Dienstag, 31. Dezember 2024
Mein Jahr ... als Leseratte
Die Bloggerin und die Autorin sind begeistert, was das Jahr 2024 angeht. Die Leseratte ... eher nicht so.
Denn bei den ganzen Beiträgen für Neuveröffentlichungen, das Korrekturlesen für die Anthologie und auch für andere Autoren, blieb kaum Zeit, um das zu lesen, was einfach mal "Spaß" macht.
Vielfach habe ich das Lesen auf Termine abgestimmt und als ich jetzt nach Weihnachten einen Blick auf meinen SUB warf, schaute er mich doch arg enttäuscht an. Bücher, die ich mir als gebundene Ausgabe gekauft habe, weil ich nicht auf das Taschenbuch warten wollte, liegen dort immer noch. Andere Bücher liegen bereits das zweite Jahr nach der Messe bei mir zuhause, sie sind lediglich auf einen anderen Stapel gewandert. Vom Kindle reden wir mal lieber erst gar nicht. Bei Netgalley habe ich dieses Jahr irgendwann aufgehört, Bücher anzufragen, denn ich hatte einfach keine Zeit dafür.
Das soll sich nächstes Jahr wieder ein bisschen ändern. Ich möchte, allerdings erst nach Januar (aus Gründen), wieder mehr gemischt lesen.
Bücher, die mein Wissen mehren.
Bücher, die mich unterhalten.
Bücher, die ich lese, weil ich Autorenkollegen unterstützen möchte.
Und natürlich Bücher, weil ich Kleinverlage sichtbar machen möchte.
Und ja nebenbei will ich bloggen und schreiben.
Da habe ich natürlich wieder viel auf dem Zettel, aber die Leseratte will das Zepter schwingen. 😊😉
In diesem Sinne: Einen guten Rutsch ins (Lese)Jahr 2025!
Mein Jahr ... als Autorin
Auch wenn mein Jahr als Bloggerin schon gut lief, mein Jahr als Autorin toppt es mit Leichtigkeit.
Wie auf dem zweiten Bild ersichtlich, bin ich in sechs Publikationen vertreten.
"Hinter Mauern" war dabei meine zweite Herausgeberschaft und auch diese hat wieder sehr gut geklappt.
Bei beiden Malen hatte ich das Glück, mit Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, die viel von ihrem Fach verstehen und mit denen ich zusammen ein wundervolles Buch gestalten durfte.
Natürlich wurden auch einige meiner Geschichten dieses Jahr abgelehnt, aber wie heißt es so schön, es gibt diese berühmte Schublade, die jeder Autor hat. Vielleicht kommt auch die Zeit für diese Geschichten. Wer weiß das schon so genau?
Für das nächste Jahr habe ich schon zwei oder eventuell schon drei neue Geschichten in der Pipeline. Ansonsten schaue ich, wohin das Jahr mit seinen zahlreichen Ausschreibungen mich führt. Ich bin gespannt.
Montag, 30. Dezember 2024
Mein Jahr ... als Bloggerin
Dieses Jahr hat mich in vielerlei Hinsicht erstaunt.
Als die erste Anfrage kam, ob ich mir vorstellen kann, eines meiner Interviews zum Abdruck zur Verfügung zu stellen, war ich doch sehr überrascht. Die Reaktionen auf die Interviews sind sehr unterschiedlich, wobei ich den Eindruck habe, dass sie von Wenigen gelesen werden.
Umso mehr war ich begeistert, als die zweite Anfrage kam.
Eine weitere Überraschung war, als ich Anfang des Jahres sowohl zu einer Folge von "Talkien" als auch zu einer Interviewreihe für das Science Fiction Jahrbuch eingeladen wurde.
Was mich noch erstaunt hat?
Wie sehr sich mein kleines Netzwerk gefestigt hat.
Immer häufiger wurde ich bei Buchveröffentlichungen gebeten, kleine Werbebeiträge zu machen, Rezensionen zu schreiben oder auch ein passendes Interview zu führen.
