nur beim großen A.


Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
Unter dem Label "Blogger Wanted" findet ihr alle Blogger, die ich hier vorstelle.
Vielleicht möchtest du auch dabei sein? Dann kommentiere doch den Beitrag. 😊

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Montag, 7. September 2020

Kerstin Gier "Silber - Das zweite Buch der Träume"



Kurze Zeit hat man verschnauft, schon geht es spannend mit dem zweiten Teil der "Silber" Trilogie weiter.

Das zweite Buch setzt mit ein wenig Versatz zum ersten Buch ein und man trifft alle Hauptfiguren aus dem ersten Band wieder (ich würde definitiv dazu raten, die Bücher in der vorgegebenen Reihenfolge zu lesen).
Ohne zuviel verraten zu wollen, der Bruch, der zum Ende des ersten Bandes durch die Clique gegangen ist, lässt sich auch im zweiten Band nicht reparieren.
Henry und Liv gehen weiterhin in die Traumwelt, während sich die anderen erstmal zurückziehen. 
Bis, ja bis, Livs kleine Schwester anfängt schlafzuwandeln. 
Die Ereignisse überschlagen sich daraufhin und auch der Blog schürt das Klima an der Schule, denn auf einmal sind alle gegen Liv und ihre kleine Schwester. Woher kommt der Blog an solche privaten Geheimnisse?
Der zweite Teil steht dem ersten in Spannung, Witz und Handlung in nichts nach. Es wird ein neuer Handlungsstrang eingeführt, wodurch die Geschichte anknüpft, aber ihren eigenen Inhalt hat.

4 von 5 Türen

Donnerstag, 3. September 2020

#AutoralsLeser: Beatrice Regen

Oftmals nehmen wir Leser in einer Person nur den Autor war, doch das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit.
Ein Autor ist auch selbst ein Leser und ist durch das, was er gelesen hat beeinflusst. Doch spiegelt sich das Gelesene im Geschriebenen wider?
Wollen wir doch einmal sehen.  😉
Heute hat diese Autorin die Fragen zu ihrem Leseverhalten beantwortet: 


Beatrice Regen

1. Welches sind die drei besten Bücher, die du je gelesen hast?
Ganz spontan:
Die Säulen der Erde von Ken Follett
Feuer und Stein von Diana Gabaldon
und
Blutverrat von Tom Wood

Ehrlich gesagt bin ich mir aber gar nicht sicher, wie „wahr“ diese Aussage ist bzw. wie lange sie noch wahr bleibt, da sich mein Lesegeschmack regelmäßig ändert. Momentan bevorzuge ich nämlich Thriller gegenüber historischen Romanen (daher habe ich Blutverrat auch genannt, das ist einer der letzten Thriller, die ich gelesen habe, und er hat mir insgesamt ganz gut gefallen). Trotzdem hat mich bisher kein Thriller so beeindruckt wie ich es bei „Die Säulen der Erde“ und der Highland-Saga von Diana Gabaldon in Erinnerung habe. Es ist schon Jahre her, dass ich diese Bücher gelesen habe und trotzdem kann ich mich noch sehr gut in Einzelaspekte der beiden Romane hineinversetzen. Und dass mir die Romane und die Charaktere so gut in Erinnerung geblieben sind, spricht schon sehr dafür, dass die Autoren hier gute Arbeit geleistet haben. Beide historischen Romane haben meiner Meinung nach eine sehr interessante/spannende Handlung und nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenfiguren sind einzigartig und gut gezeichnet. Ich konnte mich sehr leicht in die Situationen hineinversetzen und mit den Charakteren mitfiebern – das macht für mich gute Bücher aus.

