Mittwoch, 3. Juni 2026

Matthias Bürgel "Schrei nach Rache"

Vier deutsche Flughäfen, keine kleinen, ein Profiler, der eingeschränkt ist, und vier Leichen, die sich nur darin gleichen, dass sie übel zugerichtet wurden. Zumindest scheint es so. Denn wie so oft ist der erste Eindruck oftmals nicht der vollständige und trotz der guten Datensicherung sind es Kleinigkeiten, die den Fall verzwickt machen.
Falk Hagedorn sitzt nach einem dramatischen Fall im Rollstuhl. Endgültig. Somit ist seine aktive Zeit beim LKA vorbei und er hängt dieser Zeit nur in gewissen Momenten nostalgisch nach. Sein neuer Arbeitsbereich fordert ihn derweil voll und ganz, zumal auch seine Zukunft auf der Kippe steht ...

Bei Krimis oder in diesem Fall Thrillern finde ich es wichtig, dass das Buch richtig beworben wird. Denn ein Krimi ist kein Thriller und ein Thriller ist kein Krimi.
Somit geht man als Leser an die Texte auch mit unterschiedlichen Vorstellungen ran. Während ein Krimi oftmals als Puzzle fungiert, zeichnen sich Thriller durch Manipulation und einer gesteigerten Grausamkeit aus. So auch in diesem.
Die Menschen sterben in diesem Thriller nicht einfach nur, sie werden gequält und die Ideologie, die hinter den Morden steckt, ist nahezu perfide. Mit verschiedenen Figuren und deren jeweiligen Blickwinkel lässt der Autor den roten Faden immer wieder verschwinden, um ihn dann an einer ganz anderen Ecke erneut auftauchen zu lassen. Der Fall ist geprägt von Zeitdruck, emotionaler Befangenheit und zahlreichen Vorurteilen, denn nichts ist, wie es scheint. Spuren werden gelegt, um verwischt zu werden und gleichzeitig legt der Autor wert darauf, dass vieles erdacht und eben nicht der Alltag der Polizei ist.
Fühlt man sich gerade sicher, alles entdeckt zu haben, findet der Autor noch eine Möglichkeit, den Leser kalt zu erwischen, denn Rache ist das schlimmste Motiv von allen.

4 von 5 Erkenntnissen

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