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Dienstag, 5. August 2025

Ben Guterson "Das World Famous Nine"

Willkommen im "World Famous Nine", dem Kaufhaus, in dem wirklich alle Wünsche erfüllt werden. Neben Verkaufswaren, gibt es zahlreiche Restaurants und Cafés, eine Dachterrasse mit Blick auf das hauseigene Riesenrad, einen Leseraum für die Angestellten, eine Galerie und und und …

Doch als Zander von seinen Eltern zu der Inhaberin Zina, welche zugleich seine Oma ist, gebracht wird, häufen sich die Zwischenfälle in dem wunderschönen Kaufhaus. Während die ersten Tage der Erkundung des Gebäudes dienen, wird Zander immer mehr in die Geschichte des Haus hineingezogen und entdeckt, dass es ein Rätsel zu lösen gibt, was über die Zukunft des Kaufhauses entscheiden wird.

Wer bereits Bücher von Ben Guterson gelesen hat, weiß um seine Liebe für Rätsel und Gedanken, die man um die berühmte Ecke betrachten muss. So ist es auch hier.
Zander macht in den paar Tagen eine unglaubliche Entwicklung durch und ist nach den Ereignissen nicht mehr derselbe Junge wie zu Anfang der Geschichte.
Im Gegensatz zu seiner Reihe "Winterhaus" ist es hier an manchen Stellen ein wenig überzeichnet und man könnte fast meinen, man liest eine Heldengeschichte aus der Antike. Auch sprachlich bin ich an manchen Stellen nicht sicher, ob die Einordnung ab neun Jahren nicht etwas zu viel von einem jungen Leser erwartet, da der verwendete Wortschatz sehr beachtlich ist.

Schlussendlich ist es aber wieder ein gelungenes Buch, was die Neugier von Kindern bestärkt und sie anhält sich mit Rätseln zu befassen.

4 von 5 Aufzügen

Donnerstag, 17. Juli 2025

Christopher Lincoln "Nachts in der Bibliothek"

Jeder, wirklich jeder hat schon einmal davon geträumt, eine Nacht in einer Bibliothek zu verbringen. Doch so wie es bei den Geschwistern Page und Turner geschieht, so hätte es sich kein Kinder besser ausdenken können. 
Die Graphic Novel startet mit einem Besuch der beiden bei Bibliothek von New York.
Ihre Mission: Es gilt ein Buch schätzen zu lassen, welches ihr Vater wie seinen Augapfel hütet. Doch während sie versuchen den richtigen Ansprechpartner zu finden, bricht in der Bibliothek das reinste Chaos aus. Denn wie wir alle wissen, haben Bücher ihr Eigenleben und das plötzliche Auftauchen von Figuren, die gerade ihren Büchern entsprungen sind, gilt es unter allen Umständen zu vermeiden. Was aber nicht immer gelingt und so ... Aber nein, mehr verrate ich hier nicht ...

Christopher Lincoln bedient sich in diesem Band all der Klassiker, die wir Lesenden so unglaublich lieben und führt so ein jüngeres Publikum an diese Perlen der Weltliteratur. Denn während die Handlung immer weiter vorangetrieben wird, nimmt der Autor sich auch Zeit, die einzelnen Figuren und deren dazugehöriges Buch kurz vorzustellen. Somit ist die Graphic Novel beides, eine spannende Abenteuergeschichte und gleichzeitig ein Nachschlagewerk für bekannte Klassiker.
Die Mischung ist ihm gut gelungen, da Spannung und Bildung gleichwertig nebeneinander stehen und er zudem bei den Klassiker eine Auswahl an verschiedenen Genres bedacht hat. 

Gerade für Heranwachsende, die sich mit Literatur auseinandersetzen und ein Gefühl dafür bekommen möchten, was es heißt in einer Bibliothek zu arbeiten - wenn auch in real nicht ganz so fantastisch - ist dies ein Buch, was sie anregen kann, weiter zu denken und Figuren und Erkenntnisse in ihr Leben zu lassen, die Abseits von Smartphones und digitaler Berieselung einen wohlverdienten Ausgleich schaffen.

5 von 5 Bibliothekarinnen

Samstag, 12. Juli 2025

Edi Estermann "Der Elefant im Personalladen"

Jeder, wirklich jeder hat schon einmal die Wegstabeln verbuchselt, bei manchen geschieht das allerdings öfter als bei anderen und da bietet es sich an ein Buch zu schreiben.
444 Versprecher hat der Autor in seinem Buch "Der Elefant im Personalladen" zusammengeführt und sorgt damit für Lacher und aber auch für das eine oder andere Kopfschütteln.
Zu Anfang erklärt er, wie er die sehr unterschiedlichen Redewendungen und Sprichwörter zu sammeln begann. Ausschlaggebend ist da sein direkter Bekanntenkreis und die Reisen mit der Bahn haben auch einige Beiträge beigesteuert.
Die Themenbereiche bilden das Grundgerüst, an dem er die Sprichwörter und ihre Fehlinterpretationen aufreiht. Bei eigenen Sprichwörter bietet er auch eine historische Einordnung und erklärt den Lesenden, wie es zu den Texten gekommen ist. Manchmal, wenn ein Sprichwort einen Sinnwandel vollzogen hat, erklärt er auch, was ursprünglich mit den Zeilen gemeint war.
Es ist somit ein Ausflug in die Welt der Sprache und somit auch gerade bei älteren Phrasen eine Reise zu den Missverständnissen unserer Zeit, wenn man nicht mehr wirklich die Probleme früherer Generationen verstehen kann.
Am Stück sollte man das Buch allerdings nicht lesen, da sonst einige der feinen Versprecher in der Masse schlicht untergehen. Dann und wann einige Seiten erhöhen den Schmunzelfaktor und lassen das Buch über Tage den Alltag mit einem Lächeln versüßen.

