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Dienstag, 29. Juli 2025

Olivier Sauzereau "Jules Verne - Eine Comic-Biographie"

Jules Vernes Leben auf 56 Seiten darzustellen erfordert eine gewisse Konsequenz, Dinge zu verkürzen und sich auf einzelne Schlüsselerlebnisse zu fokussieren.
Der Autor Olivier Sauzereau und der Maler Wyllow haben sich daran gewagt und ein wunderschönes Werk geschaffen.
Angelehnt an die klassischen frankobelgischen Comics aus den 60-er und 70-er Jahren, allerdings verbessert um einen Hauch mehr Plastiziblität bei den Figuren, zeigen die beiden Jules Vernes Lebenshöhepunkte und auch seine Tiefpunkte. 
Angefangen mit seiner Geburt wird sein Leben in sechs Kapitel aufgeteilt. In jedem wird eine oder mehrere Episoden aus dem Familien- oder Schriftstellerleben erzählt. Begegnungen, die sein Leben prägten, waren zahlreich und so ist es nicht erstaunlich, dass sich der Meister der Wissenschaftsromans auf seinen Bruder Paul und seinen Herausgeber jahrlange stütze und ihnen blind vertraute, als sich der Ruhm endlich einstellte.
Denn zu Anfang sah es gar nicht so aus, als ob er der bekannte Autor werden würde, den wir heute alle kennen und schätzen. Mit seinem Genre des Wissenschaftsromans hat er eine neue Gattung geschaffen, die die ersten Leser auch auf Grund der Details für Tatsachenberichte hielten.
Jedes Kapitel endet mit einem Faktencheck, denn nicht alle Begegnungen, die im Buch dargestellt werden, sind historisch belegt. Es wird auf Grund seines Wissens allerdings davon ausgegangen, dass er mit einigen Wissenschaftlern Kontakt hielt und sich ebenfalls von ihnen beraten ließ.
Ein Zeitstrahl mit Vernes eigener Biographie und dem Weltgeschehen bildet den Abschluss des jeweiligen Kapitels und rückt somit seine Geschichte und die der Welt nebeneinander. Gerade diese Zeitstrahle zeigen in meinen Augen deutlich, wie sehr Jules Verne von der Zeit, in der er gelebt hat, profitiert hat. Forscherdrang, Erkundungstouren, nie hatten die Menschen mehr Hunger auf die Welt und Technik wie zu dieser Zeit.
Um einen Einblick und ein Interesse für das Leben hinter den Büchern zu wecken, ist das Buch ein sehr guter Einstieg, für Kenner ist es wahrscheinlich eher ein knappe Zusammenfassung eines großartigen Lebens.

5 von 5 Abenteuern

Donnerstag, 17. Juli 2025

Christopher Lincoln "Nachts in der Bibliothek"

Jeder, wirklich jeder hat schon einmal davon geträumt, eine Nacht in einer Bibliothek zu verbringen. Doch so wie es bei den Geschwistern Page und Turner geschieht, so hätte es sich kein Kinder besser ausdenken können. 
Die Graphic Novel startet mit einem Besuch der beiden bei Bibliothek von New York.
Ihre Mission: Es gilt ein Buch schätzen zu lassen, welches ihr Vater wie seinen Augapfel hütet. Doch während sie versuchen den richtigen Ansprechpartner zu finden, bricht in der Bibliothek das reinste Chaos aus. Denn wie wir alle wissen, haben Bücher ihr Eigenleben und das plötzliche Auftauchen von Figuren, die gerade ihren Büchern entsprungen sind, gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Was aber nicht immer gelingt und so ... Aber nein, mehr verrate ich hier nicht ...

Christopher Lincoln bedient sich in diesem Band all der Klassiker, die wir Lesenden so unglaublich lieben und führt so ein jüngeres Publikum an diese Perlen der Weltliteratur. Denn während die Handlung immer weiter vorangetrieben wird, nimmt der Autor sich auch Zeit, die einzelnen Figuren und deren dazugehöriges Buch kurz vorzustellen. Somit ist die Graphic Novel beides, eine spannende Abenteuergeschichte und gleichzeitig ein Nachschlagewerk für bekannte Klassiker.
Die Mischung ist ihm gut gelungen, da Spannung und Bildung gleichwertig nebeneinander stehen und er zudem bei den Klassiker eine Auswahl an verschiedenen Genres bedacht hat. 