Mit "Campus2049" habe ich kontinuierlich für das Weltenportal die Schritte der Entstehung der Anthologie zum 50-jährigen Bestehen der DHBW begleitet.
Für das reisswolf-magazin.de schreibe ich regelmäßig Rezensionen und auch ansonsten freuen sich die Beteiligten über meine Texte.
Und doch:
Man hat es in der Einleitung schon gemerkt, die Interviews fordern ...
Das passende Buch lesen, Fragen überlegen, den Autor anschreiben, ggf an die Antworten erinnern, das Setzen auf dem Blog, Bildbearbeitung ...
Die Klicks zu den Interviews und auch die Tatsache, dass einige Autorinnen und Autoren die Interviews weder teilen noch auf ihrem Blog verlinken, lässt mich diesen Bereich runterfahren.
Dieses Jahr gab es jede Woche ein Interview, an den Weihnachtstagen sogar an jedem Tag eins. Teilweise haben sich auf dem Blog nur fünf Leute ein Interview angeschaut.
Nächstes Jahr gibt es einmal im Monat den "Autoren-Donnerstag" und vielleicht bei Neuerscheinungen noch einen zusätzlichen Beitrag.
Donnerstag, 26. Dezember 2024
Anthologie "Hinter Mauern"
Während die meisten von uns das Essen der letzten Tage und die dazugehörigen Gespräche zu verdauen versuchen, steht mein Bruder Medicus schon wieder in seinem Kräutergarten oder wahlweise in seiner dazugehörigen Hütte und versucht das nächste Rätsel zu lösen.
Ihr kennt Bruder Medicus noch nicht?
Nun, das könnt ihr ändern.
Ihn und die Protagonisten der anderen sechszehn Geschichten trefft ihr in der Burgenwelt-Anthologie "Hinter Mauern".
Alle Texte sind um mindestens eine Mauer angesiedelt. Die Geschichten spielen im Mittelalter, wobei die Orte, die Mauern und die Zeiten jeweils variieren.
Manchmal trifft man in einem Text auch auf mehrere Mauern, da sich sowohl eine physische als auch eine gesellschaftliche aus der Erzählung herauslesen lassen kann.
Und da Weihnachten auch immer eine Zeit ist, um "Danke" zu sagen, möchte ich auch bei allen Beteiligten danken.
Zuerst an großes Danke an Jana, denn ohne ihren Glauben an die Idee, hätte es dieses Projekt gar nicht gegeben.
Danke an die Autorinnen und Autoren, dass ihr Jana und mir eure Texte anvertraut habt.
Danke an Detlef Klewer, dass er mit seinen Bildern die Geschichten visualisiert.
Danke an die vielen kleinen und großen Helfer hinter den Kulissen.
Danke an die Rezensentinnen und Rezensenten, dass ihr auf das Buch hinweist und eure Meinung in Worte fasst.
Danke an jeden, der dem Buch ein Zuhause gibt.
Schaut doch einmal vorbei, hier geht's zum Buch: burgenweltverlag.de/anthologien/hinter-mauern-fluch-oder-segen.html
Donnerstag, 31. Oktober 2024
Fiktiv-Interview Anja Bagus
Heute gibt es ein Fiktiv-Interview basierend auf den Charakteren aus Anja Bagus Roman "Hund & Katz".
Baden-Baden, 1915.
Vor ihrer Schicht haben sich die Kommissare Weiterstätter (Hundveränderter) und Tannengrün (Katzenveränderte) Zeit für ein kleines Interview genommen.
Ihr arbeitet im Amt für Aetherangelegenheiten. Was unterscheidet das Amt von einer "normalen" Polizeistation?
Tannengrün: Zunächst mal: Wir heißen zwar Kommissare, sind aber keine Polizisten. Das ist wichtig, da die echten Polizisten sonst sauer werden.
