Samstag, 18. Juli 2026

Jo Fischler "Klein aber tot"

Der Schmierfink ist tot. Darüber ist in Knuffingen allerdings niemand wirklich traurig, denn besagter Schmierfink hat es sich mit fast allen verscherzt. Mit Beleidigungen und mehr warf der Tote um sich und die Anzahl der Verdächtigen ist enorm. Selbst die Mutter von Polizist Wunder gehört zu den Verdächtigten. Doch nach und nach verschwinden diese und der Ermittler weiß zunehmend nicht mehr, wie er seine Befragungen durchführen soll, wenn doch keiner mehr da ist.

Knuffingen, ein Ort im Miniatur Wunderland. Ein Setting, welches viele schon einmal gesehen haben dürften, wenn sie in Hamburg waren. Die vielen kleinen Welten, in denen Eisbahnen umherfahren und in denen kleine Szenen arrangiert sind. Nun eben dieser Mordfall. Er wird erzählt wie jeder andere und man muss sich immer wieder bewusst machen, dass man sich in dieser kleinen Welt befindet, da man es dem Schreibstil nicht anmerkt. Ein Ermittler, eine Bäckerei, ein Blumenladen, ein Anwesen und ein Chef, der nie da ist. Hört sich bekannt an? Eben. Knuffingen könnte überall sein und das macht die Protagonisten auch so sympathisch. 
Der Fall selbst ist gut aufgebaut und zeigt die vielen Facetten der menschlichen Natur: Neid, Eifersucht und Gier. Und er führt den Leser das ein oder andere Mal gut hinters Licht. 
Ein gelungener Kriminalfall, der die Kleinen ganz groß wirken lässt.

4 von 5 Schmierfinken

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