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Freitag, 22. August 2025

R. L. Stine "Das Phantom in der Aula"

Nein, ich habe nicht versehentlich das gleiche Foto noch einmal hochgeladen.
Ich habe wirklich schon den nächsten Gänsehaut-Roman gelesen, sie haben einen kleinen Suchtfaktor. ;-)
Tatsächlich ist es aber auch der vorerst letzte, ich muss mir erstmal weitere Bände besorgen oder ggf auch ausleihen.

Worum ging es bei dieser Episode?
In einer Schule soll ein Theaterstück ausgeführt werden. Ein Theaterstück, was schon vor siebzig Jahren auf die Bühne hätte kommen sollen, wenn der Hauptdarsteller nicht in der Nacht vor der Premiere verschwunden wäre. Seitdem ranken sich Rätsel und Mysterien um das Stück. Erst eine ambitionierte Lehrerin will dem Spuk ein Ende machen und die Premiere endlich nachholen.
Doch sie hat die Rechnung ohne das Phantom gemacht. Gibt es abseits des Stückes wirklich ein Phantom? Oder kann Alex sich mit seinen Scherzen einfach nicht zurückhalten?

Bei diesem Band hat mir besonders die Mischung aus Witz und Grusel gefallen. Durch die Witze wirkt der Grusel an bestimmten Stellen noch intensiver und man kann förmlich die alte Aula knarzten und quietschen hören. Großes Kopfkino ist garantiert. Bisher der beste Roman für mich aus der Serie, wenn auch nur knapp.

5 von 5 Theaterrequisiten 

Montag, 18. August 2025

R. L. Stine "Der Werwolf ist unter uns"

Und wieder gibt es eine kleine Runde Nostalgie. Nachdem die beiden letzten Bücher aus der Gänsehaut-Reihe Kurzgeschichten-Sammlungen waren, gab es jetzt gruseln in Romanlänge.

Besessen davon einen Werwolf zu fangen, verschlägt es Vater und Sohn nach Europa und dort in einen tiefen, dunklen Wald. Tagelang liegen sie auf der Lauer, bis der Vater einen Fallensteller als Werwolf ausmacht. Die große Maschinerie des Marketings wird angeworfen und kurz vor Kundgebung geschieht das Unfassbare.

Im Gegensatz zu den modernen Thrillern, in denen noch eine Abwegigkeit und noch eine Unmöglichkeit einen unglaublichen Täter hervorbringt, sind diese Bücher klarer in ihren Intentionen. Sicherlich ist das zum einem der Tatsache geschuldet, dass es sich um Kinderbücher handelt und zum anderen muss auf der Länge die Geschichte logisch zu Ende erzählt werden.

Spannung schafft der Autor in jedem Fall und wenn mir gerade kein Fell wächst, stehen mir die Haare doch noch ein wenig zu Berge.

4,5 von 5 Werwölfen

Dienstag, 5. August 2025

Ben Guterson "Das World Famous Nine"

Willkommen im "World Famous Nine", dem Kaufhaus, in dem wirklich alle Wünsche erfüllt werden. Neben Verkaufswaren, gibt es zahlreiche Restaurants und Cafés, eine Dachterrasse mit Blick auf das hauseigene Riesenrad, einen Leseraum für die Angestellten, eine Galerie und und und …

Doch als Zander von seinen Eltern zu der Inhaberin Zina, welche zugleich seine Oma ist, gebracht wird, häufen sich die Zwischenfälle in dem wunderschönen Kaufhaus. Während die ersten Tage der Erkundung des Gebäudes dienen, wird Zander immer mehr in die Geschichte des Haus hineingezogen und entdeckt, dass es ein Rätsel zu lösen gibt, was über die Zukunft des Kaufhauses entscheiden wird.

Wer bereits Bücher von Ben Guterson gelesen hat, weiß um seine Liebe für Rätsel und Gedanken, die man um die berühmte Ecke betrachten muss. So ist es auch hier.
Zander macht in den paar Tagen eine unglaubliche Entwicklung durch und ist nach den Ereignissen nicht mehr derselbe Junge wie zu Anfang der Geschichte.
Im Gegensatz zu seiner Reihe "Winterhaus" ist es hier an manchen Stellen ein wenig überzeichnet und man könnte fast meinen, man liest eine Heldengeschichte aus der Antike. Auch sprachlich bin ich an manchen Stellen nicht sicher, ob die Einordnung ab neun Jahren nicht etwas zu viel von einem jungen Leser erwartet, da der verwendete Wortschatz sehr beachtlich ist.