Unser Amt ist eine Behörde, die im gewissen Sinne einer Polizei sehr ähnlich ist, aber vor allem immer dann gerufen wird, wenn es um Fälle geht, die mit Æther zu tun haben. Das kann tatsächlich sein, dass echter Æther irgendwo austritt oder vorzufinden ist, oder eine der Auswirkungen der Substanz eine wichtige Rolle spielt. Hauptsächlich geht es dabei um die Veränderten, also Menschen, die sich durch den Einfluss von Æther im Aussehen und teilweise auch Verhalten verändert haben. Die meisten Menschen sind dabei eigentlich nicht gefährlich, manche aber schon. So eine Veränderung zu einem Mannwolf ist nicht einfach so wegzustecken.
Weiterstätter: Wir werden also meistens gerufen, um Probleme, die zwischen der veränderten und der normalen Bevölkerung entstanden sind, zu lösen.
Eine andere Sache sind die Erwachten. Das sind Wesenheiten, die durch den Æther entstanden sind, oder eben erwacht sind, weil es sie möglicherweise früher schon gegeben hat. Dazu zählen kleine und größere Gottheiten, Sagengestalten oder andere Entitäten. Es ist halt schon anstrengend mit der Wilden Jagd, und auch so Wesen wie der Teufel (laut Registratur gibt es schon 54 Unterarten dieser Gattung) sorgen für Probleme.
Dann ruft man uns.
Wie kommt ihr im Alltag mit eurem veränderten Wesen in der Bevölkerung klar? Und welche Auswirkungen haben die Veränderungen auf euch selbst?
Weiterstätter: Im Jahr 1915 waren ca. 20% der Weltbevölkerung in irgendeiner Art und Weise verändert. Wir sind also immer noch eine Minderheit und es wird vermutet, dass das auch so bleibt. Warum sich jemand verändert und wann es passiert, ist immer noch ziemlich unklar. Man spekuliert, dass jemand, der mit seinem Leben sehr unzufrieden ist, oder einem bestimmten Aspekt davon, eher verändert wird, als jemand anders, der mit sich und seinem Leben sehr zufrieden ist. Für die meisten von uns ist die Veränderung zwar erst mal beunruhigend und die Gesellschaft findet es ebenfalls nicht gut, aber nach einige Zeit merken wir Veränderte, dass wir uns wohler in unseren Körpern finden. Der berüchtigte Mannwolf mit Schaum vorm Maul ist eher die Ausnahme. Die schnellen radikalen Veränderungen der Anfangszeit um 1910 herum sind ja größtenteils vorbei, sodass auch die Gesellschaft langsam merkt, dass wir gar nicht so schlimm und in manchen Fällen sogar eine Bereicherung sind.
Wir selbst sind sehr zufrieden mit unseren Veränderungen. Ich möchte nicht mehr auf meine gute Nase verzichten.
Tannengrün: Und ich nicht auf mein Fell.
Weiterstätter: Das ist heute besonders seidig.
Tannengrün: Wir sind im Dienst!
Weiterstätter: Das wird man doch noch sagen dürfen!
Ich durfte die Niederschrift eurer Fälle von Anja Bagus lesen. Ihr werdet vornehmlich bei Fällen mit Veränderten hinzugezogen. Ist es so, dass ihr durch eure eigene Veränderung eine gewisse Ruhe in den Fällen ausstrahlt und somit Situationen besser einschätzen könnt?
Tannengrün: Meistens können wir nur deswegen ruhig bleiben, weil wir zwei Dinge ganz genau wissen: Erstens steht das Amt hinter uns und zweitens sind wir uneingeschränkt füreinander da.
Wir sind schon so etwas wie die Spezialisten für die besonderen Fälle, aber das macht uns nichts.
Weiterstätter: Und es ist schon was dran, dass in unseren Schichten immer wieder die seltsamsten Dinge passieren ... ob das jetzt an uns liegt oder Zufall ist ... Ich bin jedenfalls immer wieder froh, dass meine Kollegin genau das kann, was ich nicht kann und umgekehrt.
Welcher Fall hat euch am meisten beeindruckt?
Tannengrün: Ich war mit der Wilden Jagd etwas überfordert. Da ging es mal wieder um Leben und Tod für einen unschuldigen Menschen, nur weil die Erwachten sich nicht einig waren. Diese mächtigen Entitäten sind sich oft nicht bewusst, was sie anrichten können.
