Montag, 23. März 2020

Flix "Faust"

Sicherlich sind heutzutage schwere Zeiten und man denkt viel zu viel an Corona, aber habt ihr auch gelesen, was Psychologen sagen?
Man soll sich auch mal mit etwas anderem beschäftigen und ich fand, bei all den schlechten Nachrichten, muss auch mal was gutes daher.
Deswegen gab es heute Mittag diese Graphic Novel.
Flix schafft es den vermeintlich verstaubten Klassiker in die moderne Zeit zu beamen und das alte Thema mit neuem Leben einzuhauchen. Dabei bleibt die ursprüngliche Geschichte gut erkennbar und man muss sich teilweise vor Situationskomik den Bauch halten vor Lachen. Toll gezeichnet, witzige Dialoge und gute Ideen bestechen in dieser Graphic Novel das Bild.
Für mich genau das richtige, um mal wieder herzhaft zu lachen, bevor es im Alltagstrott wieder weitergeht.

5 von 5 Sternen

Lieblingsverlag

Habt ihr euch bei dem Kauf von Büchern schon einmal bewusst Gedanken darüber gemacht, ob ihr bei euren Käufen bestimmt Verlage unterschwellig bevorzugt?
Nicht unbedingt oder vielleicht eben doch, weil es eben der Verlag ist, oder eben, weil euch die Bücher dieses Verlages speziell interessieren?
Jetzt kann man natürlich sagen, ja gut, bei den großen Verlagen muss ja für jeden etwas dabei. Stimmt.
Ich denke aber auch gerade an die kleineren Verlage, die, die ein bestimmtes Genre vertreten und dadurch nicht die allgemeine Leserschaft ansprechen, sondern etwas bieten, was große Verlage oftmals nicht bieten. Individualität und eben kein Mainstream.
Klar ist kleiner Verlag nicht kleiner Verlag, ein offensichtlich "kleiner" Verlag kann auch zu einer Verlagskette gehören und somit gar nicht so klein sein, wie man zuerst dachte.
Ich, für meinen Teil, liebe es, ab und zu mal eine gute Detektivgeschichte zu lesen und daher finde ich gerade kleine Verlage oft richtig gut.
Und ihr so?

Sonntag, 22. März 2020

Claus Derra "Achtsamkeit und gestörter Schlaf"

Schlafen. Einfach nur schlafen. Hört sich so einfach an, aber für manche Menschen ist der abendliche Gang zum Bett der schlimmste Weg des ganzen Tages.
Wer eine ausgeprägte oder auch nur eine vorübergehende Schlafstörung hat, weiß wovon ich rede. Man liegt im Bett, entweder hellwach oder man schreckt immer wieder auf.
Am nächsten Morgen steht man auf, guckt in den Spiegel und kann nicht glauben, wie viele Augenringe ein einzelner Mensch haben kann. 

Man ist genervt, man ist müde und man bekommt über Tag nichts auf die Reihe. Hinzukommt, dass man abends dann oft fit ist und der ganze Zyklus wieder von vorne losgeht.
Dr. med. Claus Derra und Dr. med. Corinna Schilling nehmen sich in diesem Buch der weitreichenden Probleme der Schlafstörungen an. Es sei direkt gesagt, ein Patentrezept für alle Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, gibt es nicht.
Jeder, der schon mal unter einer Schlafstörung gelitten hat, weiß, wovon ich rede. 
Anhand von mehreren Beispielen erklären die beiden, wie es zu Schlafstörungen kommt und wie die einzelnen Patienten aus ihrer jeweiligen Schlafstörung wieder herauskommen können.
Unterteilt werden die Schlafstörungen in anatomische und psychologische Schlafstörungen, was schon zeigt, dass ganz unterschiedliche Behandlungen von Nutzen sein müssen.
Mit dem Buch wird auch eine CD und ein umfangreiches Downloadmaterial zur Verfügung gestellt, was beiden Gruppen von Betroffenen helfen kann.
Beide betonen aber auch, dass bei einer langfristigen Schlafstörung der Gang zum Arzt unerlässlich ist.
Trotz der Kürze des Buches befassen sich die beiden umfangreich mit dem Thema und CD, Downloadmaterial und Literaturverzeichnis geben einen guten Überblick, um sich mit dem Thema zu beschäftigen.
Das Buch richtet sich sowohl an Menschen, die sich zum ersten Mal mit dem Thema befassen, als auch an Menschen, die sich schon in die Thematik eingelesen habe, da die Wissenschaft auch immer wieder neue Erkenntnisse erzielt.
Ich werde auch mehrere von ihren Tipps umsetzen und mal schauen, ob es mir langfristig hilft.