Schlussendlich ist es aber wieder ein gelungenes Buch, was die Neugier von Kindern bestärkt und sie anhält sich mit Rätseln zu befassen.

4 von 5 Aufzügen

Freitag, 20. Juni 2025

R. L. Stine "Gänsehaut - Das nervenzerfetzende Buch der Schauergeschichten"

Und weiter geht's in die vermeintliche Vergangenheit. 
Eigentlich hätte ich diese Bücher als Jugendliche lesen müssen, habe ich mir sagen lassen. Doch irgendwie sind die Bücher an mir vorbeigegangen. Oder aber erst der Grusel des Lebens lässt einen über die eine oder andere Geschichte eher schmunzeln denn gruseln.
Aber der Reihe nach: Wie schon in dem anderen Sammelband umfasst auch das 'Nervenzerfetzende' einen Roman und dazu acht weitere Kurzgeschichten.
Während der Roman mich eher durchschnittlich begeistert, sind bei den Kurzgeschichten ein paar wirkliche Highlights dabei.
Da werden Kobolde lebendig, Kuschelbären sind nicht das, was sie zu sein scheinen oder auf einmal ist der Protagonist nicht so ganz ein Mensch. Wirklich zum Lachen denn zum Gruseln hat mich die Erzählung "Pflaumenkur" gebracht. Herrlich. 
Natürlich darf man den 80iger oder auch noch 90iger-Jahre-Grusel nicht mit der heutigen Zeit vergleichen. Allerdings würde ich sonst nicht zum Buch greifen. Wie die Reihe schon selbst sagt, soll man beim Lesen einen Schauer oder auch eine Gänsehaut verspüren und nicht in eine Panikattacke rutschen. Die kurzen Texte lassen sich perfekt kurz vor dem zu Bett gehen lesen, wenn man keine Lust mehr auf einen umfangreichen Roman oder einen komplizierten Thriller hat.
Also ab zum Kinderregal und in Nostalgie schwelgen.

4 von 5 Schauern

Montag, 9. Juni 2025

Nina George und Jens J. Kramer "Die magische Bibliothek der Buks - Das verfluchte Medaillon"

Die Welt - sowohl die reale als auch die Buchwelt - ist in Gefahr. Nachdem drei der Kinder in ein Buch gefallen sind, gilt es, sie möglichst schnell zu retten. Aber guter Rat ist bekanntlich teuer. Einerseits darf nur möglichst wenig Aufsehen erregt werden, doch gleichzeitig steht die Stadt Kopf, weil unter anderem die Tochter der Ministerin verschwunden ist.
Doch für die Buks enden die Probleme damit nicht. Die Bleichkrankheit grassiert weiterhin in den Büchern und der Grund dafür bleibt lange im Dunkeln. Was fast genauso so schlimm ist, sind die Anomalien, die eintreten, seitdem die Kinder in die Handlungen der Bücher eingetreten sind. Sinn und Aktionen der Figuren werden plötzlich willkürlich und die Geschichten drohen auseinanderzubrechen. Gut, dass hier Hilfe von innen erfolgt und die Buks nicht allein sind.

Der zweite Teil setzt fast nahtlos die Erzählung des ersten Bandes fort. Viele Figuren des ersten Bandes tauchen im zweiten erneut auf oder werden hier in ihrem Wesen weiter aufgebaut. Gerade die Bösewichte der Reihe erleben in dieser Episode ihren großen Auftritt und zeigen, wie die Welt vermeintlich zu sein scheint.
Doch die beiden Autoren bleiben bei den Problemen nicht immer vordergründig. Gerade bei einzelnen Charakteren versuchen sie kindgerecht zu zeigen, warum sie sich so entwickelt haben und weisen grundlose Boshaftigkeit in ihre Schranken.
Kleine Charaktere, allen voran die Buks, wachsen über sich hinaus und während man liest, schleicht sich das Gefühl einer Wärme zum Detail ein. Jeder kann alles schaffen, spricht aus so vielen Sätzen, dass man gerade in den dunklen Momenten trotzdem schmunzeln muss.