Gerade für Heranwachsende, die sich mit Literatur auseinandersetzen und ein Gefühl dafür bekommen möchten, was es heißt in einer Bibliothek zu arbeiten - wenn auch in real nicht ganz so fantastisch - ist dies ein Buch, was sie anregen kann, weiter zu denken und Figuren und Erkenntnisse in ihr Leben zu lassen, die Abseits von Smartphones und digitaler Berieselung einen wohlverdienten Ausgleich schaffen.

5 von 5 Bibliothekarinnen

Samstag, 28. Juni 2025

Makoto Yukimura "Vinland Saga 2"

Neben "Atelier of Witch Hat" ist über Umwege auch eine zweite Mangaserie bei mir auf dem SUB eingezogen. Während AoWH sich mit Zauberei, Büchern und verschiedenen Welten auseinandersetzt, mutet die "Vinland Saga" fast wie ein Geschichtsbuch im Mangaformat an. 

Ein Geflüchteter, ein Jäger und sein Werkzeug. So setzt sich die Geschichte fort. Während Thors einfach nur seine Ruhe genießen will, ist sie ihm nicht vergönnt. Er wird zum Aufbruch gezwungen und das mit fatalen Folgen für alle. 
Währenddessen wird ein zwielichtiger Handel abgeschlossen, der sich auf die ganzen Meere auswirken wird und auch das wahrlich nicht zum Guten.

Im Gegensatz zu der Detailverliebtheit von AoWH sind hier die Zeichnungen auf Grund der Kampfszenen oft hektisch oder bestehen auch mal gerne nur aus einem "Wusch". Man kennt das aus alten Fernsehcomics, bei denen die Animation noch nicht fortgeschritten war. 
Doch zeigt dieser Band auch tiefere Emotionen, die durch das schwarz-weiß sehr gut unterstrichen werden. Hintersinnige Emotionen und Gewalt wechseln sich in diesem Band stärker ab als noch im ersten.

Immer werden kleine historische Anmerkungen eingestreut und auch eine Sensibilität für das Leben der Wikinger geschürt. Denn Eis und Schnee machen das Leben und gerade den Ackerbau nahezu unmöglich. Doch muss man deswegen immer Krieg führen oder andere Dörfer überfallen? Vielleicht findet sich die Antwort in den nächsten Bänden.

4 von 5 Drachenköpfen

Dienstag, 22. April 2025

Makoto Yukimura "Vinland Saga 1"

Neben "Atelier of Witch Hat" ist über Umwege auch eine zweite Mangaserie bei mir auf dem SUB eingezogen. Während AoWH sich mit Zauberei, Büchern und verschiedenen Welten auseinandersetzt, mutet die "Vinland Saga" fast wie ein Geschichtsbuch im Mangaformat an. 

Die später so genannten Wikinger greifen im Frankenland eine Burg an. Dabei "unterstützen" sie vermeintlich eine Belagerung, um dann ihre eigene großzügige Beute vor den Augen der Belagerer abzuziehen. Bei ihnen ist ein junger Isländer, der eigentlich alles will, hauptsächlich seinen toten Vater zurück. Doch wie kam es dazu? Und was ist der Belagerung von England?
Die Wikinger sind immer die geschichtliche Episode gewesen, mit der ich nicht warm wurde. Oft als Brandschatzer und Mörder dargestellt, hatte ich kaum einen Bezug zu ihnen. Dementsprechend skeptisch habe ich den ersten Band zur Hand genommen. 

Im Gegensatz zu der Detailverliebtheit von AoWH sind hier die Zeichnungen auf Grund der Kampfszenen oft hektisch oder bestehen auch mal gerne nur aus einem "Wusch". Man kennt das aus alten Fernsehcomics, bei denen die Animation noch nicht fortgeschritten war. Viele Seiten beziehen sich auf Kampf, Demütigung und Brandschatzung.

Doch werden immer kleine historische Anmerkungen eingestreut und auch eine Sensibilität für das Leben der Wikinger geschürt. Denn Eis und Schnee machen das Leben und gerade den Ackerbau nahezu unmöglich. Doch muss man deswegen immer Krieg führen oder andere Dörfer überfallen? Vielleicht findet sich die Antwort in den nächsten Bänden.

