Mittwoch, 30. September 2020

Leif Randt "Allegro Pastell"


Manche Bücher liest man und bleibt mit einem verstörten Gefühl zurück. 
Das Gefühl verstärkt sich umso mehr, wenn man sich die Mühe macht, das Internet zu Rezensionen von anderen Leser zu bemühen und feststellen muss, dass man mit seiner Meinung relativ allein ist.
Die Geschichte beginnt am Frankfurter Hauptbahnhof. Eine Frau kommt an und ein Mann holt sie vom Gleis ab. Beide freuen sich unheimlich sich wiederzusehen und Zeit miteinander zu verbringen. 
Sie haben starke Gefühle füreinander, haben ihre Rituale bei den Besuchen schon gefestigt, denn sie führen eine Fernbeziehung. Frankfurt am Main - Berlin.
Das von Anfang an einsetzende Lokalkolorit lässt das Buch charmant beginnen und die Geschichte entfaltet sich vor dem Leser, wie sie jedem Anfang 30 passieren könnte. Man hat sich kennengelernt, hatte vorher schon Freunde und trotz der Distanz ist das was besonderes.
Doch an Tanjas 30. Geburtstag ändert sich alles. Vorher war die Fernbeziehung gar kein Thema und man wollte es auch so, doch auf einmal stört alles. Alles wird in Frage gestellt und nichts ist mehr richtig.
Jerome steht ein wenig fassungslos daneben und zieht sich nach Frankfurt zurück. 
Klären tun sie vordergründig nichts, alles ist in der Schwebe und der Leser steht daneben und versteht die Welt nicht mehr. Zwei Menschen, die aus Sicht des Lesers zusammengehören und die das eigentlich auch so empfinden, machen es sich so schwer, weil sie nicht reden oder das falsche reden, weil sie alles wollen und nichts umsetzen, bis... ja bis die Entscheidung vorweggenommen wird und alles anderes wird, als man es sich jemals gewünscht hätte.
Viele Handlungen kann ich einfach nicht verstehen und in mehreren Momenten fand ich das Buch mit Problemen nur überladen.
Die Idee verschiedene Medien in dem Buch einzufügen, fand ich sehr geschmackvoll, aber gerade im dritten Teil hat es mein Lesen etwas gehemmt.
Sicherlich ist das Buch auf seine Art besonders und herausragend, aber es war definitiv nicht das, was ich erwartet hätte.

3 von 5 Sternen

Wie oft tauscht ihr euch über Bücher aus?

Bücher zu lesen ist ja bekanntlich die eine Sache, aber wie oft unterhaltet ihr euch nebenher auch über Bücher?
In einem Umfeld, dass sich kaum für Bücher interessiert, ist es schwer sich mit Menschen persönlich auszutauschen, da diese die Empfindungen beim Lesen nicht nachvollziehen können.
Apps wie Instagram, Facebook und Co. machen es einem Bücherwurm da leicht mit anderen ins Gespräch zu kommen, aber auch hier gibt es verschiedene Varianten.
Wenn man den "Jackpot" zieht, findet man jemanden, der sich für die gleichen Bücher interessiert und mit dem man sich zudem auch noch gut versteht.
Dann gibt es die Variante, dass man sich allgemein über Bücher gut unterhalten kann, aber menschlich nicht viel miteinander zu tun haben möchte.
Des Weiteren gibt es noch die Möglichkeit, dass man sich kurzfristig mit jemandem viel austauscht und dann einer der beiden das Interesse verliert.
Wieviel Platz man in seinem Leben den Büchern und auch dem Schreiben darüber widmet, ist ja jedem selbst überlassen, wichtig ist nur, dass man sich mit den richtigen Menschen umgibt, mit denen man sich austauschen kann
. 😊

John Dickie "Die Freimaurer - Der mächtigste Geheimbund der Welt"


