Als Adalina nach Jahren in Pisa zurückkommt, sieht sie den Stern ihrer Kindheit in der Garage stehen: das Bibliomotocarro. Neugierig forscht sie nach, warum es nicht mehr zum Einsatz kommt und es entspinnt sich eine Geschichte über Freundschaft, Bücherliebe und dem berühmten Ankommen im Leben.
Das "Bibliomotocarro" und sein Besitzer Antonio La Cava dürften einigen aus der Fernsehdokumentation "Wo Bücher die Welt bedeuten" bekannt sein. Im Nachwort erklärt die Autorin, dass sie den "echten" Antonio kennenlernen und auf seiner Tour begleiten durfte, was man ihrem Text an vielen Stellen anmerkt.
Realität und Fiktion verschwimmen an vielen Punkten in dem Buch und machen es so greifbar, dass man die Musik und das Kindergeschrei hört, wenn der Maestro in ein Dorf kommt.
Die Autorin webt die Geschichte von Adalina, sie hat früher selbst das Bibliomotocarro jede Woche herbeigesehnt, und das Tagebuch von Antonio La Cava zu einer wundervollen Erzählung. Adalina, selbst Autorin mit einer momentanen Schreibblockade, versucht durch ihre Vergangenheit zu einem neuen Plot zu gelangen und erklärt dem Leser dabei, wie man ein Buch schreibt. Ein kleiner Schreibratgeber für zwischendurch sozusagen.
Immer im Wechsel erfährt über das Tagebuch, wie der Wunsch nach einer fahrenden Bibliothek in Antonio reifte, und mit Adalina erlebt man, was es heißt im Alter seinen Traum ziehen lassen zu müssen.
Emotionen werden bei diesem Buch groß geschrieben, doch sie sind immer herzlich, ohne dabei kitschig zu werden.
Man fiebert mit allen Figuren mit und will eigentlich nicht, dass das Buch endet. Zu schön ist der Gedanke, dass Bücher so vielen Menschen Glück bescheren können.
Eine Ode an das Buch und die Freundschaft.
5 von 5 rollenden Bibliotheken
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