4 von 5 Drachenköpfen

Sonntag, 20. April 2025

Walter Moers "Der Bücherdrache"

Der Buchling Hildegunst Zwei will unbedingt zu den Ormlingen gehören, so erzählt er es im Zwiegespräch mit Hildegunst von Mythenmetz. Um in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden, muss er zum Ormsumpf reisen und dem Bücherdrachen Nathaviel eine seiner Bücherschuppen klauen. Sozusagen als Beweis, dass er ihn getroffen hat. Weiterhin soll er ihm eine Frage stellen.
Doch das Gespräch artet ein wenig aus, denn nachdem der Hype um den Bücherdrachen nachgelassen hat, seine Angewohnheit Buchlinge zu verschlingen, fanden nicht alle so passend, ist er froh über ein bisschen Gesellschaft. Hildegunst Zwei und der Bücherdrachen sprechen über Gott und die Welt, doch dann will der Drache ihn nicht gehen lassen. Zu viele Geheimnisse hat er ihm anvertraut und so bleibt ihnen keine Wahl ...

Wer schon Bücher von Walter Moers gelesen hat, weiß, dass man sie nicht mit anderen Werken vergleichen oder gar messen kann. Der Autor hat mit seinen Welten und dem Erzähler Hildegunst von Mythenmetz ein eigenes Universum geschaffen. Seine Kreativität, sein Humor, seine Bibliophilie und die  Illustrationen erwecken jede einzelne Geschichte so zum Leben, wie ich es selten erlebt habe. Man taucht direkt in die Geschichte ein und es selbstverständlich, dass der Drache spricht, gebildet und belesen ist. Walter Moers schafft es, alles ganz natürlich wirken zu lassen, sodass die Bücher ein Art "nach Hause kommen" darstellen und man seine Texte ungern verlassen will. Viel Charme, eine gehörige Portion Witz und ganz viel Liebe zum Details runden dieses vermeintlich kurze Werk um die Buchlinge und den gebildeten Bücherdrachen ab.

4 von 5 Bücherschuppen

Dienstag, 15. April 2025

Kamome Shirahama "Atelier of Witch Hat 5"

Prüfungen haben die Angewohnheit nicht so zu verlaufen, wie sie zu Anfang geplant waren. Und so finden sich die Mitglieder des Ateliers an verschiedenen Stellen mit unterschiedlichen Verletzungen wieder. Jede kämpft so gut sie kann und jeder versucht die anderen zu beschützen. Doch ist es nicht die schiere Gewalt, die den Band dominiert. Zusammen gelingt es den Lehrern und Schülern sich aus der Dunkelheit zu befreien - doch zu welchem Preis?

Mit jedem Band wird die Nähe zu Sagen, Mythen, Redewendungen und auch Sprichwörter offensichtlicher. Jede Seite, jeder platzierte Vorwurf, jede Demütigung und jede Lüge sind fein gewebt, wenn es um die Welt der Magier und Zauberer geht. Dabei schwebt in diesem Band die Magie über den Prüflingen, die nicht mehr genutzt werden darf. Schon vor Zeiten wurde sie reglementiert und die so berühmte "dunkle" Seite versucht, die Prüflinge zu instrumentalisieren.

Kommt euch bekannt vor? Sicherlich, der Plot und die Herangehensweise ist nicht wirklich neu, aber die Welt, in der "Atelier of Witch Hat" spielt, unterscheidet sich doch sehr von den Texten, die ich bisher gelesen habe.
Mein liebster Band war dies sicherlich nicht, aber ich bewundere, wie durch die Zeichnungen und den Text eine immer größere Sogwirkung aufgebaut wird und man unbedingt weiter lesen möchte.

4 von 5 Ateliers

Donnerstag, 13. Februar 2025

Kamome Shirahama "Atelier of Witch Hat 4"

Ok, hatte ich etwas von "einfach" gesagt?

Da hat mich der vierte Band doch wirklich kalt erwischt. Düster geht es zu, wenn zwei der Schützlinge sich auf eine Prüfung begeben, die nicht nur sie fordert, sondern auch die Prüferin. Dunkel sind die Seiten und die Zeichnungen wechseln schnell von euphorisch zu betrübt. Ränke werden geschmiedet und nicht nur die Prüflunge werden angegriffen … Man muss sich beim Lesen wirklich zwingen, die Bilder genau zu betrachten, damit man die Feinheiten wahrnimmt und sie nicht in der Hektik überblättert. 