4 von 5 Sternen

Lesen in der Pandemie-Zeit

Auf einmal hat man richtig viel Zeit. Man sitzt zuweilen über Stunden zuhause und könnte genau das machen, wofür man im normalen Alltag wenig Zeit hat. LESEN... Lesen über Stunden. Man könnte seinen SUB so richtig in Angriff nehmen und all die SUB-Leichen vom Regal herunterholen, die sich in den letzten Jahren angesammelt haben.
Und doch... Ja, man hat die Zeit, aber zumindest ich vertrödel sie immer noch mit vielem anderen Kram. Da fängt man hier an, was im Internet zu suchen, da ist man über Stunden online, dann geht man eine Runde spazieren.
Lesen unter Zwang oder auf Ansage scheint wohl nicht so meine Welt zu sein. 
Wie ist es bei euch? Lest ihr in dieser Zeit mehr sonst? Oder womit beschäftigt ihr euch?

Sonntag, 15. März 2020

Trenton Lee Stewart "Secret Keepers 2: Zeit der Jäger"


Pssssssssst... Jeder von uns musste schon mal ein Geheimnis bewahren. So klein es auch gewesen sein mag, es war ein Geheimnis. Eine Information, die nicht allen Menschen im eigenen Umfeld bekannt sein durfte und die wissentlich verschwiegen wurde. Man hat nicht vergessen, darüber zu reden, nein, man hat es bewusst gemacht. Um Menschen zu schützen, um Menschen im Dunkeln zu lassen oder zu seinem eigenen Vorteil...
Anfangs musste Ruben im ersten Band der Secret Keepers (Bitte unbedingt Band 1 vor Band 2 lesen!) das Geheimnis der Uhr unbedingt für sich behalten, da er keinen anderen Menschen damit gefährden wollte. Doch die Aufgabe war einfach zu groß für ihn allein. Als er zum Ende des ersten Bandes zu den Meyers kommt, war es mit dem Geheimnis sowieso dahin, da die Familie um die Geschichte der Uhr weiß und alles darüber erfahren wollte.
Doch Ruben will sein Wissen nicht teilen und versucht zu Beginn des zweiten Bandes allein zu ergründen, was es mit den Uhren auf sich hat. Natürlich lässt sich Penny nicht so ohne weiteres abschütteln und auch Jack hat sich an seine Fersen geheftet, da endlich in dem kleinen Fischerdorf mal etwas passiert.
Als klar wird, dass Ruben beide Uhren benötigt, um den Bann zu brechen, sind Penny und Jack sofort mit von der Partie und die drei erleben eine abenteuerliche Reise, in der sie Erwachsene austricksen, überzeugen und überwältigen müssen, um Penelopes Rätsel zu lösen.
Die Villa des Botschafters spielt in dem Buch eine zentrale Rolle und oftmals musste ich schmunzeln, wie ähnlich sich manche Charaktere in dem Buch sein können, obwohl sie so unterschiedliche Ansichten vertreten.
Der zweite Teil hat mir wesentlich besser gefallen als der erste. Die Dynamik zwischen den drei Hauptfiguren, der Witz und auch der Einfallsreichtum hat mir sehr gut gefallen und wie die drei alles zum Guten wenden, fand ich sehr gelungen.

4 von 5 Sternen

Buchverfilmungen ja oder nein?