4 von 5 Buks 

Donnerstag, 5. Juni 2025

Micke Bayart "Als Pippi nach Deutschland kam"

Sollte man zwei Sachbücher über Astrid Lindgren kurz hintereinander lesen?
Vor einigen Wochen hatte ich "Die unbekannte Astrid Lindgren" gelesen, in dem es hauptsächlich um ihre Tätigkeit als Herausgeberin und Verlagsmitarbeiterin ging. Spannend geschrieben wollte ich mehr über die Autorin hinter den Büchern erfahren und nahm "Als Pippi nach Deutschland kam" zur Hand. Nach den ersten ein, zwei Kapiteln hatte ich den Eindruck erneut "Die unbekannte Astrid Lindgren" zu lesen, da viele Inhalte, nicht Formulierungen, sehr dem ersten Buch glichen. Da ich das Buch mit einer Freundin zusammen las und mich mit ihr darüber unterhielt, las ich weiter und erkannte, dass nur die einleitenden Kapitel Überschneidungen besitzen, sich die Bücher danach aber inhaltlich und strukturell sehr unterscheiden.
Der Autor lässt viele Beteiligte aus den Verfilmungen zu Wort kommen und erklärt sowohl die historischen als auch kulturellen Hintergründe. Immer untermalen Astrid Lindgrens eigene Worte die Texte und auch die Zusammenarbeit mit dem Oetinger Verlag wird immer wieder herausgehoben.
Von den Versuchen Pippi in ihrer Art und Weise zu verändern, damit sie in der DDR veröffentlicht werden konnte, über die Dreharbeiten, bis hin zu den verschiedenen Darstellern von Pippi und anderen Verfilmungen wie Michel oder Ronja Räubertochter, ist auch dieses Buch ein Zeitdokument.
Es zeigt die Unterschiede in der Kindererziehung in Schweden, Deutschland und der DDR. Es zeigt, wie sehr darum gekämpft wurde, Kindern schöne und wohlwollende Literatur zugänglich zu machen und dabei auch das aufkommende Fernsehen zu integrieren.
Wer mehr über Pippi, Astrid Lindgren und die Nachkriegszeit erfahren will, sollte zu diesem und auch zu "Die unbekannte Astrid Lindgren" greifen.

4,5 von 5 kleinen Onkeln 

Sonntag, 11. Mai 2025

Priscilla Galloway "Alchemist, Bogenschütze und 98 andere Jobs aus dem Mittelalter"

Schon vor einiger Zeit habe ich es mir angewöhnt, neue Themenbereiche durch Kinderbücher anzueignen. Warum?
Nun, eigentlich ist es ganz einfach. Man wird nicht unnötig mit Begriffen konfrontiert, die einem noch nichts sagen und ich kann mir Wissen nach und nach aufbauen.
Ein weiterer Pluspunkt: Kinderbücher sind oftmals bebilderter als Erwachsenenbücher, was mir beim Lernen eine weitere Stütze ist. Denn bekanntlich lernt man durch mehrere Reize schneller.
Aber nun zum Punkt.
Dieses 94-seitige Kinderbuch stellt insgesamt einhundert Berufe aus dem Mittelalter vor. Dabei sind verschiedene Schwierigkeits- und Ekelgrade vorhanden, denn seien wir einmal ehrlich, unsere Nasen hätten im Mittelalter wirklich Probleme, die Gerüche oder vielmehr den Gestank auszuhalten.
Meist werden zwei Berufe auf einer Seite vorgestellt und mit einer charmanten Bebilderung versehen. Dabei kommt es öfters vor, dass die Bilder eine kleine Anekdote aus dem Berufszweig erzählen und man so über den Text hinaus einen Einblick in den Berufsalltag bekommt.
Weiterhin gibt es kleine Schaukästen, in denen kindgerecht der Unterschied zwischen Zünften und Gilden erläutert, die Ausbruch der Pest geschildert und der Lehnseid erklärt wird.
Angefangen mit einer kleiner Einführung in das Mittelalter werden die Berufe ihrer Zugehörigkeit nach zusammen vorstellt. Da gibt es Brot-Jobs, religiöse Berufe oder auch Reiseberufe. Unterteilt in zehn Bereiche lernt man viele Berufe kennen, die es heute nicht mehr gibt oder es kristallisieren sich kleine, aber feine Unterschiede zwischen den einzelnen Berufen heraus (z.B. Bader, Arzt und Chirurg).
Als Einstieg in die mittelalterliche Arbeitswelt perfekt geeignet, aber natürlich eine sehr oberflächliche Betrachtung, die man im Anschluss vertiefen kann.