Natürlich drängen sich Sagen oder andere Erzählungen auf, in denen es um Prüfungen oder auch direkt um Leben oder Tod geht, doch diese Reihe hat ihren sehr eigenen Stil. Sicherlich ist es zum einen der Ausdrucksweise des Mangas geschuldet, doch viele Szenen sind nicht so schwarz und weiß, wie es bei anderen Epen gerne der Fall ist.

Dunkelheit, Angst und Chaos dominieren diesen Band und der Cliffhanger zum Schluss lässt den besten Thriller alt aussehen.

5 von 5 Ateliers

Sonntag, 29. Dezember 2024

Kamome Shirahama "Atelier of Witch Hat 3"

Selten habe ich es bei anderen Reihe erlebt, dass mich die jeweils neuen Bände mit so unterschiedlichen Gedanken zurücklassen. Der erste hat mich begeistert, der zweite hat mich gelinde gesagt ein wenig irritiert, und der dritte fängt mich jetzt wieder ein.
Neben Coco taucht noch ein weiterer Charakter auf, Tatha, der nicht in die Welt zu passen scheint, wenn auch aus anderen Gründen.
In einem Moment der Not halten die beiden zusammen und es begibt sich, dass die beiden gerade durch ihre sonstige Ablehnung einen Weg finden, wie sie zusammenzuarbeiten können. Was dem einen oder anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Gut und böse wechseln sich in diesem Band noch stärker ab als in den vorigen und der Zeichenstil passt sich den jeweiligen Situationen an.
Weniger "große Augen" erleichtern mir den Lesefluss und gleichzeitig gefällt mir der Band mehr als vorige.
Ob die Geschichte so einfach bleibt, wie es momentan den Anschein hat, ist sicherlich fraglich, aber da noch viele Bände folgen, wird sich der Autor noch einige Irrungen und Wirrungen überlegt haben.

4,5 von 5 Ateliers

Dienstag, 10. Dezember 2024

Kamome Shirahama "Atelier of Witch Hat 2"

Nachdem mich der erste Band sehr für Mangas - oder zumindest für diese Reihe eingenommen hat - lässt mich der zweite Band ein bisschen nachdenklich zurück.
Die Handlung wird schlüssig voran getrieben und doch merkt man, dass die Personen gerade ein wenig stagnieren. Die Beziehungen sind noch nicht entwickelt und ein leichtes Hin und Her lotet noch aus, wer mit wem hinterher kann und wer eben einfach nicht. 
Zeichnerisch sind viele "große Augen" in diesem Band vertreten, was nicht so meine "cup of tea" ist.
Doch der liebgewonnene Hauptcharakter entdeckt die weiterhin für sie noch unbekannte Welt und es ist spannend, sie dabei zu begleiten.
Auch die Magie wird liebevoll weiterentwickelt und lässt den Leser in eine Welt voller Fantasie und Ideenreichtum eintauchen.
Mir fehlen allerdings immer noch ein wenig die, ich nenne sie einmal, Erklärboxen aus den Comics, in denen ein bisschen Rahmenhandlung und Hintergrundinfos eingestreut werden.
Vielleicht gibt es die im nächsten Band.

4 von 5 Ateliers

Mittwoch, 27. November 2024

Charles Schulz "You're not real, Snoopy"

Die Comics von Snoopy sind immer wie eine Art "Nach Hause kommen".
Egal, wie lange man keinen Band der Reihe mehr gelesen hat, man ist direkt wieder bei Charlie Brown, Snoopy, Lucy und den anderen.
In dem Band hat Charlie mal wieder eine Hausaufgabe, die er nicht abarbeiten will und Snoopy verliebt sich unglücklich.
Lucy hat wieder eine ihre "Arztpraxis" eröffnet und auch die anderen Kinder gehen ihren liebsten Beschäftigungen nach.
Kaum ein anderer Band hat mehr oder weniger durchgehend eine Geschichte erzählt, somit war dieser Band für mich nahezu etwas Besonderes.
Andere Bände mögen lustiger gewesen sein, da dieser Band doch oftmals nachdenklich stimmt, aber auch Comics müssen nicht immer nur lustig sein.