Fast jeder Mensch, der das Wort "Freimaurer" hört, hat unbewusst oder vielleicht auch bewusst gewisse Vorstellungen, was er mit den Freimaurern verbindet.
Lasst es euch gesagt sein, mindestens die Hälfte, die ihr zu wissen glaubt, stimmt entweder gar nicht oder nur der absolute Grundgedanke ist wirklich wahr.
Denn allein auf Grund der vermeintlichen Geheimhaltungsregel innerhalb des Bundes ist es im Lauf der Jahrhunderte dazu gekommen, dass sich viele Mythen um den Bund und seine Aufgaben gebildet haben.
Viele Probleme, die durch den Bund entstanden sein sollen, sind gar nicht die Schuld des Bundes, sondern entweder der jeweiligen Zeit oder sogar einer Splittergruppe geschuldet.
Das Buch mit seinen 560 Seiten kommt nicht gerade schmal daher und doch ist es so, dass das Buch nicht viel kürzer sein dürfte, um seinen Zweck zu erfüllen.
Aufklärung über die Freimaurer zu leisten und die Geschichte so zu erzählen, wie sie sich abgespielt hat.

Die Kapitel des Buches widmen sich jeweils einem Land und einer entsprechenden Zeit in der Geschichte, wobei die Kapitel über einen längeren Zeitraum in dem Land berichten.
Immer im Bezug auf den historischen Kontext und in möglichst verständlicher und strukturierter Sprache führt John Dickie uns in die Geheimnisse um die Gründung der Freimaurer ein und zeigt uns an verschiedenen Stellen im Buch deutlich auf, warum es so oft zu Missverständnissen in Bezug auf die Freimaurer kommt.
Mit historischen Bildern werden uns Personen vorgestellt oder es werden Ereignisse untermauert und der Leser erhält einen umfangreichen Einblick in einen Geheimbund, der bis heute Bestand hat.
Ich will nicht abstreiten, dass das Buch trotz allem nicht leicht zu lesen ist. Eine schier unglaubliche Masse an Informationen ist in das Buch gepackt worden, was den Leser wirklich in seinem Wissen nach vorne bringt. Man muss sich aber bewusst sein, dass man für das Buch Zeit und Ruhe braucht, um die Fakten zu verarbeiten und mit dem abzugleichen, was man bisher über die Freimaurer wusste.
In meinen Augen ist es auch wichtig, eine gewisse geschichtliche Grundbildung und dafür ein Interesse zu haben, da das Buch einem ansonsten sehr lang vorkommen kann.

4 von 5 Sternen

Dienstag, 29. September 2020

BLOGGER WANTED: Thrillernerd

◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡

Steckbrief:
 
User: www.instagram.com/thrillernerd/
Alter: 33
w/m/d: m
Lieblingsgenre: Thriller
Lieblingsautor: Viel zu viele
 
Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
Vor ca. 10 Jahren habe ich das schon mal versucht. Ich konnte mich aber auf kein Thema festlegen und habe mich über „Trash-TV“ und Jugendsprache lustig gemacht. Habe über Reisen berichtet und über zwei ganz komische Bücher gebloggt. „Shades of Grey“ und „PS: Ich liebe Dich“. Irgendwie fehlte mir dann aber der Reiz. Es gab noch kein Insta und Facebook war auch noch neu. Für Insta habe ich mich wegen Klausi entschieden. Ich bin buecher_klaus und zeilenfantasy mit meinem normalen Profil gefolgt und irgendwann merkte ich das Bookstagram eine eigene Welt ist und dann habe ich mich lange mit Klausi unterhalten, der mir jede noch so bescheuerte Frage beantwortet hat.

Welches Buch hat dein Lesefieber entfacht?
Das ist gar nicht so einfach. Ich habe früh angefangen und direkt mal die Ausleihzeit der Grundschulbibliothek ausgereizt- Das Buch war so toll, dass ich es nicht abgeben wollte. Danach waren es „Die Schatzinsel“, „Die drei ???“, die Gänsehaut-Reihe, Fear Street, und dann natürlich Harry Potter. Meine Oma hat mir immer den neuesten Band gekauft und sich einmal mitten in der Nacht angestellt, um das Buch zu kaufen.

Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?
Autoren nicht zu beschimpfen :D Nein, im Ernst: Ich schreibe einfach. Sobald ich ein Buch zu Ende habe setze ich mich hin und schreibe auf, was ich denke. Ich plane nichts und leg einfach los. Das sieht man ja auch an meinen Bildern, aber irgendwie macht mich das aus. Ich hoffe nur immer, dass ich meine Meinung, egal ob positiv oder negativ gut rübergebracht habe und man versteht, warum ich etwas nicht gut finde oder eben gut finde.