4,5 von 5 Ausrufern

Samstag, 19. April 2025

Kjell Bohlund "Die unbekannte Astrid Lindgren"

Lehne ich mich zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, jeder, aber wirklich jeder, hat schon einmal etwas von Astrid Lindgren gelesen? Oder zumindest etwas von ihr im Fernsehen angeschaut? Pippi, Michel, Ronja, Mio, Karlsson oder die Kinder aus Bullerbü. So viele Welten hat sie in den Zeiten nach dem Krieg erschaffen und auch heute noch sind ihre Bücher gern gelesen.
Doch was steckt hinter "die unbekannte Astrid Lindgren"?
So sehr ich mich mit der Autorin schon beschäftigt habe, bisher war mir ihre weitreichende Rolle bei Rabén & Sjögren im wahrsten Sinne des Wortes unbekannt.
Denn sie war dort nicht eine Sekretärin oder Lektorin. Nein, sie bestimmte mit Hans Rabén, zumindest offiziell, denn inoffiziell entschied sie oftmals selbst, welche Manuskripte angenommen wurden und welche nicht. Sie schaffte diese Arbeit auf halber Stelle, mit zwei Kindern und sie fand nebenher die Zeit zahlreiche eigene Bücher zu schreiben und durchs Land zu tingeln und die neuen Verlagsbücher vorzustellen.
Unglaublich? Ist aber belegt.
Kjell Bohlund hat sich durch Briefe, Texte und anderweitige Korrespondenz von Astrid Lindgren gelesen, sowie einige ihrer Weggefährten interviewt. Unterlegt mit Fotos und Zitaten aus Reden, Briefen und anderweitigen Texten formt er im Buch ein Bild von Astrid Lindgren, welches das bereits bestehende um ein Vielfaches erweitert.
Es war schon ein Drahtseilakt, in dem Verlag, in dem sie selbst veröffentlichte auch für das Verlagsprogramm zuständig zu sein. Doch der überwiegende Teil der Befragten findet ihre Vorgehensweisen mehr als gerecht und Nörgler gibt es leider immer und überall.
Abgerundet wird das Buch durch die Geschichte des Oetinger Verlags. Schon früh nach Verlagsgründung lernen sich Verleger und Astrid kennen und dem Verkauf ausländischer Lizenzen steht nichts mehr im Weg.
Ein wundervolles Buch über Kinderliteratur, Literatur im Allgemeinen, die Nachkriegszeit und über die Buchbranche.

5 von 5 Herausgeberinnen

Freitag, 4. April 2025

Carsten Henn "Die goldene Schreibmaschine"

Worte können die Welt verändern.
Emily ist ein junges Mädchen, welches durch ihre Ordnungsliebe den Mitschülern eher negativ auffällt. Und trotzdem ist sie nicht der Liebling ihres Lehrers. Immer wieder holt er sie an die Tafel und lässt sie vor der Klasse gerne dumm da stehen. Nur ihre beiden besten Freunde halten in jeder Situation zu ihr. Doch die liebste Zeit des Tages ist für Emily der Moment, in dem sie in die Anna Amalia Bibliothek zum Lesen darf. Dann ist die Welt für sie in Ordnung. Doch Seltsames geschieht hier und nach einigen Erkundungen steht Emily vor einer goldenen Schreibmaschine, die eine große Macht hat. Eine Macht, die nicht in die falschen Hände geraten darf.

Carsten Henn hat schon mit "Der Buchspazierer" gezeigt, dass er Bücher und Leser versteht. Mit seinem ersten Jugendbuch wagt er sich auf neues Terrain. In einer Geschichte, wie es wäre, wenn man bereits geschriebene Bücher verändern könnte und somit auch die vermeintliche Realität ändern würde, nimmt er die Leser auf eine phantastische Reise mit. In die Wärme der Literatur gebettet, erzählt er, wie der Schulalltag Kinder beeinflusst und was es heißt, für sich das Beste zu wollen, ohne dabei die Folgen zu bedenken. Abgeleitet von historischen Ereignissen zeigt sich, welche Macht Worte haben und wie sie die Menschen zum Guten oder zum Schlechten beeinflussen können. Die Geschichte umfasst so viele Facetten, dass man sie gar nicht in einer Rezension aufgreifen kann. Doch es sei gesagt, wer Bücher liebt, Erzählungen lebt und auch vor ernsthaften Themen nicht zurückschreckt, der wird dieses Buch als eines der besten seiner Gattung feiern.

5 von 5 Schreibmaschinen

Montag, 10. Februar 2025

R.L. Stine "Gänsehaut - Das haarsträubende Buch der Schauergeschichten"


Nach dem ersten Gänsehaut-Buch habe ich direkt Lesenachschub bekommen.

In "Gänsehaut - Das haarsträubende Buch der Schauergeschichten" gibt es mehrere Geschichten von unterschiedlicher Länge zu lesen. Die einzelnen Erzählungen spielen dabei mit den jeweiligen Ängsten, die man als Kind der 1980er gehabt haben könnte.