4 von 5 Versprechern

Montag, 9. Juni 2025

Nina George und Jens J. Kramer "Die magische Bibliothek der Buks - Das verfluchte Medaillon"

Die Welt - sowohl die reale als auch die Buchwelt - ist in Gefahr. Nachdem drei der Kinder in ein Buch gefallen sind, gilt es, sie möglichst schnell zu retten. Aber guter Rat ist bekanntlich teuer. Einerseits darf nur möglichst wenig Aufsehen erregt werden, doch gleichzeitig steht die Stadt Kopf, weil unter anderem die Tochter der Ministerin verschwunden ist.
Doch für die Buks enden die Probleme damit nicht. Die Bleichkrankheit grassiert weiterhin in den Büchern und der Grund dafür bleibt lange im Dunkeln. Was fast genauso so schlimm ist, sind die Anomalien, die eintreten, seitdem die Kinder in die Handlungen der Bücher eingetreten sind. Sinn und Aktionen der Figuren werden plötzlich willkürlich und die Geschichten drohen auseinanderzubrechen. Gut, dass hier Hilfe von innen erfolgt und die Buks nicht allein sind.

Der zweite Teil setzt fast nahtlos die Erzählung des ersten Bandes fort. Viele Figuren des ersten Bandes tauchen im zweiten erneut auf oder werden hier in ihrem Wesen weiter aufgebaut. Gerade die Bösewichte der Reihe erleben in dieser Episode ihren großen Auftritt und zeigen, wie die Welt vermeintlich zu sein scheint.
Doch die beiden Autoren bleiben bei den Problemen nicht immer vordergründig. Gerade bei einzelnen Charakteren versuchen sie kindgerecht zu zeigen, warum sie sich so entwickelt haben und weisen grundlose Boshaftigkeit in ihre Schranken.
Kleine Charaktere, allen voran die Buks, wachsen über sich hinaus und während man liest, schleicht sich das Gefühl einer Wärme zum Detail ein. Jeder kann alles schaffen, spricht aus so vielen Sätzen, dass man gerade in den dunklen Momenten trotzdem schmunzeln muss.

4 von 5 Buks 

Montag, 5. Mai 2025

C. Gina Riot "Die Abenteuer des Barden Spikero - Diebesgut & Hexenmal"

Eigentlich könnte es so einfach sein: Spikero wurde von einer Truppe Seeleute angeheuert, um ihnen die Reise nach Thal mit seinem Gesang und seiner Laute zu versüßen. Thal, die Stadt seiner Träume, in der er seine Bardenkarriere vorantreiben, durch deren Gassen er schlendern und es sich gut gehen lassen will. Doch alles kommt irgendwie anders. Seine Liebste hat keine Zeit für ihn, die Preise in der Stadt sind unsäglich und nach seinem ersten Auftritt muss er seine Einnahmen abgeben. Missmutig schleicht er durch die Gassen und stolpert nahezu von einem Problem ins nächste, bis er auch noch die falschen Leute auf sich aufmerksam macht.
Diebesgut & Hexenmal ist der erste Band der Mittelalter-Fantasy-Krimi-Trilogie, welche die Autorin in ihrer Erdenwelt ansiedelt. Eingeleitet wird das Buch mit einer wunderschönen Karte, auf welcher man sich einen Überblick über die Erdenwelt verschaffen kann. Der erste Band beginnt mit der Ankunft in Thal und spielt in den Gassen der Stadt. Schnell fühlt man sich in diesen heimelig und man versucht mit Spikero zusammen zu erkunden, wer ihm Gutes will oder auch eben nicht. Viele Menschen begegnen ihm in den ersten Tagen und wie im realen Leben muss er entscheiden, wem er vertrauen kann und wem nicht.
Spikero, der sich in der Stadt nicht so wirklich auskennt, ist dabei ein Charakter, den man ab und an einmal richtig gut durchschütteln will. Nie scheint was gut, immer scheint er zu meckern und alle sind gegen ihn. Ist er dadurch unsympathisch? Mitnichten. Gerade seine Art zeigt, wie ungeduldig und unzufrieden wir Menschen oftmals sind. Während für andere Charaktere das Glas halbvoll ist, ist es für stets halbleer und anderen geht es besser als ihm.
Doch als er mit seinen Ermittlungen beginnt, wendet sich das Blatt. Er hat ein Ziel, für das er akribisch kämpft und das er lange Zeit nicht aus den Augen lässt.
Spikero ist ein Charakter, der innerhalb des Buches wächst und zeigt, wie sehr man an sich arbeiten kann und das auf eine äußerst charmante Weise. 
Die Mischung aus Fantasy, Mittelalter und Krimi ist der Autorin sehr gut gelungen und ich freu mich schon auf den zweiten Band.