Weiterstätter: Ich fand verständlicherweise die Sache mit dem Hofhund besonders schlimm.
Tannengrün (ihren Kollegen kurz streichelnd): Ja, das hatte der Arme nicht verdient.
Weiterstätter: Aber es am Ende irgendwie gut geworden.
Tannengrün: Am schlimmsten trifft es immer die Kinder. Weißt du noch, das kleine Hasenmädchen am Weihnachtsabend?
Weiterstätter (knurrt): Ja, da war der Krampus gerade zur rechten Zeit da. Diese Feiglinge.
Tannengrün: Eigentlich ist es oft schlimm, wenn wir gerufen werden. Und Leid ist nicht zu messen. Darum ... ist es schwer, einen schlimmsten oder beeindruckendsten Fall zu finden. Aber das mit dem Ei ...
Weiterstätter: Wo du Mutter geworden bist?
Tannengrün: Sei still.
Weiterstätter (streichelt seine Kollegin, die ihre Ohren angelegt hat): Er wird sich sicher einmal melden.
Tannengrün: Ich bitte um die nächste Frage.
Habt ihr mit den Täter, wenn man sie überhaupt so nennen kann, auch schon einmal Mitleid und mildert das Strafmaß?
Weiterstätter: Tatsächlich sind wir oft für Strafen gar nicht zuständig. Wir übergeben sowas an die Polizei. Wir regeln aber vieles ohne die, wenn es nur um Beschwerden oder Probleme der Bürger mit den Veränderten gibt. Und ja, da war dieser Storchenmann, der einfach ein Baby behalten hat ... Das war schon ein schwieriger Fall. Wer hatte das Schuld und gab es überhaupt einen Fall? Oft geht es erst einmal darum, zu verstehen, warum jemand etwas macht und warum jemand anders damit ein Problem hat. Wir haben ja den Leitspruch: Audiatur et alterapars – Auch die anderen sollen gehört werden. Das bedeutet viel reden und viel Verständnis. Im besten Falle jedenfalls.
Wie kann man sich die Zusammenarbeit zwischen Hund und Katz vorstellen?
Tannengrün: Meistens redet Weiterstätter erst mit den Leuten. Die denken dann, er wäre so ein scharfer Hund, dabei ist er der Nette von uns beiden.
Weiterstätter: Naja, ich bin halt so. Die meisten brauchen das ja, dass man ihnen zuhört. Wenn es brenzlig wird, dann kommt Tannengrün und fährt nicht nur sprichwörtlich ihre Krallen aus.
Tannengrün: Oft geht das halt hin und her. Kommt drauf an, wie sehr die Situationen eskalieren. Wir ergänzen uns dann da immer vortrefflich.
Wird es weitere Geschichten mit euch geben?
Tannengrün: Nunja, wir sind noch nicht am Ende unserer Laufbahn!
Weiterstätter: Ich hoffe es doch!
Nachdem ihr Tannengrün und Weiterstätter kennengelernt habt, könnt ihr hier mehr über sie erfahren:
anja-bagus.de/shop
In diesem Sinne: Fröhliches Lesen und freut euch auf das nächste Interview.
Donnerstag, 3. Februar 2022
Literaturinterview Henri de Toulouse-Lautrec
Habt ihr euch schon einmal vorgestellt, wie es wäre, wenn ihr eine Romanfigur zu ihren Handlungsweisen befragen könntet? Wenn ihr sie fragen könntet, warum sie etwas in einer Geschichte tut und warum sie sich so verhält, wie sie es tut? Übergange verschwinden, wenn es sich dann noch um eine historische Figur handelt, die wirklich gelebt hat. Also, seid ihr bereit ein Interview zu lesen, was Realität, Historie und Fantasie vermischt?
Es gibt sich die Ehre: Henri de Toulouse-Lautrec.
1) Wieso setzt du dich so für Noël ein?