Man merkt beim Lesen allerdings schnell, dass die Bücher schon ein paar Jahre auf dem Markt sind. Die Dinge, die hier als Schauer gezeigt werden, würden wahrscheinlich heute keinen Jugendlichen mehr Angst machen. Jahrmärkte, geheimnisvolle Gänge und dabei immer eine Gruppe von Kindern, die mindestens eins erschrecken wollen …

Doch gerade durch ihre zeitweilige Vorhersehbarkeit haben die Texte einen unglaublichen Charme, sodass man sich beim Lesen unter eine Decke kuschelt und vielleicht ein bisschen unter ihr verschwindet, wenn genau zeitgleich zum Text der Dachboden knarzt.

Nostalgie und Charme, das stelle ich in letzter Zeit vermehrt fest, sind eine gute Grundlage dafür, dass es sich um eine angenehme Lektüre handelt. Der nächste Sammelband wartet bereits auf dem SUB.

4 von 5 Schauern

Dienstag, 12. November 2024

R. L. Stine "Gänsehaut - Die unheimliche Kuckucksuhr"

Es gibt diese Kinderbücher, die man auch als Erwachsener nie vergisst.
Und es gibt die Kinderbücher, die in der Kindheit einfach an einem vorbeiziehen.
Letztens stehen wir im Antiquariat und dieses Buch taucht aus den dunklen Ecken der Regale auf.
Euphorie bei den anderen, bei mir: Ratlosigkeit.
Schnell war klar, die Bildungslücke ist zu schließen.

Und so saß ich die letzten Tage schmunzelnd über meinem ersten Gänsehaut-Buch.

Das Leben hat natürlich zwischenzeitlich die eine oder andere Gänsehaut beschert und so ist nicht Grusel, welcher mich durch die Seiten begleitet.
Vielmehr ist eine Geschichte, die zeigt, wie anders das Leben als Kind ist, wo die Prioritäten liegen und worum man sich sorgt.
Ein Ausflug in eine Zeit, die so ganz anders war, obwohl sie Teil von einem ist.

Das Rätsel um die Kuckucksuhr und die damit verbundene Zeitreise sind charmant zu lesen und ich merke schnell, manche Dinge sind einem immer peinlich, egal, wie alt man wird.

In kurzen Kapitel wird die Geschichte schnell und dynamisch erzählt und wer weiß, vielleicht treffe ich in einem Antiquariat auf ein weiteres Buch und wage eine neue Zeitreise.

4 von 5 Kuckucksuhren 

Montag, 4. November 2024

Anja Stürzer "Somniaveris"

Eigentlich hatte sich Jochanan die Rückreise anders vorgestellt, doch als er wieder im Jahr 2121 ankommt, leugnen seine Eltern durch die Zeit gereist zu sein.
Warum?
Was war daran falsch?
Doch warum ist Akascha mitgekommen und warum darf er sie nicht sehen?

Mit vielen Fragen beginnt der zweite Teil um Jochanan, Akascha und Merlin. Während man als Leser jedes der fünf Kapitel hauptsächlich an der Seite eines Charakters erlebt, wird nahezu nebenher die Handlung vorangetrieben und diese ist zu Anfang noch recht diffus.

Anja Stürzer legt erst nach und nach und mit der Hilfe ihrer Figuren die Karten auf den zukünftigen Tisch und beleuchtet dabei nicht nur die reine Problematik, dass man sich selbst bei Zeitreisen nicht begegnen darf (wer denkt hier nicht an "Zurück in die Zukunft"?), sondern auch, dass ein Zeitsprung für die individuellen Charaktere zu Komplikationen führen könnte.
Denn was ist Ursache und was ist Wirkung?
Wo beginnt eine Zeitschleife? 

Spannend erzählt sie, was sich innerhalb eines Jahrhunderts ändern kann und was es heißt, für so ein wichtiges Projekt wie Zeitreisen Verantwortung zu übernehmen. Denn Verantwortung birgt unglaublich viele Gefahren.

Gerade die Perspektivwechsel unterstreichen die Vielschichtigkeit des Themas, da man immer wieder andere Blickwinkel des gleichen Probleme betrachtet. Ein Werk, dass einen über die Zukunft und ihre Chancen und Risiken nachdenken lässt.