Würdest du jedes Buch lesen, was dir ein Verlag zur Verfügung stellt oder was ein Freund dir empfiehlt?
Auf gar keinen Fall! Meine „normalen“ Freunde lesen eher nicht. Die Insta-Freunde sind da schon etwas Anderes, aber alles auf keinen Fall -  hier muss das Genre passen und die Geschmäcker sind ja echt verschieden. Dennoch bin ich aber sehr offen, was Empfehlungen angeht. Ich lehne auch Bücher ab, die mir angeboten werden, wenn ich merke das wir uns hier keinen Gefallen tun. Nur um ein Buch mehr zu haben, mache ich das nicht. Bringt dem Autor nichts und mir ehrlich gesagt auch nicht.

Auf welchen Autor bist du auf Grund deines Bloggens aufmerksam geworden?
Hast Du Zeit? 😊 Andrea Reinhardt, Nadine Teuber, Linus Geschke, Claudia Giesdorf, M. I. Winter…Patricia Walter kannte ich schon… ich glaub das waren die wichtigsten und wenn jetzt jemand fehlt: Hass mich nicht, aber ich kann mir sowas nicht merken.

Schreibst du für jedes Buch, das du liest, Rezensionen?
Ja, auf jeden Fall. Ich verbinde das. Das ist ganz cool, um nochmals kurz über das Buch nachzudenken. Und es ist egal, wie schlecht oder gut es war.

Welches gehypte Buch war für dich persönlich ein Flop?
„Dunkel“!!!! Das war mir einfach zu langweilig. Das war mir einfach zu wenig und wie auf dem Cover stehen kann „Ausgezeichnet als einer der besten 100 Thriller seit 1945“ bleibt mir ein Rätsel und ich bekomme Puls, weil ich das anderen Autoren und Geschichten gegenüber sehr merkwürdig finde.
 
 
Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
Unter dem Label "Blogger Wanted" findet ihr alle Blogger, die ich hier vorstelle.
Vielleicht möchtest du auch dabei sein? Dann kommentiere doch den Beitrag. 😊

 ◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡◠◡

Montag, 28. September 2020

Duden "Versunkene Wortschätze"


"Komm lass uns lustwandeln zum Lichtspielhaus und nachher mit der Vizinalbahn zum Speisehaus fahren, um dem Zugemüse und der Trunksucht frönen."
Na alles verstanden? 😁
Der Dudenverlag hat in "Versunkene Wortschätze" Wörter zusammengestellt, die aus unserem heutigen Sprachgebrauch entweder komplett verschwunden sind oder die in ihrer Bedeutung eine Wandlung durchgemacht haben, dass sie der ursprünglichen Bedeutung nichts gemein haben.
Aufgebaut ist das Buch wie ein Lexikon. Der versunkene Wortschatz wird benannt, dahinter wird eine Erklärung gegeben. Hier wird entweder das moderne Wort benannt oder es wird eine Erklärung abgegeben, was das Wort damals bedeutet hat.
Einzelne Worte werden hier auch herausgegriffen und in kleinen Schaukästen besonders erklärt, wenn sie z.B. ein Wortstamm sind oder sich daraus Redewendungen ergeben haben.
Sicherlich sind nicht uns heute nicht alle Worte unbekannt, aber es kommt ja auch immer darauf an, was man liest und welche Worte der Autor benutzt, um uns seine Geschichte zu erzählen.
So und nun lass ich die Fisimatenten, legt euren "Fernsprecher" zur Seite und widmet euch wieder eurer aktuellen Lektüre.
Ein letzter Hinweis, da es sich um ein Lexikon handelt, empfiehlt es sich, jeden Tag nur ein paar Seiten zu lesen, um sich die ganzen "neuen" Ausdrücke auch wirklich verinnerlichen zu können.