Er erinnert mich in mancherlei Hinsicht an mich selbst, als ich in seinem Alter war. Einerseits völlig der Kunst verschrieben, ihretwegen extra aus der Ferne ins pulsierende Paris gekommen und dann irgendwie verloren und rückhaltlos in dieser großen Stadt. Zudem erkenne ich das wahnsinnige Talent des Jungen. Und da er selbst nicht an sich glaubt, muss es einfach jemand anderes tun.
2) Was macht die Faszination aus, auf Montmartre Bilder zu malen?
Montmartre ist ein Schmelztiegel, die unterschiedlichsten und interessantesten Charaktere treffen hier aufeinander. Das Leben der einfachen Leute, der Künstler, der Bohème, der Prostituierten… all dies kann ich auf der Leinwand verewigen. Und natürlich befindet sich mein liebstes Etablissement in Montmartre: das Moulin Rouge. Ein ewiger Quell an Inspirationen für mich.
3) Was machst du, wenn die Muse dich nicht küsst?
Dann gehe ich ins Moulin Rouge, gönne mir einige Cognacs und sehe den hübschen Damen so lange beim Tanzen zu, bis sie mich wieder in ihren weichen Schwingen wiegt.
4) Welches deiner Werke ist ein Meisterstück geworden, obwohl die Qualität der Farben es nicht vermuten ließ?
Das dürfte wohl mein letztes Werbeplakat für eben jenes Etablissement sein. Es zeigt meine sehr geschätzte Louise (und weil es eben sein musste, den hakennasigen Valentin) beim Tanz im Moulin Rouge. Der Druck ist ausgesprochen gut geworden – ganze Heerscharen hat dieses Plakat zu den Tanzbällen ins Moulin Rouge gelockt.
5) Würdest du wieder Künstler werden wollen? Würdest du wieder einen Protegé aufnehmen?
Obwohl ich wegen der Malerei mit einem Großteil meiner Familie gebrochen habe: unbedingt. Ich würde jederzeit wieder Künstler werden wollen. Zur zweiten Frage: Ich fürchte nein. So etwas wie mit meinem lieben Noël… das ertrage ich kein zweites Mal.
Hier geht es zur Rezension zum dazugehörigen Buch: Selina Schuster - Absinthe
Sonntag, 28. November 2021
Weltenportal 2.0 - Weltenportalreporterin
Hätte mir am 01.01. dieses Jahres jemand gesagt, was im Laufe dieses Jahres alles passieren würde, ich hätte seinen Worten nicht wirklich Beachtung geschenkt.
Und doch ist es gerade in diesem Augenblick nichts weniger als die Wahrheit.
Angefangen mit ein paar kurzen Nachrichten über Bücher, über den Aufbau von Rezensionen, das Entdecken von der gemeinsamen Freude an viktorianischen Krimis und meiner Bildungslücke bei Dr. Who entwickelt sich eine Eigendynamik, die ich kaum für möglich gehalten hätte...
Mit Dr Who bin ich durch die Zeit gereist, habe seine Liebe zu verschiedenen Zeiten der Menschheit geteilt, habe ein Sherlock Holmes Projekt begonnen und bin nun auch noch offiziell als Weltenportalreporterin unterwegs.
Angefangen mit einer Rezension in der ersten Ausgabe waren dem Herausgeber Christoph Grimm meine Literaturinterviews aufgefallen und er wollte eins für sein E-Zine...
Also habe ich mich aufgemacht nach "Manhattan 2058" und habe Mike Quillan zum Interview getroffen. Wir haben über die Zukunft der Menschheit gesprochen, über Korruption und all die anderen bösen Dinge, die es gilt zu bekämpfen. Mit den Fragen bin ich dann zurückgereist und habe sie dem Schöpfer Jürgen Bärbig vorgelegt, welcher Mike Quillan in seine Schranken wies.
Ein kleines Abenteuer für mich, ein interessantes Interview für die Leser des Weltenportals.
Ein großes Danke geht an die beiden Herren, die das möglich gemacht haben. Chris, der immer wieder meine Kreativität unterstützt und Jürgen, der sich wieder einmal auf meine verrückte Interviewidee eingelassen hat.
weltenportal-magazin.christophgrimm.com/
Donnerstag, 9. September 2021
Literaturinterview Paracelsus Teil 2
Schön, dass ihr wieder da seid. Ich gehe davon aus, dass euch das Interview letzte Woche gut gefallen hat, also übergebe ich direkt wieder an Paracelsus.