4,5 von 5 Lauten 

Samstag, 26. April 2025

Kurt-Jürgen Heering & Jo Müller "111 Gründe, das Böse zu lieben"

Jedem ist das Böse in irgendeiner Form schon einmal begegnet. Sei es im Film, im Buch oder gar in der Realität. Doch wie wäre es, wenn es das Böse überhaupt nicht gäbe? Wenn es aufhören würde, zu existieren?
Unabhängig davon, dass das einfach unmöglich ist, greifen die beiden Autoren diesen Gedanken mehrfach im Buch auf.
Seien es fiese Schurken, reale Banditen oder durchtriebene Mörder, was bleibt, ist trotz der Gewalt die Tatsache, dass das Gute nur durch das Böse seine Wirkung entfacht. Nur dann sieht man, was Menschen Gutes tun, wozu sie sie auch in der Lage sein können.
Doch stellen die beiden auch heraus, dass es gerade beim Film die Schurken sind, die das Publikum in ihren Bann ziehen. Der Joker brilliert neben Batman, um nur eines der zahlreichen Beispiele zu nennen. Sie erhalten die Auszeichnungen, weil es anspruchsvoller wirkt, einen bösen Charakter zu spielen als den Guten.
Natürlich ist die Auswahl eine Geschmacksfrage. Und so kommen einige Schurken in dem Buch vor, die man erwartet hat, ein paar sind überraschend und wieder andere scheinen zu fehlen. Im Nachwort wird erklärt, dass es schwer ist, eine verbindliche Auswahl zu treffen, weil immer wieder neue Ideen und Gründe auftauchen, doch letztlich muss man zu seiner Zusammenstellung stehen.
Gerade bei den literarischen und filmischen Gründen handelt es sich hauptsächlich um Inhaltsangaben. Wer sich auf diesen Gebieten bereits gut auskennt, wird in den Kapiteln nicht viel Neues entdecken.

3,5 von 5 Teufeln

Freitag, 25. April 2025

Tanja Karmann & Carsten Schmitt "Von Geisterhäusern und Totenbriefen"

Der Tod schwebt über allem und jedem. Der Endpunkt des Lebens ist der Totenschein. Ein vielleicht makaberer Gedanke, doch bietet er Raum für eine ungeahnte Inspiration und Kreativität.
Wenn man eine Zeitschrift konzipiert, die sich mit Schauer und Grusel auseinandersetzt, was läge da näher als den Tod als Thema zu wählen?
Im Schatten eines weltweiten Virus wurde die Idee geboren und hat inzwischen zu fünf Totenscheinen geführt. Doch wie sollte man die Optik der Zeitung in die digitale Welt bringen, wenn erst gerade wieder Messen und Cons möglich sind? Eine simple PDF würde dem Charme der Zeitung nicht gerecht, so musste ein E-Book daher, mit zwölf Geschichten, davon zwei zeitlosen Klassikern.
Doch betrachten wir das E-Book von Beginn an.
Jeder Totenschein stand unter einem Motto, welches im E-Book kurz erläutert wird. Jeweils eine Geschichte des jeweiligen Mottos sind von Tanja und Carsten im digitalen Totenschein abgedruckt. Themen sind z.B. "Dunkle Märchen", "Vampire & Wiederkehrer" und "Unheimliche Orte".
Ein jeder hat sofort eine Idee, wie die beiden das jeweilige Thema umgesetzt haben könnten und ich sage euch, ihr kommt nicht auf eine der Ideen. Wie beim ersten Thema zu vermuten ist, adaptieren die beiden bekannte Märchen, aber auf ihre sehr originelle Weise. Dabei erkennt man schnell die Schreibart des einzelnen und freut sich auf die unterschiedliche Herangehensweise. 
Innerhalb des Totenscheins bauen die beiden auch ihre jeweils eigene kleine Serie mit Texten um ihre eigenen Protagonisten auf und schaffen über die verschiedenen Themen trotzdem eine Verbindung zwischen den individuellen Geschichten. Als gute Autorin und guter Autor gestalten sie die Texte dabei so, dass man nicht zwangsläufig den vorigen Totenschein gelesen haben muss, um die Geschichte zu verstehen. Sie schaffen es aber, die Neugier zu wecken, dass der Leser die andere Geschichte ebenfalls kennen will. Und er wird dafür mit interessanten, spannenden und ungewöhnlichen Texten belohnt.

Abgerundet wird das E-Book und natürlich auch die Taschenbuchausgabe durch die zwei Klassiker: Edgar Allan Poe mit "Morella" und Hans Heinz Ewers "Die Spinne". Sie ergänzen die schon zuvor perfekte Stimmung um eine Art Schauer, die neben Tanja und Carsten heute nur wenige Autoren mit solchem Feingefühl formulieren können.