4 von 5 Lexika

Sprachreise

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, dass es ohne Worte keine Sprache gäbe und wir uns hier nicht über Bücher austauschen könnten?
Zum einen, weil es keine Bücher gäbe und zum anderen könnten wir uns nicht in dieser Art und Weise darüber verständigen.
Aber auch die Sprache ist einem Wandel unterzogen, neue Dinge werden erschaffen und brauchen einen Namen und andere Dinge verschwinden aus unserem Alltag und wir vergessen die Worte dafür.
Wenn man wie ich auch mal gerne Bücher liest, die in vergangenen Zeiten spielen, macht es für den Autor auch Sinn, sich mit der Sprache in der damaligen Zeit zu beschäftigen. Jack the Ripper sagen zu lassen, "Cool, ich habe noch eine abgeschlachtet", passt nicht so ganz.
In den folgenden Monaten werde ich zwischendurch auch mal das ein oder andere Buch über Sprache lesen, wenn ihr euch dafür auch interessiert, könnt ihr über das Label "Sprachreise" euch die entsprechenden Bücher anzeigen lassen. 😏

Thomas Hettche "Herzfaden"



"Eine Insel mit zwei Bergen und dem tiefen weiten Meer
 Mit viel Tunnels und Geleisen und dem Eisenbahnverkehr
 Nun, wie mag die Insel heißen, ringsherum ist schöner Strand
 Jeder sollte einmal reisen in das schöne Lummerland"

Auch wenn man Bücher nach ihrem Inhalt beurteilen soll, der erste Griff nach diesem Buch ging eindeutig vom Buchumschlag aus. Die kleine lieb gewonnene Lok wie sie durch den Sand fährt, weckt bei Erwachsenen Kindheitserinnerungen. Erinnerungen an die Zeit, in der Fernsehkonsum reglementiert war und die kurzen Folgen der Augsburger Puppenkiste einem den Tag versüßten.
Die geschlossenen Türen öffnen sich, der Vorhang fährt hoch und schon sieht man die Marionetten dieser Vorstellung.
Natürlich macht da das Buch neugierig und ich war ziemlich gespannt, was Thomas Hettche dem Leser erzählen möchte.

Ein Mädchen besucht in der heutigen Zeit eine Vorstellung und verschwindet danach. Sie ist vor ihrem Vater weggelaufen und hat dabei einen Gang auf den Dachboden gefunden.
Als sie dort ankommt, trifft sie Hatü und ihre Marionetten, denn Hatü hat noch eine Geschichte zu erzählen, die sie in ihrer Puppenkiste bisher nicht erzählen konnte.
So nimmt Hatüs Geschichte den Leser mit in die Zeit, als Hatü ein Kind war, kurz bevor der Vater in den zweiten Weltkrieg zog. Das Leben war schön, der Vater arbeitete am Augsburger Stadttheater und wurde dort auch Oberspielleiter.
Doch der Krieg änderte alles für die Familie. Schon während des Krieges hatte der Vater angefangen Marionetten für seine Idee des Puppenschreins zu schnitzen, doch dieser Schrein wurde beim Bombenangriff auf Augsburg am 26.02.1944 zerstört.
Die Familie Oehmichen musste nun von Neuem beginnen und das war die Geburtsstunde der uns bekannten Augsburger Puppenkiste.
Liebvoll erzählt, nichts beschönigend führt uns das Buch weiter durch die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit all seinen Problemen und natürlich auch den Problemen von Hatü, die zu einer jungen Frau heranwächst.
Die Puppenkiste anfangs unter der Führung von ihrem Vater muss sich im Lauf der Jahre weiterentwickeln, bis es zu den anfänglichen Liedzeilen aus "Jim Knopf" kommt und wir die Puppenkiste auch im Fernsehen bewundern können.
Ein wunderschönes Buch über eine schwere Zeit in Deutschland und darüber wie eine kleine Puppenkiste die Herzen der Menschen im Sturm erobert hat.

5 von 5 Puppenkisten

Flashback

Habt ihr das auch schon mal?
Ihr seht ein Buch, nehmt es zur Hand und auf einmal erinnert ihr euch an etwas oder ihr hört eine euch bekannte Melodie im Kopf?
Als ich die Nominierungen für den Deutschen Buchpreis gesehen habe, ging es mir mit mehreren Büchern so.
Nun kann das zum Vorteil oder zum Nachteil sein.
Wenn man durch die Assoziation auf ein Buch hingewiesen wird, was man sonst nicht beachten hätte, kann es für den Leser ein Gewinn sein.
Es kann aber auch ins genaue Gegenteil umschlagen, wenn die Erinnerung bestimmte Erwartungen an das Buch knüpft, die das Buch aber nicht erfüllen kann.
Könnt ihr euch an ein solches Buch erinnern?
Meins stelle ich euch jetzt vor....