Was war das Schlimmste an deiner Flucht durch Europa?
Dass kein Ende absehbar war. Ich wusste, der rote Orden würde niemals ruhen und mich immer verfolgen, solange er sein Buch nicht zurück hat. Es erschien mir ausweglos! Für immer auf der Flucht. Noch heute steigt die Galle in mir hoch, beim Gedanken daran!
Wenn du dich noch einmal neu entscheiden könntest, würdest du Simon wieder als Schüler aufnehmen?
Keinesfalls. Das war der größte Fehler meines Lebens. Und das will wirklich etwas heißen.
Was war das schönste Erlebnis während deiner Studienzeit in Basel?
Das war ein Tag, bevor alles begann. Als wir noch für den alten Bischof Leichen sezieren durften. Mit Caspar habe ich mich blendend verstanden und fast nie gestritten. Laurencz hatte gerade seine Anstellung bei der Stadtwache gefunden. Alle waren wir glücklich im Goldenen Ochsen. Nichts war kompliziert, nichts war schwierig. Auf dem Heimweg hat mich Margret das erste Mal geküsst. Das war ... ich sollte nicht darüber sprechen.
Was war deine unangenehmste Untersuchung?
Puh, da gibt es so einige ... Aber der Anus des alten Weibes auf dem Schrannenplatz zu München ist wohl ganz oben mit dabei.
Bist du mit der Geschichte, die deine Autorin über dich geschrieben hat zufrieden?
Haha! Nun ja, sie hat mich besser aussehen lassen und dankenswerter Weise meinen Sprachfehler unter den Tisch fallen lassen. Ich hätte mir vielleicht mehr Raum für meine Alchemie und die Lehre meiner drei Prinzipien gewünscht. Das ist mir besser gelungen! Diese Seelensuche damals ... darüber rede ich eigentlich nicht so gern. Schließlich sollte es ja ein Geheimnis bleiben!
Vielen Dank Paracelsus für das aufschlussreiche Interview und danke liebe Eva Isabel Schmid für das ungewöhnliche Interview.
Ihr wollt meine Meinung zu den Büchern lesen, hier sind die Links zu meinen Rezensionen:
Eva Isabel Schmid - Paracelsus 1
Eva Isabel Schmid - Paracelsus 2
Donnerstag, 2. September 2021
Literaturinterview Paracelsus Teil 1
Habt ihr euch schon einmal vorgestellt, wie es wäre, wenn ihr eine Romanfigur zu ihren Handlungsweisen befragen könntet? Wenn ihr sie fragen könntet, warum sie etwas in einer Geschichte tut und warum sie sich so verhält, wie sie es tut?
Übergange verschwinden, wenn es sich dann noch um eine historische Figur handelt, die wirklich gelebt hat.
Also, seid ihr bereit ein Interview zu lesen, was Realität, Historie und Fantasie vermischt?
Es gibt sich die Ehre: Paracelsus.
Woher kam der Wunsch sich gegen bestehende Konventionen aufzulehnen und nach der Seele der Menschen zu suchen?
Die Ärzte bringen die Patienten direkt ins Grab! Die derzeit praktizierte Medizin ist einseitig und veraltet. Die Ärzte beschäftigen sich nicht genügend mit dem Patienten, auch suchen sie nicht nach der wahren Ursache von Erkrankungen. Weder findet man bei meinen Kollegen Mitgefühl für den Patienten, noch Berufsehre. Viele Behandlungen schaden dem Patienten mehr, als ihnen zu nützen. Daran musste ich etwas ändern! Solange wir nichts über das wissen, was uns Menschen wirklich ausmacht - unsere Seele nämlich -, wird alle Medizin im Dunkeln tappen. Solange sind wir Krankheit und Tod schutzlos ausgeliefert. Wie sollte ich einen Kranken richtig behandeln, wenn ich rein gar nichts über seinen eigentlichen Kern weiß? Das hat mir einfach keine Ruhe gelassen!