5 von 5 Totenscheinen

Danke an Tanja und Carsten für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 20. April 2025

Walter Moers "Der Bücherdrache"

Der Buchling Hildegunst Zwei will unbedingt zu den Ormlingen gehören, so erzählt er es im Zwiegespräch mit Hildegunst von Mythenmetz. Um in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden, muss er zum Ormsumpf reisen und dem Bücherdrachen Nathaviel eine seiner Bücherschuppen klauen. Sozusagen als Beweis, dass er ihn getroffen hat. Weiterhin soll er ihm eine Frage stellen.
Doch das Gespräch artet ein wenig aus, denn nachdem der Hype um den Bücherdrachen nachgelassen hat, seine Angewohnheit Buchlinge zu verschlingen, fanden nicht alle so passend, ist er froh über ein bisschen Gesellschaft. Hildegunst Zwei und der Bücherdrachen sprechen über Gott und die Welt, doch dann will der Drache ihn nicht gehen lassen. Zu viele Geheimnisse hat er ihm anvertraut und so bleibt ihnen keine Wahl ...

Wer schon Bücher von Walter Moers gelesen hat, weiß, dass man sie nicht mit anderen Werken vergleichen oder gar messen kann. Der Autor hat mit seinen Welten und dem Erzähler Hildegunst von Mythenmetz ein eigenes Universum geschaffen. Seine Kreativität, sein Humor, seine Bibliophilie und die  Illustrationen erwecken jede einzelne Geschichte so zum Leben, wie ich es selten erlebt habe. Man taucht direkt in die Geschichte ein und es selbstverständlich, dass der Drache spricht, gebildet und belesen ist. Walter Moers schafft es, alles ganz natürlich wirken zu lassen, sodass die Bücher ein Art "nach Hause kommen" darstellen und man seine Texte ungern verlassen will. Viel Charme, eine gehörige Portion Witz und ganz viel Liebe zum Details runden dieses vermeintlich kurze Werk um die Buchlinge und den gebildeten Bücherdrachen ab.

4 von 5 Bücherschuppen

Freitag, 4. April 2025

Carsten Henn "Die goldene Schreibmaschine"

Worte können die Welt verändern.
Emily ist ein junges Mädchen, welches durch ihre Ordnungsliebe den Mitschülern eher negativ auffällt. Und trotzdem ist sie nicht der Liebling ihres Lehrers. Immer wieder holt er sie an die Tafel und lässt sie vor der Klasse gerne dumm da stehen. Nur ihre beiden besten Freunde halten in jeder Situation zu ihr. Doch die liebste Zeit des Tages ist für Emily der Moment, in dem sie in die Anna Amalia Bibliothek zum Lesen darf. Dann ist die Welt für sie in Ordnung. Doch Seltsames geschieht hier und nach einigen Erkundungen steht Emily vor einer goldenen Schreibmaschine, die eine große Macht hat. Eine Macht, die nicht in die falschen Hände geraten darf.

Carsten Henn hat schon mit "Der Buchspazierer" gezeigt, dass er Bücher und Leser versteht. Mit seinem ersten Jugendbuch wagt er sich auf neues Terrain. In einer Geschichte, wie es wäre, wenn man bereits geschriebene Bücher verändern könnte und somit auch die vermeintliche Realität ändern würde, nimmt er die Leser auf eine phantastische Reise mit. In die Wärme der Literatur gebettet, erzählt er, wie der Schulalltag Kinder beeinflusst und was es heißt, für sich das Beste zu wollen, ohne dabei die Folgen zu bedenken. Abgeleitet von historischen Ereignissen zeigt sich, welche Macht Worte haben und wie sie die Menschen zum Guten oder zum Schlechten beeinflussen können. Die Geschichte umfasst so viele Facetten, dass man sie gar nicht in einer Rezension aufgreifen kann. Doch es sei gesagt, wer Bücher liebt, Erzählungen lebt und auch vor ernsthaften Themen nicht zurückschreckt, der wird dieses Buch als eines der besten seiner Gattung feiern.

5 von 5 Schreibmaschinen

Freitag, 28. März 2025

Christian Tobias Krug "So dunkel das Zwielicht 1"

Julian ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Er lebt allein mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung, sein Vater ist nicht existent und sein Bruder ist zur Ausbildung fort. Die Mutter schaut gerne zu tief ins Glas und in der Schule ist Julian nicht das, was man einen Sonnenschein nennt. Immer mal wieder gerät er mit anderen Jungen aneinander, vornehmlich dann, wenn sie seinen besten Freund bedrohen. Mit jedem Tag entwickelt Julian stärkere Gefühle für ihn und will ihn vor dem Übel der Welt beschützen.
Doch etwas geschieht in der Welt. Mehrere Mädchen sterben und seltsame Gestalten erscheinen auf der Erde. Einige sogar mit Flügeln ...