4 von 5 Hundehütten

Mittwoch, 20. November 2024

Kamome Shirahama "Atelier of Witch Hat 1"

Was ist der erste Gedanke, wenn man ein neues Genre anfängt?
Nun, das kann natürlich bei jedem verschieden sein. Bei mir war eines der wenigen Genres, um die ich bisher einen Bogen gemacht habe, Mangas.

Ich liebe Comics, aber irgendwie habe ich in den Buchhandlungen nie einen Manga gefunden, der mich optisch ansprach. Die Augen zu groß, die Bilder zu hektisch oder auch zu unübersichtlich.

Gut, wenn man dann Mangas frei Haus geliefert bekommt. Ich schau gerade niemanden an. ;-)

Und ich muss sagen: Dieser Manga gefällt mir sehr. In schwarz-weiß gehalten, oftmals in der Optik von Tuschezeichnungen, überzeugt mich der erste Teil.

Natürlich geht es um eine Außenseiter-Geschichte. Ein Mädchen muss von zuhause weg und wird bei einem Zauberer in dessen kleiner Schule aufgenommen.
Als Außenseiterin hat sie es nicht leicht, aber die anderen schließen sie auf Grund ihrer besonderen Fähigkeiten langsam ins Herz.

Bibliophilie wohin man in diesem Band nur schaut und die Mischung mit Magie macht einen ganz besonderes Reiz aus.

Einen besseren Start in die Welt der Mangas - trotz der großen Augen - hätte ich kaum haben können.

5 von 5 Ateliers

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Weltenportal "Vampirausgabe"

Ein Tag vor Halloween und ihr habt noch nicht die passende Lektüre?
Da kann ich euch vielleicht einen Tipp geben.

Dieses Jahr haben wir beim Weltenportal eine Sonderausgabe zum Thema Vampire (weltenportalmagazin.de/ausgaben-archiv/sonderausgabe-vampire-10-2024/) gemacht, die ihr euch auf der Homepage herunterladen könnt.

Neben dreizehn Geschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten, haben wir im Magazinteil zusätzlich Fachartikel von Detlef Klewer und Friedhelm Schneidewind.
Weiterhin hat Judith Madera zwei Artikel über moderne Vampire und Vampire in Mangas und Animes beigesteuert.
Auf die Buchbesprechungen folgen schließlich Lyrik und zahlreiche Comics, um das Thema in seiner Vielfalt abzurunden.

Neugierig?

Und ja, ich habe in dieser Ausgabe ein kleines Jubiläum, da mit der Vampirausgabe meine zehnte Kurzgeschichte veröffentlicht wurde.

Wer wissen möchte, was eine Fledermaus und ein Eichhörnchen mit Vampiren zu tun haben, blättert in der Vampirausgabe zu meiner Geschichte "Das Vorurteil".


Mittwoch, 7. August 2024

Axel Scheffler "Über das Halten von Eichhörnchen"

Oftmals sind es die kleinen, im ersten Moment unscheinbaren Bücher, die einen beim Lesen überraschen.

Mit ganz viel Herz und wunderschönen Zeichnungen von Axel Scheffler schleicht sich "Über das Halten von Eichhörnchen" ins Herz. Ursprünglich wurde der Text in einer englischen Kinderenzyklopädie im Jahr 1910 abgedruckt. Für die vorliegende Ausgabe übernahm Harry Rowohlt die Übersetzung.

Wie groß muss der Käfig sein?
Welches Utensilien müssen neben einem Ast in den Käfig eingebaut werden?
Wie ernährt man ein Eichhörnchen in den eigenen vier Wänden?
Und vor allem: Welches Eichhörnchen ist überhaupt für das Halten beim Menschen geeignet?

Diese und mehrere andere Fragen werden auf 40 Seiten mit wunderschöner Bebilderung geklärt und es zeigt wieder einmal, ein Buch kann auch ein trübes Herz erwärmen.

5 von 5 Eichhörnchen

Mittwoch, 17. Juli 2024

Jean Bastide "Idefix und die Unbeugsamen 6"

Ein paar Bände habe ich seit dem letzten übersprungen, doch allein auf Grund des leuchtenden Covers musste der Comic aus der Bahnhofsbuchhandlung mit. Bereits zum sechsten Mal haben Idefix und seine Freunde ihren eigenen Comicband ergattert. Wieder kommt der Band als kleine Klappbroschur mit Idefix und seine tierischen Freunde daher.