Welcher Begleiter ist dir lieber? Caspar oder Simon?
Caspar natürlich. Er ist mein bester und einziger Freund auf dieser Welt. Simon war nur zufällig da und ist mir einfach nachgelaufen. Caspar hat es mir nie geglaubt, aber ich wollte wirklich nie, dass Simon mir hilft. Eigentlich.
Welche Studienzeit hat dir besser gefallen? Basel oder Ferrara?
Ach, schwierige Frage. In Ferrara waren die Lehrmeinungen fortschrittlicher und die Professoren aufgeschlossener gegenüber neuen Behandlungsmöglichkeiten. Das Wetter war gut, der Wein war süß, und die Weiber ... Eigentlich war es für mich das Paradies. Aber ... Caspar und Margret waren nicht da. Basel war für mich immer mein Zuhause. Das kann man nicht ersetzen.
Trotz deiner großen Bestrebungen gehst du auch immer auf die Märkte und hilfst dem kleinen Volk. Würdest du dich als ein Menschenfreund bezeichnen?
Nun ja, im direkten Kontakt finde ich die Menschen oft schwierig (und sie mich wahrscheinlich auch). Ich tue mich schwer, auf mein Gegenüber einzugehen. Auch kann ich ganz schlecht andere Meinungen akzeptieren. Menschen treiben mich zur Weißglut mit ihrem Unsinn! Mit den Patienten ist es aber anders: Das ist eine andere Ebene, und es geht nur darum, dem anderen zu helfen. Das kann ich gut, und dann gibt s auch keinen Streit. Also, solange ich Arzt sein darf, bin ich wohl ein Menschenfreund. Ansonsten ...
Welcher deiner Widersacher ist in deinen eigenen Augen der größere Feind der Stadt Basel?
Basel selbst. Also, das Schlechte im Menschen. Was die Verzweiflung mit ihm macht. Es ist immer dasselbe: Leidet der Mensch Not, sucht er sich einen Sündenbock. Der Mensch ist sich selbst der größte Feind.
Nächste Woche geht es weiter mit dem Interview.
Wenn ihr aber schon jetzt weiterlesen folgt, nehmt doch gerne das Buch von Eva-Isabel Schmid zur Hand und erfahrt mehr über die Abenteuer von Paracelsus und seinem Freund Caspar.
Sonntag, 29. August 2021
Jetzt spreche ich
Vor einiger Zeit habe ich hier zwei Interviewreihen ins Leben gerufen: Einmal "Blogger Wanted" und einmal "Autoren-Donnerstag". Zwar bin ich bemüht auch diese Interviewreihen fortzuführen, doch mangelt es mir zeitweilig an Interviewpartnern.
Wer allerdings sich als äußerst gesprächig erweist sind Romanfiguren.
Anscheinend haben sie letztes Jahr mein Interview mit Celeste Summersteen gelesen und wollen jetzt auch mal zu Wort kommen. 😏
Ein Interview startet schon am Donnerstag und das nächste steht auch schon in den Startlöchern. Mal schauen, wer sich demnächst hier noch so vorstellt. 😊
Alle Interviews werde ich mit dem Label "Jetzt spreche ich" versehen, so könnt ihr die Interviews immer wieder nachlesen.
Samstag, 7. November 2020
Autoren-Vorstellung mit Gast
Hier folgt nun mein kleines Interview mit Celeste Summersteen. Wer Sie noch nicht kennt, hier lernt ihr sie kennen: Vorstellung Celeste Summersteen
Liebe Celeste, du kommst auch aus einer Zeit des Umbruchs, wie findest du es, dass eine Buchmesse im Internet stattfindet?
Ich bin jemand, der gerne mit Menschen zu tun hat. Am liebsten spreche ich mit ihnen von Angesicht zu Angesicht. Aber in solch ungewöhnlichen Zeiten, muss man auch ungewöhnliche Wege gehen. Daher finde ich es gut, dass es eine Messe geben wird. Wobei ich dieses „Internet“, das Sie mir vorhin erklärt haben, noch äußerst befremdlich finde. Zugegeben, ich habe mich damit auch noch nicht ausführlich beschäftigt. Mich fasziniert noch die Entdeckung der Elektrizität. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das durchsetzen wird.