Der Kampf zwischen Gut und Böse oder auch Himmel und Hölle, wurde schon öfters verschriftlich, doch selten habe ich einen so guten Genremix gelesen. 
Angelegt als Tetralogie mischt der Autor in seiner Geschichte viele vermeintlich bekannte Erzählstränge, um daraus seine eigene Welt zu erschaffen. Sicherlich, Himmel und Hölle kennt man aus der Bibel und auch andere Elemente im Buch lassen den Leser schmunzeln, wenn man erkennt, was und vor allem auch wen, der Autor aufeinandertreffen lässt.
Dunkel sind die Zeiten, doch Julian ist mit seinen Problemen, wobei eigentlich sind es ja Probleme, die an ihn herangetragen werden, niemals allein. Seine Freunde und auch Helfer aus den unterschiedlich Sphären stehen ihm bei einem Kampf zur Seite. Kann er ihn gewinnen? Welche Opfer gibt es zu beklagen? Und vor allem, welchen Preis muss er zahlen?
Grusel, Romantik, Spannung, ein Prise Horror und ganz viel Dialog bekommt man bei dieser Erzählung serviert. Der Autor schafft es die einzelnen Protagonisten individuell zu zeichnen, sodass man sich schnell an ihre Temperamente und ihr Wesen gewöhnt. Dabei nutzt er eine Sprache, die sich jeweils dem Erzähltempo und der Spannung angleicht.
Selten sind Gut und Böse in so vielen grauen Schattierungen dargestellt worden, denn wirklich weiß und schwarz gibt es auch in Himmel und Hölle nicht.

4 von 5 Fegefeuern

Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 9. März 2025

James Goodwin "Mord in Little Barkham"

Irgendwo, außerhalb von London, liegt Little Barkham. Ein kleines Dorf. Mit einem großen Anwesen. Einem Pub. Einer Bücherei. Und einem Mord.
Denn, die Dorfidylle trügt. Genauso wie sie es in den Bücher von Agatha Christie in der Bücherei tut.
Aber der Reihe nach: Es sind einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg vergangen, als Arthur Tingwell seinen Job in der Bücherei von Little Barkham annimmt. Er versorgt das Dorf mit Literatur, und dabei gerne mit dem neuesten Kriminalroman der sehr geschätzten Agatha Christie. Bis zu dem Tag an dem Dame des Anwesens umkommt und somit das ganze Dorf in helle Aufregung gerät. 
Zwischen Essensrationierungen, unfähigen Polizisten und abendlichen Guinness im Pub entspinnt sich zwischen den Dorfbewohner mit dem täglichen Fortschreiten der Ermittlungen ein gehöriges Misstrauen, das mit jeder Verhaftung größer wird und Konsequenzen nach sich zieht. 
James Goodwin hat seine Hausaufgaben gemacht. Ich wollte beim Lesen gar nicht, dass das Buch endet, da man sich darin wie in einem Kokon der klassischen Kriminalfälle fühlt. Hier ein betagtes Anwesen, der entsprechende Missmut einiger Dorfbewohner, dort der Pub als Treffpunkt für Klatsch und Tratsch. Ein Bibliothekar, der auch im größten Durcheinander wegen seiner Liebe zu Agatha Christie den Überblick behält und eine Dorfgemeinschaft, die nicht immer miteinander, aber erst recht nicht ohne einander auskommen kann.
James Goodwin schafft es eine Hommage an Agatha Christie zu schreiben, ohne sich dabei auf einen Abklatsch zu reduzieren. 
Eigene Charaktere, die berühmt-berüchtigten Geheimnisse und ganz viel Charme und Atmosphäre, gewürzt mit Buchzitaten und Anekdoten über Schriftsteller machen den Krimi zu einem Lesevergnügen erster Güte.

5 von 5 Gardinen

Montag, 24. Februar 2025

Silke Heimes "Schreib dich zum Glück"

Wer sich mit dem Schreiben beschäftigt, hat oft die Qual der Wahl. Gefühlt jedes Jahr erscheint mindestens ein neuer Ratgeber, während wirkliche Urgesteine der Literatur sich bewusst gegen solche und ihre Tipps aussprechen.
Also, warum greift man doch zum Ratgeber?
Weil man sein Wissen mehren will?
Weil man doch nicht davon überzeugt ist, dass die Urgesteine Recht haben?
Oder ist es etwas ganz anderes?
Nimmt man den Titel von diesem Buch, stellt man schnell fest, dass es nicht nur um das Schreiben geht. Schon gar nicht gezielt um das, was man später einmal veröffentlichen sollte ... Vielleicht aber könnte.
Der Fokus liegt auf dem Glück und dem Weg, wie man es durch das Schreiben erkennen oder erlangen kann. Vielfach wird das Glück als Endziel eines langen Weges betrachtet, den man gerne durch Achtsamkeit erlangen kann.
Doch Silke Heimes führt den Leser auf einen anderen Weg. Mit Texten rund um das Thema Glück und Zufriedenheit (denn sie ist die Schwester des Glücks), baut sie ihre Thesen Stück für Stück auf.
Untermauert von Forschung, Psychologie und Philosophie nimmt sie uns an die Hand und zeigt auf, wie ein Leben mit Glück gelingt. Neben ihren Thesen lädt sie in den jeweiligen Abschnitten dazu ein, das Gelesene selbst in Worte zu fassen oder die Gedanken entsprechend weiter zu entwickeln. Bewusst weißt sie daraufhin, dass Glück unterschiedlich sein kann und man manche der Antworten mit einigen Abstand noch einmal bewusst betrachten sollte. 
Glück ist wahrlich vergänglich, aber in den kleinen Dingen trotzdem alltäglich. Man muss nur bewusst darauf achten.
Ein Buch für Schreiberlinge, um sich neuer Impulse zu bedienen und für solche, die meinen, das Glück falle einem in den Schoß.