Wir befinden uns immer noch um Jahr 52 v. Chr. und die römischen Polizeihunde (formschön in der klassischen römischen Uniform) machen die Straßen von Lutetia unsicher.
Klappt man den Comic auf, werden die tierischen Helden wie in den klassischen Asterixheften vorgestellt und mit ihren Fähigkeiten dem Leser nahegebracht.
Die erste der drei kurzen Episoden dreht sich dieses Mal um eine Schnellstrecke zwischen Lutetia und Rom, für die ein Wald komplett abgeholzt werden soll.
In der zweiten soll Rache an den Besatzern genommen werden, doch der Aufstand entwickelt sich nicht so wie gedacht.
Die letzte Episode steht unter dem Stern von "panem et circenses". In Lutetia gibt es kein Brot mehr, bis der Zirkus kommt ...
Die Zeichnungen sind etwas moderner gehalten, doch die üblichen Comic-Effekte wie Sprechblasen, kursive und fette Schrift bleiben dem Leser erhalten.
Erneut eine lustige Abwechslung zu den originalen Asterixheften, auch wenn sie nicht ganz an den klassischen Witz heranreichen.

4 von 5 Hundepatrouillen

Donnerstag, 20. Juni 2024

Claudia Ahlering / Julian Voloj "Die Judenbuche"

Mit "Die Judenbuche" wagen sich die beiden Autoren an einen sehr bekannten Klassiker von Annette von Droste-Hülshoff. Wer zu meiner Zeit zur Schule gegangen ist, wird sich noch an das kleine gelbe Reclamheft erinnern und wie sehr man über den Text geflucht hat. Denn, wie das Nachwort erwähnt, vieles im Text bleibt undurchsichtig und wird zum Schluss nicht abschließend geklärt. Was allerdings gesichert ist, dass der Text eine historische Grundlage hat. Das hatte auch schon die Autorin zu ihrer Zeit bekannt gegeben.
Doch nun zum Comic:
Wie ich sagte, las ich den Text in der Schule, somit sind mir viele Einzelheiten des originalen Textes nicht mehr geläufig. Auch wird im Nachwort mehrfach angedeutet, dass die Graphic Novel ihren eigenen Ansatz und auch einen etwas verlagerten Schwerpunkt hat. 
Im Zentrum steht das Leben von Friedrich und die Diebstähle der Blaukitteln. Doch das alles ändert sich, als ein junger Jude unter einer Buche zu Tode kommt. Die Umstände bleiben im Nebel verhangen und doch scheint es für viele klar, wie es sich zugetragen hat.
Im schlichten schwarz-weiß gehalten, wirkt der Comic sehr edel, doch muss man hier direkt auf eine Einschränkung hinweisen. Durch das schwarz-weiß und teilweise fratzenhafte Erscheinungsbild, kann man mehrere Personen, ohne dass sie angesprochen werden, kaum voneinander unterscheiden. Die Geschichte ist wie schon beschrieben sehr düster, was die Tristesse, die ebenfalls mit einem schwarz-weißen Erscheinungsbild einhergehen kann, unterstreicht. 
Die Erzählung ist in sich schlüssig abgedruckt und erweicht an so mancher Stelle, sowohl für den einen als auch für den anderen Charakter, das Herz. 
Als Einführung oder auch zum Wiederauffrischen des Themas gut geeignet, bildet die Graphic Novel in ihrer modernen Darstellung ein Fenster in ein altes literarisches Thema.