2. Wo liest du am liebsten?
Ich lese am liebsten in einem Café oder auch einfach ganz gemütlich auf der Couch. Das Schöne am Café ist, dass ich mir dann meistens ganz bewusst nur Zeit dafür nehme und alles andere einfach ausblenden kann. Mit einem Kaffee und einem Stück Kuchen dazu steigt die Gemütlichkeit natürlich auch nochmal. Am Öftesten lese ich aber tatsächlich im Zug oder beim Warten auf den Zug. Das hat auch etwas sehr Entspannendes und hilft, die Wartezeiten zu überbrücken. Ich kann es also nur jedem Zugfahrer empfehlen! Mich stört es dann nicht einmal, wenn mein Zug etwas Verspätung hat 😉

3. Welches Buch hast du zuletzt gelesen und würdest es weiterempfehlen?
Zuletzt habe ich das Jugendbuch „Mein Sommer auf dem Mond“ von Adriana Popescu gelesen und ja, ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen. Ich selbst habe es übrigens aufgrund einer Empfehlung gelesen. Selbst hätte ich vermutlich gar nicht danach gegriffen, aber ich bin jetzt sehr froh, dass ich es gelesen habe. Es geht um Jugendliche in einem Therapiezentrum und trotz des ernsten Themas ist es einfach schön zu lesen gewesen. Auch hier konnte ich mich wieder gut in die Charaktere hineinversetzen und nachvollziehen, mit welchen Problemen sie zu kämpfen hatten. Der lockere Schreibstil hat sein Übrigens getan, dass ich am liebsten gar nicht aufgehört hätte zu lesen. Das Buch hat mich wirklich super überrascht und mir noch einmal mehr gezeigt, dass es ganz schön sein kann, nicht immer nur die favorisierten Genres zu lesen – den Tipp zu diesem Roman habe ich übrigens von Blogger-Kollegin Steffi von Angeltearz liest bekommen.

Nachdem ihr nun wisst, was sie liest, könnt ihr hier schauen, was sie schreibt:
http://www.beatrice-regen.de/
https://www.facebook.com/regenbeatrice

In diesem Sinne, fröhliches Lesen und freut euch auf die nächste Woche und auf einen weiteren Autor.

Dienstag, 1. September 2020

Gytha Lodge "Wer auf dich wartet"



Ein Mann sieht spät abends auf seinen Laptop. Die Anwendung Skype ist geöffnet. Er sieht, wie eine Frau die Wohnung betritt und ins Bad geht. Kurz darauf erscheint eine weitere Person. Diese geht auch direkt ins Bad. Man hört kurz Geräusche, dann schleicht die Person wieder heraus und verlässt die Wohnung.

Der Mann ist hin und her gerissen und meldet sich letztlich ohne Namen bei der Polizei. Doch was war passiert?
Monate zuvor lernen sich ein Mann und eine Frau auf einer Hochzeit kennen. Der Mann ist fasziniert von der Frau und überschüttet sie mit Komplimenten a la "Du bist wunderschön". Sie ist ganz verzaubert von ihm, nur ihre Freunde trauen ihm von Anfang an nicht über den Weg.
Das Buch "Wer auf dich wartet" erzählt die Geschichte von Zoe und ihren Freunden. Alle sind auf ihre verschiedene Art voneinander abhängig, sei es durch eine Form der Liebe, eine Form des Hasses oder der reinen emotionalen Abhängigkeit. 
Die Beziehung zu Aidan, die in Rückblenden erzählt wird, erschwert die Freundschaft zwischen Zoe und ihren Freunden, da alle ihre eigenen Gedanken und Interessen haben und die Freunde sich in vielerlei uneins sind.
Als DCI Jonah Sheens mit seinem Team zu ermitteln beginnt, stößt er auf eine Wand des Schweigens und oftmals werden ihm nicht die Informationen zugetragen, die den Fall der Lösung näher bringen, sondern alle Freunde versuchen sich ins beste Licht zu rücken, auch auf die Gefahr hin, dass es die Ermittlung behindert.
Dies ist bereits der zweite Band um DCI Jonah Sheens und obwohl ich den ersten Band nicht gelesen habe, konnte ich dem Buch gut folgen.
Es ist spannend geschrieben und durch die Zeitenwechsel bleibt die Aufmerksamkeit immer im Buch gefangen. 
Die Charaktere sind für einen Krimi gut ausgearbeitet und man erhält zusätzlich zum Fall auch einen Einblick in den Alltag und das Leben der Polizei in England.
5 von 5 Polizisten