Grundsätzlich stehe ich dem Thema "Buchverfilmungen" sehr skeptisch gegenüber. Ich versuche immer zuerst das Buch zu lesen, bevor ich mir die filmische Umsetzung davon ansehe. 
Und was soll ich sagen? Oftmals bin ich echt erstaunt, um welches Buch es sich handeln soll, wenn ich den Film dazu sehe. Ganze Passagen werden geändert oder auch einfach nur Kleinigkeiten, bei denen man zwar sagen könnte, ja hätte nicht sein müssen und es ändert auch nichts an der Geschichte, aber dann frage ich mich trotzdem, warum weiß der Film es besser als das Buch?
Wenn sich ein Buch so gut verkauft hat, dass es verfilmt wird, warum muss man dann oft ein komplett neues Buch für den Film schreiben? Warum kann man nicht so nah wie möglich am Buch bleiben? Allein dadurch, dass jeder Mensch eine andere Phantasie hat, ist das Filmerlebnis schon eine Abweichung zu dem Lesen des Buches, warum den Zuschauer dann noch mit neuen Details verwirren?

Donnerstag, 12. März 2020

Sylvia Sabrowski "Zechentod"


"Glückauf, Glückauf! Der Steiger kommt
und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
und er hat sein helles Licht bei der Nacht,
schon angezünd't, schon angezünd't." (Steigerlied)


Halt, stop... Nein... Wir sind hier ja nicht beim Chor der Ruhrkohle AG. Es geht hier um die Rezension von Sylvia Sabrowskis Buch "Zechentod", jetzt mal bitte mit ein bißchen Ernst bei der Sache... Danke schön. ;-)

Wobei, so ganz abwägig ist das Steigerlied als Einstieg ja nicht, da das Buch, wie der Titel schon sagt, auf einer Zeche spielt. Im tiefsten Ruhrpott. In Bottrop. Im Dezember des Jahres 2018... Die letzte Zeche soll geschlossen werden.
Das weckt Erinnerungen. Nicht immer nur positive...

Der Andy ist weg. Spurlos. Ohne Wort. Seine Frau ist außer sich vor Sorge und was macht man, wenn man außer sich ist vor Sorge? Man fragt die "Omma" um Rat und so ist bei "Omma" Kwatkowiak Krisensitzung. Zusammen mit ihrer Enkelin Liesa und Onkel Willi wird der Plan geschmiedet, den Andy zu suchen. Doch warum ist Andys Laptop weg, wenn er keine Onlinepräsenz hat? Was hat der Lottoladen umme Ecke damit zu tun?

Die Charaktere haben alle einen bestimmten Charme, der oftmals mit dem Ruhrpott verbunden wird. Die "Omma" spricht Pott, der Willi ist gerade heraus usw usw. 
Die Geschichte lässt sich relativ zügig lesen und man hat des öfteren ein Schmunzeln im Gesicht. Ob das jetzt daran liegt, dass ich selber ein Ruhrpottler bin und die Sprache und die Handlungen gut nachvollziehen kann, muss ein geeigneter Leser entscheiden. :-)

Ich fand die Geschichte im großen und ganzen ganz gut, aber die Auflösung war nicht so mein Fall, daher gibt es von mir:

3 von 5 Grubenlampen 

Notizen im Buch

Was seid ihr für ein Leser?
Markiert ihr euch Stellen in euren Büchern, die euch gefallen? Mit Bleistift, mit Kuli oder mit einem Post it?
Verweist ihr euch selbst in dem Buch, was ihr lest, auf andere Bücher, die ihr schon gelesen habt?
Oder schreibt ihr nebenbei in ein Notizbuch?
Brecht ihr den Buchrücken auf, um das Buch besser lesen zu können?
Bei mir sehen gelesenen Bücher immer so aus, als kämen sie gerade frisch aus einem Buchladen.
Ich mag es nicht, wenn Bücher benutzt und "kaputt" aussehen. 
Ich habe dadurch aber oft das Problem, wenn ein Buch für mich lediglich mittelmäßig war, dass ich anhand des Buches nicht erkennen kann, ob ich es gelesen habe.
Gut, dass ich dafür meine Listen habe. ;-)

