Donnerstag, 24. September 2026

Julian Hannes Jarow "Der Mensch ist böse"

Liest man einen Krimi und klappt danach das Buch zu, ist man oftmals froh, dass es sich bei dem Text um Fiktion handelt.
Doch was passiert, wenn man ein Buch liest, dass sich mit wahren Verbrechen befasst?
True Crime ist heute in aller Munde, doch dieses Buch ist schon so lange auf dem Buchmarkt, dass es der Pionier dieses Genres sein könnte.
Der Autor, ein damaliger Youtube-Star, hat sich mit Verbrechen beschäftigt, die zum Teil bis zum Erscheinungsdatum des Buches nicht geklärt waren.
Er greift bekannte Fälle, wie den Entführungsfall um Maddie auf, aber auch den Ausbruch von Alcatraz schildert er in seinen dreizehn Fälle.
Entführung, Mord, Flucht, er hat sich der ganzen Bandbreite an Verbrechen bedient und zeigt, unterstützt von einem Profiler, wie Menschen ticken können, wenn sie so handeln.
Drohbriefe, ein Schiff dessen Besatzung verstorben ist oder gar ein Rächer, der es nur auf Verbrecher abgesehen hat, reihen sich in seine Darstellungen ein.

In einer ruhigen Sprache, die jedes reißerische Wort vermissen lässt, berichtet der Autor über die Fälle, stellt die Fakten zusammen und fügt etwaige Vermutungen hinzu. Zum Schluss rundet er den Beitrag durch sein individuelles Fazit ab.
Zu jedem Fall schreibt er eine thematische Zusammenfassung, die die Eckpunkte der jeweiligen Verbrechensart umfasst, um dem Leser einen Überblick zu verschaffen.

Das Buch liest sich anders als ein Krimi, da man weiß, dass es sich um echte Fälle handelt. Hier und da blitzt beim Autor die Empathie durch, gerade wenn es um die Verwandten der Opfer geht.
Man kann und will oftmals nicht glauben, dass Menschen zu so etwas fähig sind und gleichzeitig ist es interessant zu lesen, wozu die Psyche des Menschen fähig ist.

Ein Buch über die Hintergründe zu dem wohl beliebtesten Genre der Literatur.

4,5 von 5 Verbrechen

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