Donnerstag, 15. Juni 2023
#AutoralsDetektiv: Alexander Klymchuk
Donnerstag, 8. Juni 2023
#AutoralsDetektiv: Kai Bößneck
Sonntag, 4. Juni 2023
Paul Gallico "Der Krönungstag"
In der Erzählung "Der Krönungstag" will Familie Clagg aus Sheffield ebenfalls dabei sein, wenn die Königin ihren großen Tag hat. Dafür wird das Geld für den Sommerurlaub geopfert, um sich Karten in der ersten Reihe mit Empfang und Champagner zu gönnen.
Alle sind sie auf die eine oder andere Art von der Königin und ihrem Hof fasziniert und so steht der großen Reise und den damit einhergehenden Strapazen nichts im Weg. Doch leider kommt in London so ziemlich alles anders, als es sich die Familie gedacht hat. Ob sie am Ende des Tages darüber traurig oder vielleicht auch froh sind, muss der Leser selbst entdecken,
Diese wundervolle Geschichte, die den Krönungstag der Queen aus einer etwas anderen Perspektive erzählt, zeigt wunderschön, wie sehr man sein Leben planen kann, um letztlich vor einer gänzlich anderen Situation zu stehen, als man sie ursprünglich geplant hat.
Gewürzt mit einer gehörigen Portion englischem Starrsinn und gleichzeitig englischem Humor zeigt das Buch in vielfältiger Weise, was es heißt ein Engländer zu sein und sich wie ein solcher zu benehmen. Hin und her gerissen zwischen englischem Benimm und dem Familiensinn ist es gerade der Vater der Familie Clagg, der den Zwiespalt besonders deutlich zeigt.
Wer die Engländer verstehen will, sollte dieses Buch lesen. Es ist charmant und erklärt dabei so unendlich viel.
5 von 5 Fanfaren
Donnerstag, 1. Juni 2023
#AutoralsDetektiv: M. W. Ludwig
Mittwoch, 31. Mai 2023
Christian Endres "Die Prinzessinnen"
Halt - Stop.
Ich will die mögliche Irreführung direkt am Anfang aufdecken, denn mit Prinzessinnen im Sinne von Märchen oder eines großen Comiczeichners hat dieses Buch so rein gar nichts zu tun.
Denn diese Prinzessinnen morden und brandschatzen, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Natürlich gegen Geld und natürlich für die Ehre - versteht sich, aber eben keine Puffärmel und Rüschen.
Dabei hat jede Prinzessin ihre Geschichte, die man nach und nach im Buch erfährt, so wie es in die Ausbildung der neue Prinzessin passt. Eigentlich sollte Narvila entführt werden, doch als die Prinzessinnen sie zurückgeben wollen, hat sie genug vom Elend einer Prinzessin. Immer wieder entführt zu werden oder alternativ auf den Prinzen zu warten, ist nicht Jederfraus Geschmack.
So jagt sie den anderen nach und stellt sich der Bewährungsprobe, denn es ist nicht leicht eine Prinzessin zu sein.
Kämpfe gegen Sturm und Sand, Morde an Satyrn, Ogern oder gar verschrobenen Zirkeln sind das tägliche Geschäft natürlich neben Personenschutz und halsbrecherischen Befreiungsaktionen.
Die Prinzessinnen bekämpfen alles, was sich ihnen in den Weg stellt und dabei sind die fünf so individuell, wie es in ihrem Berufszweig nur möglich ist.
Schon das Cover deutet an, dass es sich nicht um die klassische Prinzessinnengeschichte handelt und doch brauchte ich einige Kapitel, um in den Text zu finden. Die Sprüche derb und oftmals unter der Gürtellinie wirken am Anfang in etwa so, als ob die Frauen unbedingt den Männern in jeglicher Art nacheifern und damit eine gewisse Verrohung einhergeht. Sicherlich ist dies auch oftmals der Fall, doch liest man, was sie alles schon erdulden mussten, versteht man ihre Gedanken umso mehr.
Der Autor zeichnet eine Helden- vielleicht auch Antiheldengattung, die mir so noch nicht untergekommen ist und setzt neben Sprüchen gerne auf wirkliche alle Wesen aus der Fantasy, die man sich vorstellen kann. Daher wird es den Prinzessinnen auch auf 480 Seiten nicht langweilig.