5 von 5 Glückssträhnen

Vielen Dank an den Verlag v_und_r self für das Rezensionsexemplar.

Dienstag, 11. Februar 2025

Büchermagazin 2/2025

Wenn man in der Bahnhofsbuchhandlung gerade einmal nicht bei den Büchern oder Comics steht, kann man dort auch vereinzelt Zeitschriften entdecken, die sich mit dem Thema "Bücher" beschäftigen. Ein ums andere Mal geht man an der aktuellen Ausgabe vielleicht vorbei, doch manchmal bleibt der Blick auch hängen - so wie an der Februar Ausgabe des Bücher Magazins. 

Vor einigen Jahren habe ich die Zeitschrift recht regelmäßig gelesen und war froh, dass sie sich ihrem Stil treu geblieben ist.

Buchbesprechungen bilden die Grundlage für die Zeitschrift. Sie legt Wert auf eine große Genrevielfalt und bedenkt dabei sowohl Bücher als auch Hörbücher. Die Kritiken sind jeweils auf das Medium zugeschnitten, sodass man als Lesender genau weiß, was man bekommt.

Dieses Mal bietet die Zeitschrift ein Science Fiction Spezial. Mit den Autor*innen Becky Chambers, Theresa Hannig und Aiki Mira wird ein genauer Blick auf die heutige SF geworfen. Was kann sie, was bietet sie und welche Vertreter*innen sind präsent? Während bei Becky Chambers ein Interview in einen Bericht über ihre Werke eingeflochten wird, bezieht sich der Beitrag über Theresa Hannig und Aiki Mira auf die aktuellen Bücher "Parts per Million" und "Proxi". Bei der Münchner Bücherschau trafen sich die beiden und hierauf wird in dem Artikel mehrfach Bezug genommen.

Für Science Fiction Lesende ein schönes Spezial, für Interessierte definitiv eine Ausgabe mit Hilfe deren man in die Welt der aktuellen Science Fiction erstmalig eintauchen kann.

Sonntag, 19. Januar 2025

Matthias A.K. Zimmermann "Imitathyos"

In einer Welt, die auf stetige Optimierung setzt, kommt sich Mina zunehmend allein vor. Doch ihren Herzenswunsch, Autorin zu werden, kann sie sich trotz des nahezu abgeschlossenen Psychologiestudiums nicht verwehren. Dabei spielt ihr in die Karten, dass ihr Computer die Abschlussarbeit "vernichtet" hat und sie dies somit als Zeichen deuten kann, dass das Schicksal ihren Gedanken gewogen ist. Eigentlich will sie sich ein paar Tage auf dem Olymp entspannen, doch zuvor erreicht sie eine Nachricht ihres Bruders, der sie, ihre Schwester und deren Freund auf die exklusive Insel "Imitathyos" einlädt.
Schon die Überfahrt hält so manche unangenehme Überraschung bereit und als die drei schließlich die Insel erreichen, ist der Bruder nicht zu sprechen. Immer wieder werden sie vertröstet und so suchen sich die drei ihre eigene Beschäftigung. Welche ungeahnten Auswirkungen dies auf die Zukunft des jeweils einzelnen und auch auf das gemeinschaftliche Gefüge haben wird, das können weder die Figuren noch der Leser erahnen. Nur der allwissende Erzähler.
Schon bei "Kryonium" hat Matthias A.K. Zimmermann gezeigt, dass er mühelos die Grenzen von Genres und auch dessen "was man schreibt" verwischen kann. So liest sich das neue Werk anfangs wie ein Selbstfindungsbuch, wird dann zum Abenteuerroman, biegt über den Thriller ab, um letztlich in der Science Fiction zu landen. Es gibt bei ihm schlichtweg keine Genregrenzen und auch der sprachliche Aufbau birgt für den Leser so einige Herausforderungen. Denn auch hier übertritt er mehrfach die Konventionen und zieht den Leser in seinen eigenen Kaninchenbau.
Als verbindendes Element begleiten den Leser durch alle Kapitel eigenwillige Worte oder Wortgebilde, welche die Besonderheiten des Romanes unterstreichen. Sie werden nach und nach aufgriffen, um spätere Resultate früheren Handlungen zuzuordnen. Kein Wort ist zuviel oder gar am falschen Platz. Man merkt an vielen Details, wie durchdacht und geplant dieser Roman ist. 
Dabei muss man ihm beim Lesen die Zeit geben, sich im Kopf entfalten zu können, denn dieses Buch ist wahrlich kein "fast food". So wirr es zwischenzeitlich erscheint und so verstörend manche Kapitel sein können, wie man so schön sagt, am Ende ergibt alles einen Sinn. Selbst für den Leser.

