Donnerstag, 10. September 2026

Sarah Fischer "Zeilen ans Meer"

Kann ein Abschied auch ein Anfang sein?
Lenas Work & Travel-Jahr in Australien neigt sich dem Ende, als sie eine Flaschenpost schreibt und ins Meer wirft. Sie kehrt nach Deutschland zurück, beginnt ein Erwachsenenleben abseits ihrer Träume und findet sich schnell in einem Alltag wieder, der so gar nichts mit ihren Wünschen zu tun hat.

Jahre nachdem die Flasche im Meer gelandet ist, schreibt ihr der australische Surfer Sam zurück. Was erst ein kultureller Austausch ist, wird schnell mehr und es steht die Frage im Raum, kann man Gefühle für jemanden entwickeln, den man noch nie gesehen hat?

Briefromane gelten seit Dracula als schwer zu lesen, manchmal auch als eintönig und fad. Es fehle an Handlung, es fehle an Emotionen, es fehle an vielem, was "Show don't tell" ausmacht.

Die Autorin hat sich trotzdem für einen Briefroman entschieden, um der Hektik der heutigen Zeit zu entfliehen. Mal eben schnell eine random Info teilen, die in fünf Minuten schon wieder unwichtig ist.
Auf die Briefe muss man warten, man muss sich mehr Zeit nehmen, um sie zu schreiben. Gerade zu Beginn, wenn die beiden sich kennenlernen, werden Briefe bewusst nicht nur am Schreibtisch geschrieben, sondern an schönen Plätzen, welche auch schriftlich festgehalten werden.
Man wandert durch die Briefe am australischen Meer, man flaniert durch München. Es sind gerade diese Anfangssequenzen, die die Starrheit des Briefromans auflösen.
Doch je länger der Briefwechsel andauert, desto emotionaler wird er. Eine Krankheit hier, ein Unfall dort, die Schulter zum Anlehnen ist nicht da.

Und dauernd schwelt die Eifersucht.

Ein Buch, das zeigt, wie schwer eine Fernbeziehung sein kann und was sie alles kostet.

5 von 5 Briefen

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