4 von 5 Vorurteilen

Montag, 10. Juni 2024

Jane Austen / Claudia Kühn "Stolz und Vorurteil" Grafic novel

Nicht jeder wird Jane Austens Werk "Stolz und Vorurteil" gelesen haben, doch nahezu jeder kennt die berühmte erste Zeile:
„Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.“
Je nach Veröffentlichungsjahr wurde dieser Einleitungssatz modernisiert und an den allgemeinen Sprachgebrauch angepasst, doch zumeist bleibt der Sinn derselbe.
Die Handlung ist kurz erzählt, die Familie Bennet hat fünf Töchter, die nach Meinung der Mutter möglich alle schnell zu verheiraten sind. Als ein junger Gentleman das nahegelegene Netherfield bezieht, ist Mutter Bennet hellauf begeistert und die Heiratskarussell nimmt seinen Lauf, mit teilweise überraschendem Ausgang.
Die Graphic Novel orientiert sich sehr am originalen Text und in der deutschen Übersetzung erkennt man an vielen Stellen die Arthaus Verfilmung aus dem Jahr 2005 wieder.
Einige Drehungen und Einzelheiten müssten aufgrund der Bilder eingespart werden, aber Claudia Kühn gelingt es an den richtigen Stellen diese vorzunehmen, sodass die gesamte Handlung flüssig erzählt wird.
Die Pastellfarben und die weichen Zeichnungen untermalen das Thema, während "bedrohliche" Szenen entsprechend herausgehoben werden.
Die Umsetzung gelingt auf ganzer Linie und wer sich einmal auf andere Art in diesem Klassiker verlieren will, kann sich direkt in die Bilder fallen lassen.

5 von 5 Kirchenglocken

Dienstag, 21. November 2023

Fabcaro "Die weisse Iris"

Bereits zum 40. Mal sind die unbeugsamen Gallier in ein Abenteuer verstrickt. Auch wenn es nicht mehr um den originalen Zeichner und Texter handelt, haben es die Nachfolger geschafft, die Nostalgie um die ersten Bände wieder komplett aufleben zu lassen. Doch ist das weise?
Mehrere Passagen erinnern an bekannte Texte wie z.B. "Der Seher" und scheinen nur in Details auf die neue Zeit adaptiert zu sein.
Einzelne Bilder zeigen Streiks und andere Probleme unserer Zeit, wobei Bildaufbau und Sprachfärbung eindeutig auf die älteren Abenteuer abzielen.
Während der Römer versucht, das Dorf durch "good vibes" und Achtsamkeit weichzuspülen, ist es an Asterix und Obelix die Dorfbewohner wieder zu den Raufbolden zu machen, als die sie seit 39 Bänden bekannt sind.

Schmunzler und Lacher hält der Band trotz allem bereit und ich bin gespannt, ob der nächste Band sich wieder ein bisschen mehr modernen Charme zutraut.

4 von 5 Galliern

Sonntag, 19. Februar 2023

Modesto García "Wer ist der Mörder?"

Ratespiele oder Escape rooms haben in den letzten Jahren auch die Buchbranche sehr bereichert, denn was sollte man tun, wenn man nirgendwohin gehen oder sich treffen durfte?
Man rätselte zuhause. Entweder allein oder in der Gruppe der Menschen, mit denen man sich treffen konnte. Allerdings wäre es jetzt falsch anzunehmen, dass diese Bücher ihren Reiz verlieren, nur weil man wieder raus darf oder sich mit Menschen treffen kann.
Bestes Beispiel für ein solches Kriminalbuch ist "Wer ist der Mörder?"
Zwölf Fälle werden dem Leser oder in diesem speziellen Fall dem Detektiv vorgetragen und es gilt mit den vorhandenen Beweismitteln, die sehr unterschiedlichen Fälle zu lösen.
Natürlich ist der obligatorische Mord im Herrenhaus auch vertreten, aber sind wir einmal ehrlich, eine gute Kriminalsammlung braucht das Herrenhaus. Jetzt komm ich aber vom roten Faden ab.
Alle zwölf Fälle werden mit der Zeichnung des Tatorts begonnen. Man sieht die Umgebung, das Geschehen, erkennt die Art des Todes. Nun heißt es die Sinne schärfen und die Kleinigkeiten sortieren. Ist eine Information wichtig oder ist es nur eine Ablenkung? Wer hat wann das Opfer zuletzt gesehen und die alles entscheidende Frage: Wer profitiert?
Wer jetzt denkt, nur ein Buch ist mir zu langweilig, dem sei gesagt, dass das Buch mit zahlreichen interaktiven Hinweisen untermauert ist. Mal ist es eine Internetseite, mal ist es ein QR-Code, mit dem man eine Sprachnachricht abhören kann. Nach dem Studium der Szenerie gibt der Autor drei Hinweise, wie es zu dem Geschehen gekommen ist. Dann heißt es wieder die Gehirnzellen bemühen und die Beweise zu der einzigen möglichen Lösung zu verbinden. Die Auflösung wird dem Leser als Comicstrip angereicht und zeigt dabei die oftmals winzigen Details, mit denen man auf des Rätsels Lösung hätte kommen können. ;-)