4 von 5 Ampullen

Rezensionsexemplar vom Oldib-Verlag: oldib-verlag.de/belletristik/

Dienstag, 15. Oktober 2024

Bine Pauli "Lou und der geheimnisvolle Süßigkeitenschatz"


Lou ist ein kleines, gewitztes Eichhörnchen.
Er hat es schön in seinem Wald und doch träumt er immer wieder von einem Süßigkeitenschatz. Was, wenn es diesen irgendwo in weiter Ferne gibt?
Allein macht er sich aus seinem Wald auf und entdeckt, wie viele andere Tiere es im Wald oder in seiner Umgebung gibt.
Von jedem Tier lernt Lou etwas und trotz all der Aufregungen hat er niemals Angst.

Dieses kleine, wunderschöne Kinderbuch ist ein Mutmacher. Mutig zu sein, die Welt zu entdecken, neue Sachen auszuprobieren und sich dabei aber immer gewiss zu sein, was man im Leben schon alles hat. Lou ist aufgeschlossen gegenüber Fremden und sein Charakter strahlt auf jeder einzelnen Seite. Mit 36 Seiten ein eher dünnes Buch wird der Text mit vielen Bildern, generiert durch Midjourney, unterstützt. Das Eichhörnchen bei der Wanderung, beim Schlafen, bei seinen neuen Freunden. Bilder und Texte harmonieren sehr gut miteinander und die Autorin hat ein Werk geschaffen, dass man sowohl für Kinder als auch später für Erwachsene nutzen kann, um Freude und Neugier auf das Leben zu schüren und zu zeigen, dass viele schöne Dinge im Leben gibt, die es zu entdecken gilt.

Ohne den moralischen Zeigefinger kommt das Buch aus und zeigt schlicht über die Geschichte, wie man das Positive entdecken kann, wenn man danach Ausschau hält.

4,5 von 5 Waldbewohnern

Rezensionsexemplar vom Paramon.de/kinderbuch-verlag

Mittwoch, 4. September 2024

Nina George und Jens J. Kramer "Die magische Bibliothek der Buks"

Kinderbücher werden oftmals abgetan, dass sie für Erwachsene nicht lesenswert seien. Wie unrecht diese allgemeine Tatsache den Büchern tut, erlebt man gerade bei diesem Buch. Viele kleine versteckte Hinweise auf Klassiker der Weltliteratur oder auch auf das allgemeine Weltgeschehen versteht man erst zur Gänze, wenn man schon viele Bücher gelesen hat.

Aber ich greife vor: Die vier Kinder Mira, Nola, Finn und Thommy sind eigentlich normale Schulkinder, wenn da nicht immer leicht der Drang zum über die Stränge schlagen wäre. Eines Tages entdecken sie ein verstecktes Gebäude, in dem Buks - Buchschutzgeister - leben und die Bücher vor ihrer Vernichtung beschützen, denn, in der Welt gibt es keine Bücher und auch keine Träume mehr.
Das Orakel der Buks hat die Kinder auserwählt, die Verbindung nach Draußen wieder herzustellen und so müssen die überwachten Kinder immer wieder Wege in die Bibliothek finden - und das natürlich unentdeckt.

Eine Welt ohne Bücher? Allein für diesen Gedanken müsste man das Buch unter Horror einsortieren. Doch tatsächlich ist das Buch, das als Start einer Reihe dient, soviel mehr. Es ist eine Ode an die Freundschaft, an das Lesen, an das Denken und auch daran, zu erkennen, was es zu beschützen gilt.

Alles im Buch ist auf Kleinigkeiten ausgelegt, allein die Namen der Buks sind mit Liebe zum Details ausgesucht und die Figuren entsprechend konzipiert, dass einem beim Lesen immer weiter das Herz aufgeht. Gerade die Kapitel in der Bibliothek haben eine so starke Sogwirkung, dass man förmlich durch die Seiten gleitet.

4,5 von 5 Buks

Donnerstag, 15. August 2024

Peter Stamm "Otto von Irgendwas"

Es ist cool, ein Schloss zu besitzen. Man kann durch die Gänge tollen, sich verstecken und die Weiten der Flure erkunden. Doch wenn man bis auf die Angestellten allein dort lebt, ist es nicht sehr abwechslungsreich. Otto von Irgendwas hat jeden Tag den gleichen Ablauf: Fechten, Baden, Frühstücken und Lernen, denn zur Schule geht er auch nicht. Stattdessen kleidet er sich wie seine Ahnen. Doch das ist nicht weiter schlimm, denn außer seinen Angestellten sieht ihn keiner.
Bis … bis er das Liegestuhlmädchen kennenlernt.

