Alle bestehen darauf, dass Frieda von jetzt auf gleich verschwand, doch dann gibt es eine Leiche und Nora ist mittendrin.
1954, einige Jahre nach dem Krieg ist England noch sehr davon gezeichnet. Lebensmittel sind knapp oder teuer, Wohlstand haben die wenigsten und man muss mit dem zurecht kommen, was das Leben einem bietet. Inmitten dieser Grundstimmung siedelt die Autorin eine Gemeinschaft an, wie sie unterschiedlicher nicht sein kann. Alle haben ihr Päckchen zu tragen und sind mehr oder weniger in der Pension gestrandet. Jess Kidd verwebt die einzelnen Figuren und ihre jeweiligen Geschichten zu einem großen Ganzen, um hieraus den Todesfall zu ersinnen. Denn ob es Mord ist, bleibt lange Zeit ungewiss und die örtliche Polizei brennt nicht darauf, einen daraus zu machen.
Nora, die als ehemalige Nonne schon mit vielem konfrontiert war, nimmt hier den Posten der Ermittlerin ein und führt die Leser durch eine Gemeinschaft, die durch Lug und Trug gekennzeichnet ist. Als Charakter ist sie sehr vielschichtig angelegt und zeichnet sich durch ihre Empathie und Geduld aus. Strategisch geht sie vor und nimmt den Leser an Orte mit, die vermeintlich nichts mit dem Fall zu tun haben, oder vielleicht doch?
Ein spannender Krimi, der auch geschichtlich einiges zu berichten hat.
5 von 5 Möwen
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