Dienstag, 10. März 2020

Christoph Heiden "Zurück im Zorn"


Ein Feuer. Es ist nicht das erste in Gollwitz, aber es ist in diesem Fall nicht nur Sachbeschädigung. Dieses Mal kommen auch keine Tiere zu schaden, nein, dieses Mal trifft eine Familie. Alle kommen in den Flammen um, nur Anna überlebt. Aber warum? Das bleibt abzuwarten.
Mit einer von diversen Rückblenden in die 90er Jahre beginnt das Buch "Zurück im Zorn" von Christoph Heiden. Angesiedelt in Gollwitz in Brandenburg zeigt sich schnell, dass es sich um ein "Dorf" handelt, in dem man sich noch um sich selbst und seine Angelegenheiten kümmert.
Der Ausverkauf der Region an den Westen, der momentane Touristik-Boom im Dorf, das alles schweißt die Dorfbewohner zusammen und natürlich auch die gemeinsame Vergangenheit.
Viele Jahre sind seit dem Brand vergangen und trotzdem lauert die Vergangenheit hinter jeder einzelnen Ecke.
Der Polizist von damals, der den Fall nie zu den Akten legen konnte; Annas Onkel, der seine Schwester bei dem Brand verloren hat, konnte sich erst nach langen Jahren von dem Schicksalsschlag erholen.
Doch das Dorf ist zweigeteilt, ein paar der Dorfbewohner wollen die Vergangenheit einfach ruhen lassen und andere wollen einfach nur Rache, für das was ihnen und Annas Familie zugestoßen ist.
Als sowohl Anna als auch der verurteilte Brandstifter in das Dorf zurückgekehren, überschlagen sich die Ereignisse und als Leser ist man sehr erstaunt, wieviel Böses im Inneren von Menschen schlummern kann.
Christoph Heidens Sprache, die die Tristesse und auch die Schuld einfängt, begleitet den Leser durch das gesamte Buch und hinterlässt ein kaum greifbares Gefühl von Scham.  

Nach meinen anfänglichen Schwierigkeiten mit der Sprache hat mir das Buch insgesamt gut gefallen, man muss sich sehr auf dieses "klein-kleine" Dorfleben einlassen, um die Verhaltensweisen der einzelnen Personen nachvollzuziehen zu können.
Aber wichtig, aus meiner Sicht sei gesagt, das Buch wird als "Thriller" dargestellt, was es in meinen Augen allerdings überhaupt nicht ist. In meinen Augen ist es eher ein Roman oder vielleicht auch ein Drama, aber kein Thriller.

Bewertung als Thriller: 2 von 5 Sternen
Meine Gesamtbewertung: 3,5 von 5 Sternen

Bücherschränke

In einer Zeit, in der es oft um "Nachhaltigkeit und Co" geht, erleben auch bisher weniger beachtete Ideen einen Aufschwung.
Kennt ihr in eurer Stadt die Bücherschränke? Das Prinzip dahinter ist relativ einfach. Man hat ein Buch gelesen und möchte es nicht mehr behalten, im Bekanntenkreis möchte es ebenfalls niemand haben und zum Verkaufen hat man entweder keine Lust oder man bekommt für das Buch nicht viel; da macht ein Ausflug zu einem solchen Bücherschrank durchaus Sinn.
Man stellt das Buch, das man nicht mehr haben möchte in den Schrank und jemand anderes, der es gerne lesen würde, nimmt es sich wieder heraus.
Eine schöne Idee auch gerade bei Büchern, die heutzutage vergriffen sind.
Ich, für meinen Teil, kann an solchen Bücherschränken nicht einfach vorbeigehen, ich muss zumindest immer einmal reingucken und manchmal kann man darin richtige kleine "Schätze" finden.

Falls euch das Thema interessiert, habe ich euch zwei Artikel von Wikipedia hierzu verlinkt:


Öffentlicher Bücherschrank

Liste öffentlicher Bücherschränke in Deutschland