4 von 5 Äxten
Montag, 29. Mai 2023
George Orwell "Die großen Essays"
Dabei lässt er sich auch das einen oder andere Mal zum Thema Literatur verleiten und sein Text über "Bücher vs Zigaretten" nimmt wahrlich jedem "Nichtleser" den Wind aus den Segeln, aber sonst ...
George Orwell nimmt bei seinen Situationsbeschreibungen kein Blatt vor den Mund. Ist es düster - wird es so beschrieben, ist es grausig - ebenfalls.
Doch das ist nicht das, was den Leser spätestens ab dem dritten Text ein wenig auf die Nerven geht. Fachlich mag er versiert sein, dass spreche ich ihm gar nicht ab, aber seine zeitweilige Arroganz trieft ein ums andere aus den Texten und er lässt seine Regierung, seine Literaturkollegen und alle anderen in einem schlechten Licht dastehen.
Er weiß es besser, er hat die Ahnung, oftmals überlagert das die durchaus interessanten Texte und macht sie dem Leser madig.
Trotz allem kann man Orwell nicht absprechen, dass er an den richtigen Stellen Verweise zu anderen Literaten oder Geschehnissen macht und zumindest oberflächlich scheinen seine Fakten der Realität standzuhalten.
Auch geschichtlich lernt man viel über die Essays und findet eventuell den Zugang zu geschichtlichen Aspekten, die einen vorher nicht interessiert haben. Orwell schafft es hier Neugier zu schüren und den Leser zur weiteren Recherche animieren zu wollen.
Für mich wiegt allerdings der Schatten seiner Arroganz in den Texten schwerer, sodass ich vermehrt froh war, wenn ich wieder ein Kapitel geschafft hatte. Schade.
3,5 von 5 Artikeln
Zeitschrift des Monats "!Time Machine"
Zumeist sind es Bücher, die einem als Leser ins Auge springen, dabei gibt es wahrlich viele andere Möglichkeiten an Texte, Berichte und Geschichten zu kommen. Dieses Jahr nehme ich euch einmal im Monat in die Welt der Zeitschriften mit. Die Zeitschriften umfassen die verschiedenen Genres wie Krimis, Fantasy, Science-Fiction oder bilden ein buntes Crossover. Von Printausgaben über Downloads, von kostenlosen Exemplaren bis hin zum Hochglanzmagazin ist so manches dabei, was das Leserherz höher schlagen lassen kann. So genug der Einleitung, schauen wir uns die fünfte Zeitschrift an:
Jede Ausgabe läuft dabei unter einem speziellen Thema, sodass interessierte Leser:innen mit der jeweils für sie spannendsten Ausgabe in die Welt der !Time Machine eintauchen können.
Sonntag, 28. Mai 2023
Franziska Henze "Tatort Nord 2"
Bei dem zweiten Band von "Tatort Nord" wäre das definitiv ein ganz großer Fehler!
Wie schon der erste Band besticht der zweite durch eine Themen- und Ortsvielfalt, die geradezu außergewöhnlich ist. Jede Autorin erzählt ihre Geschichte an einem ausgewählten Platz der Nord- oder Ostsee und die Tathergänge gleichen sich in keiner Weise.
Mit der auffallend sehr gut zusammengestellten Anthologie haben sich die drei Herausgeberinnen übertroffen. (Ich warte sehnsüchtig auf Band 3 😏.)
Bei den 23 Kurzgeschichten ist so ziemlich alles dabei, was sich der Leser wünscht. Neben einem Krimidebüt, Gesine Berg, sind auch sehr bekannte Autorinnen wie Sabine Weiß mit von der Partie.
Mal lustig, mal gruselig, mal nachtragend, mal bösartig, mal am Puls der Zeit, mal in die Vergangenheit gewandt, bietet jede Geschichte die Möglichkeit in eine andere Welt abzutauchen und dem Alltag zu entfliehen. Dabei hat jede Autorin ihre Sprache und ihr Tempo, um innerhalb ihrer Kurzgeschichte die Spannung so sehr aufzubauen, dass man als Leser das Buch nicht zur Seite legt, um den Blick aufs Meer, den Sand und den heimatlichen Teich oder Balkon zu richten.
Bei meinem Lesetempo sind die jeweiligen Geschichten in zehn bis zwanzig Minuten zu lesen, also perfekt für ein Sonnenbad oder für die Zeit zwischen zwei Runden im Meer.
Also ab in den Strandkorb oder aufs Strandtuch, Buch zur Hand und achtet darauf, wer euch den Rücken eincremt. 😏
5 von 5 Tatorten