Eine Kindergeschichte, die auch einen Erwachsenen anrührt. In kurzen Kapiteln lernen wir den kleinen Otto von Irgendwas kennen, der in seiner Nussschale so gar nichts vom Leben mitbekommt. In seinem Schloss, geführt in der Tradition seiner Ahnen, bekommt er gar nicht mit, was in der Welt um ihn herum passiert - bis zu dem Tag, an dem sich alles ändert.
Das Buch zeigt auf vielseitige Art, dass Veränderung nicht immer etwas Schlechtes bedeuten muss, sondern dass es eher darauf ankommt, was man daraus macht und mit wem man es tut.
Die Bilder von Ole Könnecke untermalen sehr passend die Stimmung des Buches und so hält das Buch neben der wichtigen Grundidee einige Schmunzler bereit.

Ein Buch für kleine und große Menschen -  mit dem Auftrag, das Herz ein kleines bisschen leichter zu machen.

5 von 5 Schlössern

Samstag, 13. April 2024

Nadine Buch "Gruselstunde: Der vergessene Ort"

Still ruht der See; was bei anderen Geschichten heimelig wirkt, ist bei dieser Geschichte nur der Anfang von etwas Unerklärlichem. Als Jule mit ihren Freundinnen an einem warmen Sommertag zum See geht, scheint alles in friedlicher Stille zu liegen. Bis ... Jule anfängt Fotos von sich für ihren Schwarm zu machen. Auf den Bilder sieht sie einen Schatten, der dort nicht sein dürfte. Unwesentlich später entdecken die drei Freundinnen im Wald ein altes Haus, in dem seltsame Dinge geschehen ...
In ihrer ersten "Gruselstunde" führt die Autorin Leser ab 12 Jahren in eine düstere Geschichte, in der es um Rache und nicht gewährte Vergebung handelt.
Parallel skizziert sie den Schulalltag der drei Mädchen, der im Vergleich zu dem Geheimnis wie ein Spaziergang wirkt. 
Die Emotionen, und somit auch das Gruseln, halten sich die Waage und man kann entspannt mit den drei Freundinnen mitfiebern, wenn es um die Lösung des Rätsels geht.
Eine unterhaltsame Gruselgeschichte mit leicht mystischen und schaurigen Zeilen weckt die Neugier und man fliegt nur so durch die Seiten. Wer sich nicht zu viel gruseln möchte, sollte das Buch lieber bei Tageslicht lesen. 😊

4 von 5 Gruselstunden

Sonntag, 31. Dezember 2023

Walter Moers "Die Schimauski-Methode"


Wem ist Walter Moers kein Begriff?
Eben.
Doch Professor Doktor Schimauski? Dieser sensationelle Erfinder oder auch Entdecker war mir bis vor ein paar Wochen noch unbekannt. In einem Antiquariat in Mannheim kreuzte er meinen Weg und die gemeinsame Lesezeit war schnell eine beschlossene Sache.
Doch mal unter uns, ich hätte das nicht erwartet ...
In sieben Interviews erzählt Prof. Dr. Schimauski von seinen manchmal zufälligen Entdeckungen. Wusstest ihr zum Beispiel, dass in jedem Toaster in kleiner Drache wohnt, der euren Toast röstet? Oder dass das Schellemännchen einfach immer wegläuft, weil es Angst vor seinem Gegenüber hat?
Oder wisst ihr gar um den "Skandal im Märchenland"?
Nein? 
Dann herrscht bei euch die gleiche Bildungslücke wie bei mir, bevor ich das kleine schmale Buch zum Jahresende gelesen habe.
Walter Moers versprüht hier einen ganz anderen Charme als in seinen aktuelleren Werken und doch ist es so, dass man beim Lesen die meiste Zeit schmunzeln will, denn ernst kann man diese Interviews nicht nehmen.
Ein gelungener Lesespaß auf unter hundert Seiten und der perfekte Abschluss eines abwechslungsreichen Lesejahres.

5 von 5 Entdeckungen

Montag, 11. Dezember 2023

Andreas Suchanek "Flüsterwald - Das Weihnachtsamulett"

Wie haltet ihr es mit Weihnachtstraditionen?
Habt ihr welche und sind diese jedes Weihnachten unumstößlich?
Eine sehr schöne Weihnachtstradition hat sich Andreas Suchanek ausgedacht. Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit erscheint ein Weihnachtsspezial aus seiner Flüsterwald-Reihe.
Der Clou: Die jeweilige Kurzgeschichte spielt immer an den Tagen um Weihnachten und zeigt die verschiedenen Bräuche im und um den Flüsterwald.

