Auch mit etwas Abstand zu den früheren Rezensionen muss ich sagen, dass mir die Aufmachung der Anthologien immer noch sehr gut gefällt. Die Einleitungen in die Geschichten zeigen, wie viel und welche Gedanken der Autor sich bei seinen Geschichten macht. Man erfährt, wo die Geschichten zuerst erschienen und wie viel autobiografisch sein soll. Denn, und daraus macht Gruber keinen Hehl, Kreativität entsteht selten im einsamen Kämmerlein. Da kann sie höchstens wachsen. Die Ideen kommen von außen und gerade die unheimlichen gären, bis sie sich niederschreiben lassen. Dabei spielt er sowohl mit alltäglichen Szenen als auch mit Dingen, die ein Leser im eigenen Leben eher selten erlebt.
Die Geschichten setzen sich im Kopf fest, Bilder entstehen, wo man Szenerien nur angedeutet werden, es entspinnt sich ein Kopfkino, das den Leser kaum loslässt. Eine wahre Kunst.
In den 15 Geschichten reist der Leser oftmals nach Wien, aber auch mal in der Zeit zurück. Der Autor nimmt uns mit nach Tokio und in Restaurants, in denen wir nicht speisen wollen. Wie schon in den vorigen Zusammenstellungen gelingt es Andreas Gruber sich auch bei ähnlichen Settings nicht zu wiederholen und den Schauer über die Schulter krabbeln zu lassen.
Wie ich auch schon bei der ersten Rezension meinte, es ist nahezu erstaunlich, wie derselbe Autor so unterschiedliche Geschichten schreiben und mit einem einzigen Thema so gut unterhalten kann.
Drei weitere Anthologien warten noch auf dem Ebook-Reader und eins sei abschließend gesagt:
Für zarte Nerven sind diese Geschichten nichts.
5 von 5 Anthologien
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