Hallo zusammen,
heute stelle ich euch eine Autorin vor, die schon seit ihrer Kindheit schreibt und uns heute in ihre eigenen Welten entführt.
Zuletzt wurde dein Sammelband »Roboter - Die Keld-Chroniken« erneut veröffentlicht. Wie kam es zu der Neuveröffentlichung und wie unterscheidet sie sich von der ersten Ausgabe?
Es handelt sich bei den Robotern um eine Trilogie. Die ersten beiden Teile wurden zunächst beim Atlantis-Verlag rausgebracht. Nachdem ich die Rechte zurückerhalten habe, beschloss ich, die Trilogie direkt als Sammelband zu veröffentlichen. Unter anderem traf ich diese Entscheidung, um weitere Wartezeiten auf den dritten Band zu vermeiden und um die Trilogie auch neuen Lesenden schneller zugänglich zu machen.
Inhaltlich unterscheidet sich die Geschichte nicht zu den Ausgaben des Atlantis-Verlags, mal abgesehen natürlich vom dritten Band, der vorher ja noch nicht erschienen war. Timo Kümmel hat schon die Coverbilder der ersten beiden Teile illustriert und für den Sammelband etwas an den Farben und der Schriftart gedreht. Das Cover des zweiten Bands ist auf der Rückseite der Printausgabe zu finden, außerdem sind Teilelemente der Illustrationen als Kapitelzierden ins Taschenbuch gewandert.
Worum geht es in den Chroniken?
Die Sonne des Planeten Keld erkrankte vor langer Zeit. Um sie herum hat sich ein schwarzer Ring gebildet, der sich immer weiter verdunkelte. Bald konnte keine Solarenergie mehr genutzt werden, was zu einer völlig neuen Weltordnung führte. Nicht nur für die Menschen, sondern auch für sämtliche Roboter und künstliche Intelligenzen, die zu dem Zeitpunkt bereits ein fester Teil der Gemeinschaft waren. Ihre Existenzen waren wie die eines natürlichen Lebewesens anerkannt. Nun schalteten sie sich ab, da ihnen die Energiezufuhr fehlte – es war ein reines Massensterben.
Die Menschen suchten nach Lösungen, sie wieder zu aktivieren. Letztlich baute man sie so um, dass sie ihre Energie aus Biomasse ziehen können. Außerdem wurde ein Koexistenz-Vertrag erarbeitet, damit der Planet dadurch keinen Kollaps erleidet und auch die Menschen geschützt wurden. Man hoffte, es würde nur eine vorübergehende Lösung sein und die Sonne wieder gesunden.
Zu dem Zeitpunkt, an dem die Handlung ansetzt, sind seit diesen Ereignissen schon viele Jahrzehnte vergangen. Die Menschen sind in ein urtümlicheres Leben zurückgekehrt und die Roboter haben sich in Kasten aufgeteilt, um verschiedene Aufgaben für die Gemeinschaft zu erfüllen. An die Lösung des Sonnenproblems glaubt aber so gut wie niemand mehr.
Riesige Biotope sollen die Biosphäre des Planeten am Leben erhalten. Dort gelten strenge Regeln. In eine dieser Anlagen geht der Robotersöldner Smoke und bekommt von der Forscherkaste den Auftrag, ein Menschenkind namens Kaia zu finden. Kurz nachdem er es aufgespürt hat, wird das Biotop angegriffen, und erneut droht sich die Weltordnung zu verändern.
Einen Überarbeitungsprozess stelle ich mir schwierig vor. Wie planst du einen solchen und was ist der Unterschied zu einem neuen Text?
Bei einem neuen Text schreibe ich meistens einfach drauf los. Es geht vor allem darum, ein Grundgerüst zu haben, an dem ich später ordentlich feilen kann – und muss. Dazu sind mehrere Durchgänge nötig und bei jedem konzentriere ich mich auf etwas anderes: Stil und Formulierungen, Beschreibungen, inhaltliche Patzer, Füllwörter etc. Die Überarbeitungsphase ist sehr anstrengend, doch sie lohnt sich. Am Ende kann ich manchmal kaum glauben, dass der Text von mir ist – ohne jetzt eingebildet klingen zu wollen. Aber es ist superfaszinierend, wie viel man aus der Rohfassung rausholen kann.
Wenn du ein neues Projekt anfängst, wie sehr strukturierst du es? Ist vieles von Anfang an festgelegt oder lässt du dich auch ab und zu treiben?
Das ist tatsächlich von Buch zu Buch unterschiedlich. Meistens habe ich aber zumindest das Worldbuilding grob ausgearbeitet und ein paar Ideen, wohin die Geschichte gehen könnte. Ich lasse genug Raum für die Charaktere und spontane Entwicklungen. So kam es schon öfter vor, dass ich selbst völlig überrascht von einem Plot-Twist war und mit den Protagonisten zusammen nach Lösungen suchen musste.
Was bedeutet Schreiben für dich?
Schreiben ist für mich überlebenswichtig. Habe ich einen Tag nicht geschrieben, werde ich ganz unruhig. Es ist seit meiner Kindheit eine der wichtigsten Formen, mich auszudrücken und meiner Fantasie und Kreativität Raum zu geben. Mittlerweile verarbeite ich auch vieles durch das Schreiben, sei es Privates oder das Weltgeschehen.
Es bedeutet mir die Welt, wenn ich durch meine Geschichten andere Menschen berühre, ihnen die Möglichkeit gebe, abzutauchen und mitzufiebern. Das ist der Hauptgrund, aus dem ich nicht mehr für die Schublade schreibe und meinen Traum wahrwerden ließ.
Wie beeinflussen deine anderen Hobbies das Schreiben?
Ich bin eine Person, die sich für ziemlich viel begeistern kann. Das spiegelt sich auch in meinen Geschichten wider, da ich einige Themengebiete dort einfließen lasse. Das Schreiben hat mich aber auch schon dazu gebracht, Dinge, die ich längst mal ausprobieren wollte, endlich anzugehen. Manchmal erst aus Recherchezwecken, aber ich bin teilweise auch bei den Hobbys geblieben. Ich glaube, mein Hobby-Konstrukt baut aufeinander auf und greift gut ineinander – zumindest meistens. Hin und wieder blockiere ich mich mit meinen ganzen Interessen allerdings, wodurch dann z. B. das Schreiben zu kurz kommen kann.
Woran arbeitest du zur Zeit?
Ich habe dieses Jahr den Auftakt zu einer neuen Reihe beendet. Dinosaurier spielen eine große Rolle und ich bewege mich in dieser Welt mal wieder im Bereich der Science Fantasy. Ich weiß noch nicht genau, wann die Reihe erscheinen wird und wie viele Bände sie umfassen wird, aber ich hoffe, bald mehr dazu berichten zu können.
Wer neugierig ist, kann hier mehr über R. M. Amerein erfahren:
instagram.com/rm_amerein/
tintenfass.info/ueber-mich/
Nächsten Monat gibt es ein neues Interview.
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