5 von 5 Inseln

Samstag, 11. Januar 2025

Hans-Dieter Furrer "Die geheimnisvolle Sphinx"

Wenn wir zum Buch greifen, wollen wir dem Alltag, seiner (Un-)Logik und seiner Monotonie entfliehen. Wir wollen in Welten eintauchen, die wir zwar verstehen können, die aber doch so ganz anders sind, als die, in welcher wir leben.
Viele Autoren formen eigene Welten, Welten, in denen unsere Gesetze nicht gelten und wo die Fantasie den Realismus bis zu einem gewissen Grad überlagert. Eigene nutzen aber auch unsere Welt und platzieren ihre Erzählung in sie hinein.
Und dann gibt es Ausnahmen. Ausnahmen, die die eigene Vorstellungskraft beflügeln und in ungeahnte Welten eintauchen lassen.
Was ich damit meine? Nun, Hans-Dieter Furrer hat seine eigene Art, die Leser in seine Erzählungen zu ziehen. Denn, habt ihr euch schon einmal vorgestellt, ihr steht vor einem Gemälde, starrt es an, über Monate und auf einmal findet ihr euch in dem Gemälde wieder und tanzt mit den Bauern um den Dorfanger? 
Oder ihr geht in einen Keller und kommt in einer ganz anderen Stadt wieder heraus?
Die charmante Erzählweise, der Ideenreichtum und auch der Wechsel zwischen witzigen und spannenden Texten macht diese Sammlung zu einem Leseerlebnis der ganz besonderen Art. 
Ein Autor, der durch seine eigene Art, im Buchstabendschungel des Einheitsbreis hervorsticht und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Die meisten Geschichten in "Die geheimnisvolle Sphinx" sind zuvor in den Phantastischen Miniaturen, herausgegeben von Thomas Le Blanc in der Phantastischen Bibliothek Wetzlar, erschienen.

4,5 von 5 Miniaturen

Danke an pmachinery.de für das Rezensionsexemplar.

Donnerstag, 26. Dezember 2024

Anthologie "Hinter Mauern"


Während die meisten von uns das Essen der letzten Tage und die dazugehörigen Gespräche zu verdauen versuchen, steht mein Bruder Medicus schon wieder in seinem Kräutergarten oder wahlweise in seiner dazugehörigen Hütte und versucht das nächste Rätsel zu lösen.
Ihr kennt Bruder Medicus noch nicht?
Nun, das könnt ihr ändern.
Ihn und die Protagonisten der anderen sechszehn Geschichten trefft ihr in der Burgenwelt-Anthologie "Hinter Mauern".
Alle Texte sind um mindestens eine Mauer angesiedelt. Die Geschichten spielen im Mittelalter, wobei die Orte, die Mauern und die Zeiten jeweils variieren.
Manchmal trifft man in einem Text auch auf mehrere Mauern, da sich sowohl eine physische als auch eine gesellschaftliche aus der Erzählung herauslesen lassen kann.

Und da Weihnachten auch immer eine Zeit ist, um "Danke" zu sagen, möchte ich auch bei allen Beteiligten danken.
Zuerst an großes Danke an Jana, denn ohne ihren Glauben an die Idee, hätte es dieses Projekt gar nicht gegeben.
Danke an die Autorinnen und Autoren, dass ihr Jana und mir eure Texte anvertraut habt.
Danke an Detlef Klewer, dass er mit seinen Bildern die Geschichten visualisiert.
Danke an die vielen kleinen und großen Helfer hinter den Kulissen.
Danke an die Rezensentinnen und Rezensenten, dass ihr auf das Buch hinweist und eure Meinung in Worte fasst.
Danke an jeden, der dem Buch ein Zuhause gibt. 

Schaut doch einmal vorbei, hier geht's zum Buch: burgenweltverlag.de/anthologien/hinter-mauern-fluch-oder-segen.html

Sonntag, 15. Dezember 2024

Corinna Griesbach "Luciens Manuskript"

Als Cindy "Luciens Manuskript" auf ihrem Schreibtisch liegen sieht, ist sie vom Donner gerührt. Schon lange hat sie nichts mehr von ihm gehört und nun soll sie sein Manuskript zusammen mit Lektor Merlin durcharbeiten. All die Geschichten, die Lucien in seinem Manuskript erzählt, lassen die beiden nebenher immer wieder über seine Verschrobenheit schreiben.
Mal unterhalten sie sich über ihre Vergangenheit mit Lucien, dann wieder über die Ereignisse, die in den Geschichten passierten, die sie gerade gelesen haben. Doch auch die Recherche zu dem Manuskript und das Privatleben der beiden wird ein ums andere Mal erzählt und auch die Wut, die Lucien bei den beiden zurückgelassen hat, kommt zwischen den Zeilen nicht zu kurz. 
Was Lucien in den einzelnen Geschichten erlebt, erscheint mal gruselig, dann aber auch wieder unglaublich.
Corinnas Erzählung reiht sich ein in die Schauergeschichten rund um Frankenstein, Dracula und andere Viktorianische Literatur.
Denn wie schon erwähnt, besteht der Text aus verschiedenen Elementen. Zu einen gibt es die Texte, die Lucien geschrieben hat, dann wird aber auch die Unterhaltung von Cindy und Merlin via SMS oder auch E-Mail niedergelegt. Vieles erinnert in der Aufmachung an die klassischen Briefromane und doch ist die Erzählung an die heutige Zeit perfekt adaptiert. Probleme, Sorgen und Nöte haben sich in den Jahren verändert, aber manche Gedanken bleiben bei den Menschen auch Jahrzehnte nach der Viktorianischen Ära gleich.
Wer sich vor den Weihnachtstagen noch einmal so richtig gruseln will oder offen für WEIRD FICTION ist, sollte zu Corinnas Buch greifen, solange Lucien es sich mit der Veröffentlichung nicht noch anders überlegt.