Die erste Buchmesse in den USA hat zu dem Zeitpunkt deiner Bücher noch nicht stattgefunden. Wie würdest du dir eine Buchmesse in deiner Zeit vorstellen?
Oh, eine solche Messe würde in einem wundervollen Hotel stattfinden. Man diniert im großen Saal, bei Musik von Chaupin oder Mozart und kann dazwischen bei den einzelnen Ständen vorbei flanieren um sich die Neuheiten anzusehen.
Es gibt Lesungen im Cafè, oder im Kaminzimmer. Man kommt mit den Autoren ins Gespräch und kann sich mit angenehmer Plauderei ein wenig die Zeit vertreiben. Ich hätte dann Gelegenheit Mr. William Wilkie Collins kennenzulernen. „The women in white“ habe ich verschlungen.
Was fehlt dir bei der virtuellen Buchmesse an meisten?
Ich kann mir das ehrlich gesagt immer noch nicht richtig vorstellen. Man sitzt also vor einem kleinen Kasten und irgendwo sitzen andere Menschen auch vor einem kleinen Kasten, wie bei einem Foto, das sich bewegt… also ich weiß ja nicht. Da würde mir, glaube ich, der persönliche Kontakt fehlen. Es ist doch immer etwas besonderes mit Gleichgesinnten beisammen zu sitzen und bei einem Glas Sherry miteinander zu reden.
In den eigenen vier Wänden zu sitzen, macht man schon oft genug, da wäre es schön auszugehen. Aber wie bereits gesagt. Es sind außergewöhnliche Zeiten, die aber auch wieder vorbei gehen werden. Da bin ich mir sicher.
Wenn du dich entscheiden müsstest zwischen technischen Neuerungen wie z.B. E-Books und dem klassischen Buch, wofür würdest du dich entscheiden?
Du hast mir dieses e-Book ja eben gezeigt und ich habe es in der Hand gehabt und wusste nicht wie es zu handhaben ist. Es ist sicher eine wunderbare Erfindung, aber ich bevorzuge doch das klassische Buch. Damit lassen sich auch viel leichter Mücken erschlagen.
Wenn du dir deine Zeit und unsere Zeit anschaust, kommt dir unsere Zeit dann vor wie eine Dystopie?
Von den Lebensumständen her gesehen, würde ich eher meine Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts als Dystopie bezeichnen. Die Sterblichkeitsrate ist viel höher, die Zahl der Armen ist erschreckend hoch. Dinge wie Krankenversicherungen gibt es zu meiner Zeit nicht und man kann an einer schlimmen Grippe sterben, weil sich nicht jeder Medizin leisten kann.
Die medizinische Entwicklung ist soweit fortgeschritten, wie man es sich zu meiner Zeit nie erträumt hätte.
Auch was den Lebensstandard anbelangt, oder die Hygiene sind Sie in Ihrem Jahrhundert, dem unsrigen Meilenweit voraus. Alleine Ihre Toilettensituation ist ein Traum. Ich mag mich gar nicht mehr umgewöhnen. Andere Dinge finde ich erschreckend und faszinierend zugleich, zum Beispiel, dass der Mensch Maschinen gebaut haben soll, mit denen er fliegen kann.
Jede Zeit hat ihre großen Probleme, das war schon immer so. Leider wird es immer wieder Menschen geben, die diese Probleme ignorieren, sie totschweigen, oder schlicht nicht wahrhaben wollen.
Da unterscheidet sich Ihre Zeit überhaupt nicht von der meinen.
Das Erfreuliche, es wird aber auch immer Menschen geben, die sich den Problemen stellen und etwas dagegen unternehmen wollen. Deshalb seien Sie guter Dinge, es wird sich noch alles zum Guten wenden.
Danke Celeste für die interessanten Antworten und euch vielen Dank für Lesen.
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