Montag, 22. Juni 2026

Frank Goldammer "Strandopfer"

An der deutsch-polnischen Grenze wird eine Leiche gefunden. Doch was im ersten Moment wie ein Badeunfall aussieht, stellt sich bei genauerer Betrachtung als ein verdächtiger Todesfall heraus, denn im Rachen des Opfers findet sich ein geschliffener Bernstein. Während sich die polnische und deutsche Polizei noch über die Vorgehensweise streiten, wird klar, dass auch noch ein Kind verschwunden ist. Und das werden nicht die einzigen Verbrechen bleiben ...

Frank Goldammer versteht es mit Vorurteilen zu spielen. Arm - reich, deutsch - polnisch, Mann - Frau. In fast jede Beziehung bringt er eine Dynamik, die durch Vorwürfe und Informationszurückhaltung geprägt ist. Als Leser sind wir nah bei der deutschen Polizistin, die sich mit der Sprachbarriere zu ihren Kollegen und der Zurückhaltung von Informationen zurecht finden muss. Ihre privaten Probleme aus der Vergangenheit überlappen sich mit den Ermittlungen und der Autor zeigt auf, wie sehr Menschen zu manipulieren sind. Denn eins ist klar, ohne Informationen gibt es keine Ermittlungen und ohne Beobachtungen keine Darstellung, die halbwegs neutral ist.
Über vierhundert Seiten führt uns der Autor über verschiedene Pfade vermeintlich immer näher an die Lösung, um uns dann doch wieder in eine ganz andere Richtung zu lenken. Denn wie es bei Geheimnissen so ist, hat man erst eins geschaffen, folgen meist weitere und dies ist selten von Vorteil.
Ein Krimi, der neben seiner eigentlichen Handlung viel über die Geschichte von Deutschland, DDR und Polen erzählt und zeigt, dass die Vergangenheit oftmals sehr präsent ist.

4,5 von 5 Kriminalfällen

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