Dieses Jahr ist das Weihnachtsamulett verschwunden und es droht an Weihnachten nicht zu schneien. Undenkbar!
Also machen sich die Freunde wieder auf in den Flüsterwald und ob ihr es glaubt, oder nicht, es gibt tatsächlich noch neue Völker, die wir als Lesende noch nicht kennen.
Kleine versteckte Witze, mit einer gehörigen Portion Realitätsbezug, heitern die Geschichte noch zusätzlich auf.

Eine rührende Geschichte, die auch sehr dem Weihnachtsgedanken entgegenkommt.

5 von 5 Folianten

Sonntag, 29. Oktober 2023

Tim Collins "Meisterdetektiv Sherlock Bones: Die Jagd nach den Kronjuwelen"

Sherlock Holmes ist wahrsten Sinne des Wortes "auf den Hund gekommen". Im ersten Band von Tim Collins' Reihe über Sherlock Bones wird der bekannte Detektiv zum Hund und Dr. Watson wird zur Katze Dr. Catson. Die Handlung bliebt in London, doch werden die Straßennamen angepasst. So residieren die beiden in der Barker Street oder das vornehme Viertel nennt sich Belling Hill. Neben kleinerer Diebstähle wurden die Kronjuwelen der Mops-Königin gestohlen und Inspektor Bluthund kann mit seiner Einheit von Hundewelpen den Fall nicht allein lösen. Somit ist es an dem großen Detektiv, dessen Lupe und seiner Chronistin sich des Falles anzunehmen und ihn zu lösen.
Neben der eigentlichen Geschichte gilt es für den Leser 30 Rätsel zu lösen. Bilderrätsel, versteckte Nachrichten, Vergleichsbilder, dem Rätselfreudigen stehen die verschiedenen Rätsel zur Auswahl und begleiten die Kapitel. 
Wie schon in den originalen Texten sind die Hierarchien auch in dieser Kinder-Rätsel-Geschichte offensichtlich: Sherlock Bones ist der große Held und Dr. Catson und Inspektor Bluthund sind die Nebencharaktere, die ohne den großen Detektiv den Fall nicht lösen würden.
Neben den Rätseln laden seitengroße Bilder zum Erforschen des etwas anderen Holmes/Bones-Universum ein und dem Autor gelingt es den charmanten Spagat zwischen Original und eigener Interpretation zu meistern. Der Fall ansich ist für einen erwachsenen Leser schnell gelöst und doch liest man die Geschichte auf Grund ihres Charmes gerne zu Ende.
Ein gelungener Start in eine neue, etwas andere Sherlock Holmes, ich meine, Sherlock Bones Reihe.

4,5 von 5 Hundeknochen 

Samstag, 23. September 2023

G. Z. Schmidt "Adam und die Jagd nach der zerbrochenen Zeit"

In welche Zeit würdet ihr reisen oder alternativ welchen Menschen würdet ihr retten, wenn ihr die Zeit beeinflussen könntet?
Adam lebt seit dem Tod seiner Eltern bei seinem Onkel oberhalb der kleinen Bäckerei. Viel haben sie nicht, doch sie haben sich mit dem Leben und seinen Umständen arrangiert. Eines Tages erscheint ein Mann und erzählt Adam, dass er auf dem Speicher einen Schatz besitzt. Was danach folgt sind die Unwägbarkeiten vieler kleiner und auch großer Zeitreisen, die Adam dahinführen, dass er sich seines Lebens und seiner Aufgabe darin bewusst wird.
Ob und wie Zeitreisen möglich sein könnten, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Was der Roman immer wieder betont, ist das Philosophische und Zwischenmenschliche. Ob und wie sich die Menschen oder Zeitreisen ändern oder ob die Realität ein Produkt der Zeitreise ist. Vieles ist und bleibt ein Rätsel. Die Menschen, die neben Adam die Geschichte tragen, sind so unterschiedlich, wie das Leben sie schreibt. Mal hilfsbereit und zugänglich, dann wieder in sich gekehrt oder gar bösartig, spiegeln die Charaktere das Leben und die Figuren in ihm wider. 
Beim Lesen vergisst man oftmals die Zeit -  wie wirklich passend - denn das Buch ist durchgängig spannend. Dabei wechselt das Setting zwischen historisch und mystisch ein wenig hin und her und als Leser muss man zum Ende doch ein wenig schmunzeln, wie sich alles zusammenfügt. 
Ein Roman, der neben der klassischen Unterhaltung auch, wie beiläufig, ein bisschen Wissen vermittelt. Ein kurzweiliges Vergnügen, was uns wieder einmal zeigt, man hat das Leben selbst in der Hand -  man muss nur daraus etwas machen.

4,5 von 5 Schneekugeln