Meine Trefferquote will ich hier nicht offenlegen, aber ich kann sagen, dass alle Fälle gut durchdacht und abwechslungsreich sind. Kein Fall stößt auf Unverständnis und eine solche Bandbreite an verschiedenen Settings habe ich zuvor in keinem Rätselbuch gesehen. Optik und Haptik sind dabei ebenso gut gelungen, wobei Comiczeichnungen sehr vom Geschmack des Lesers abhängen.
Ein tolles Buch für verregnete Nachmittage oder wenn man sich einfach mal mit sich selbst beschäftigen will.

4 von 5 Detektiven

Danke an Literaturtest für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 22. Dezember 2022

Debbie Tung "Book love"

So unterschiedlich die Leser auch sein mögen, in einem sind sie sich alle einig: In der Liebe zum Buch.
Auch wenn inzwischen viele auf einen E-Book-Reader auf Grund von Platzmangel oder Reisetätigkeit umgestiegen sind, alle, wirklich alle, kennen das Gefühl, das einen einnimmt, wen man vor einem riesigen Regal voller Bücher steht.
Wie sich Book love dann im Speziellen bei dem einzelnen Leser äußert, das ist dem individuellen Charakter und natürlich auch Geschmack geschuldet, aber:
Ein jeder Leser findet sich in diesem Kleinod wieder. Vielleicht manche häufiger als andere, aber wirklich jeder fühlt sich repräsentiert.
Denn die Autorin zeigt mit ihren Zeichnungen den Alltag eines Lesers auf. Zum Beispiel wird man als Leser ständig gestört, sei es, weil man zur Arbeit oder sozial sein muss.
Die dicken Augenringe, weil man eine Nacht unbedingt durchlesen musste.
Das Gefühl, das man an keinem Buchladen vorbeigehen kann, ohne einen kurzen Blick reinzuwerfen.
Der Duft, den Bücher verströmen - das schafft das E-Book leider nicht.
Viele solcher Situationen zeigt sie in kleinen Comicstrips oder auch nur als einzelnes Bild.
Der Leser bekommt im wahrsten Sinne des Wortes den Spiegel vorgehalten, da es eine Hommage an die Bücher und an den Leser ist.
Ein wundervolles Buch, das mit knapp 140 Seiten, viele Momente eines Lesers einfängt, ohne sich dabei zu wiederholen.
Ein Buch, zu dem man gerne greift, wenn die Welt um einen herum hektisch und stressig ist, denn: dieses Buch versteht den Leser. :-)

5 von 5 Booklovers

Sonntag, 30. Oktober 2022

Jean Bastide "Idefix und die Unbeugsamen 2"

Ein weiteres Mal haben Idefix und seine Freunde ihren eigenen Comicband ergattert. Während das nächste Asterix-Abenteuer noch nicht erschienen ist, gibt es bereits Band zwei um die kleinen Helden. Wieder in kleiner Klappbroschur kommt dieser Band um Idefix und seine tierischen Freunde daher.

Wir befinden uns weiterhin um Jahr 52 v. Chr. und die römischen Polizeihunde (formschön in der klassischen römischen Uniform) machen die Straßen von Lutetia unsicher.
Klappt man den Comic auf, werden die tierischen Helden wie in den klassischen Asterixheften vorgestellt und mit ihren Fähigkeiten dem Leser nahegebracht.
In drei kurzen Episoden werden so vielfältige Themen wie Größenwahn, Geschmeide und weitere Themen auf die typisch französisch-bissige Art karikiert und zudem auch kritisiert. Somit sind die Comics wie auch die Astericx-Bände nicht nur für die jungen Leser, sondern auch für die erwachsenen Leser spannend zu lesen.
Die Zeichnungen sind dabei etwas moderner gehalten, doch die üblichen Comic-Effekte wie Sprechblasen, kursive und fette Schrift bleiben dem Leser erhalten.
Erneut eine gelungene Abwechslung zu den originalen Asterixheften, auch wenn sie nicht ganz an diese heranreichen.

4 von 5 Hundepatrouillen