4,5 von 5 Schauergeschichten

Die Autorin hat mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Montag, 2. Dezember 2024

Jan Nowatschek "Die Verschwörung von Eldergrove"

In "Eldergrove" scheint die Welt noch in Ordnung. Mehrere Generationen von Wichteln leben in den beiden Stadtteilen ein geschäftiges, aber doch ruhiges Leben. Doch mit einem Mal wird hinter vorgehaltener Hand getuschelt. Der eine oder andere Nachbar wird auf einmal nicht mehr gesehen und zurück kehren sie auch nicht.
Einzelne Wichtel schmieden einen Plan, doch die Falschen wollen sich ihre Karten nicht aus der Hand geben.

In mehreren Handlungssträngen erzählt der Autor die Geschichte von dem Wichteldorf "Eldergrove" und einem gewissen Claus. Auf 320 Seiten zeigt er uns, was es heißt, wenn schöne Dinge wie Weihnachten, Nächstenliebe und Zusammengehörigkeit kräftigt durchgeschüttelt und man sich lediglich auf die Macht konzentriert.

In vielen detaillierten Beschreibungen entsteht die Welt von "Eldergrove" im Kopf des Lesers und man fiebert mit, wenn einzelne Wichtel dazu bestimmt sind, für die Gemeinschaft einzutreten. Dabei spürt man an vielen Stellen die Nähe zu großer Fantasieliteratur, die der auf seine Welt adaptiert. 

Ein Buch, was zeigt, wie fragil eine Gesellschaft sein kann, wenn man darauf bedacht ist, genau zuzuhören.

4 von 5 Wichteln

Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar.

Dienstag, 19. November 2024

Raphael Dorigo "Meotod - Die Wellen des Schicksals"

Nachdem der Wassermagier Lifan erwacht, erkennt er seine Umwelt nicht wieder. Auch weiß er seinen Namen nicht mehr. Kurz, er wird in der Stadt Gardby aufgenommen und ist nun Lifan. Der Frau Jörd ist er ihr Tagewerk und auch sonst integriert er sich gut in die Gemeinschaft. Doch immer hört er einen fernen Ruf. Er solle seine Menschen beschützen. Doch vor was? Den Wellen? Sich selbst?
Fantasy mit Religion zu vermischen ist nichts Neues. Fantasy mit Philosophie zu vermengen ist schon vorgekommen. Doch die Mischung aus Fantasy, Religion und Philosophie ist zumindest für mich eher ungewöhnlich.
Raphael Dorigo schafft mit "Meotod" den Spagat zwischen dem Mensch, der auszieht, um sich selbst zu suchen und zu finden und dabei seinen Platz in der Gemeinschaft zu fassen bekommt.
Oftmals sind solche Sinnsuchen davon geprägt, dass irgendwas, sei es das Selbst, die Anderen oder die Mission, vernachlässigt wird. Raphael geht in seinem Buch hin und lässt Lifan scheitern und verzweifeln, doch weder wird die Mission aufgegeben noch lässt sein Umfeld ihn allein. 
Vieles mag zu optimistisch klingen, doch zeichnet sich dadurch auch sein Werk aus. Denn es ist oftmals auch der Blick auf die Dinge und nicht nur die Dinge oder die Situation selbst. Wir können sehen, wie der Autor und sein Protagonist aus den verschiedenen Welten das Beste nehmen und es in dem Werk zusammenfließen lassen. Dabei kommt das Werk ohne Esoterik aus. Getragen durch ein wenig Magie, viele schlaue Gedanken und einen Funken Mystik finden die vielen Ideen von Raphael den Weg in den Kopf des Lesers und man betrachtet manches aus einem anderen Blickwinkel.

4 von 5 Wellen

Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar. 

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Weltenportal "Vampirausgabe"

Ein Tag vor Halloween und ihr habt noch nicht die passende Lektüre?
Da kann ich euch vielleicht einen Tipp geben.

Dieses Jahr haben wir beim Weltenportal eine Sonderausgabe zum Thema Vampire (weltenportalmagazin.de/ausgaben-archiv/sonderausgabe-vampire-10-2024/) gemacht, die ihr euch auf der Homepage herunterladen könnt.

Neben dreizehn Geschichten, die nicht unterschiedlicher sein könnten, haben wir im Magazinteil zusätzlich Fachartikel von Detlef Klewer und Friedhelm Schneidewind.
Weiterhin hat Judith Madera zwei Artikel über moderne Vampire und Vampire in Mangas und Animes beigesteuert.
Auf die Buchbesprechungen folgen schließlich Lyrik und zahlreiche Comics, um das Thema in seiner Vielfalt abzurunden.

Neugierig?

Und ja, ich habe in dieser Ausgabe ein kleines Jubiläum, da mit der Vampirausgabe meine zehnte Kurzgeschichte veröffentlicht wurde.

Wer wissen möchte, was eine Fledermaus und ein Eichhörnchen mit Vampiren zu tun haben, blättert in der Vampirausgabe zu meiner Geschichte "Das Vorurteil".