Freitag, 25. September 2020

Flix "Don Quijote"


Wieder einmal gab es zwischendurch eine Graphic Novel.
Die Geschichte von dem klassischen Don_Quijote sollte jedem in seiner Grundidee bekannt sein, falls ihr euer Wissen kurz auffrischen wollt, bitte auf den Namen klicken, dann kommt ihr zur Inhaltsangabe.
Wie schon bei seiner Interpretation von "Faust" geht Flix allerdings nicht nur hin und zeichnet die klassische Geschichte ab, nein.
In seiner Graphic Novel wird die Geschichte mit seiner Tiefe in den modernen Kontext gesetzt und aktuelle Themen werden in die Graphic Novel zusätzlich eingebettet.
So kämpft der moderne Don Quijote nicht gegen Windmühlen, sondern gegen Windenergieanlagen. Er kämpft gegen den Verkauf von Grund und Boden, damit seine Heimat nicht zu einem Windpark wird.
Er schreibt seiner regionalen Zeitung, dass sie keine Comics veröffentlichen solle, da dadurch das Niveau der Zeitung sinkt.
Flix greift somit moderne Probleme auf und bindet sie in die Geschichte von Don Quijote ein. Ach so und er verlagert das Geschehen von Spanien nach Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt in die Nähe des Müritzsees. 
Nur in schwarz-weiß gehalten, haben viele Bilder eine wahnsinnige Ausdrucksstärke und der Leser ist recht schnell in der Geschichte und an der Seite des vermeintlich einsamen Ritters. In der Neuadaption wird er von seinem Enkel in einem Batman-Schlafanzug begleitet.
Wie schon im Roman wechselt die Stimmung auch in der Graphic Novel zwischen lustigen und bedrückenden Szenen hin und her und man erlebt, was es heißt, alt zu sein und nicht mehr für sich selbst Entscheidungen treffen zu können.
Eine gelungene Umsetzung, die dem klassischen Roman an Tiefgang nichts nachsteht.

4 von 5 Sternen

DuMont's Kriminal-Bibliothek

Ihr kennt doch sicherlich Krimi-Reihen?
Autoren entwickeln einen Detektiv, einen Ermittler, einen Polizisten oder ähnliches und lassen ihn Verbrechen aufklären. Dabei kann es um Mord, Totschlag, Entführungen, Raub oder sonstige Delikte gehen.
Schwierig wird es allerdings, wenn man auf klassische Ermittler steht. So wie ich zum Beispiel auf Sherlock Holmes. 
Natürlich werdet ihr jetzt sagen, aber da gab es doch neue Adaptionen. Ja, sicherlich. Aber es gibt ja auch nicht nur Sherlock Holmes, Miss Marple und Hercule Poirot. Die drei werden vielleicht noch etwas sagen, aber was geschieht, wenn ich die Namen "Philo Vance" oder "Charlie Chan" nenne?
Leser, die gerne klassische Krimis lesen, haben es wirklich schwer, an gute Bücher zu kommen.
Deswegen liebe die Reihe "DuMont's Kriminal-Bibliothek". Sie umfasst nicht nur einen Autor oder einen Ermittler, nein, unter dieser Bezeichnung sind im Lauf der Jahre viele klassische Krimis neu aufgelegt worden oder es wurden auch Autoren neu verlegt, die im Sinne des klassischen Kriminalromans schreiben. 
Nicht so blutrünstig wie es teilweise moderne Krimis tun, sondern eher fokussiert auf die Ermittlungsarbeit.
Wer sich einmal das Programm ansehen möchte, auf der Internetseite des Verlages findet man eigene Bücher inzwischen als E-Books. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen. Bei Interesse bitte hierlang:
DuMont-buchverlag.de/suche/kriminal-bibliothek