Julian ist eigentlich ein ganz normaler Teenager. Er lebt allein mit seiner Mutter in einer kleinen Wohnung, sein Vater ist nicht existent und sein Bruder ist zur Ausbildung fort. Die Mutter schaut gerne zu tief ins Glas und in der Schule ist Julian nicht das, was man einen Sonnenschein nennt. Immer mal wieder gerät er mit anderen Jungen aneinander, vornehmlich dann, wenn sie seinen besten Freund bedrohen. Mit jedem Tag entwickelt Julian stärkere Gefühle für ihn und will ihn vor dem Übel der Welt beschützen.
Doch etwas geschieht in der Welt. Mehrere Mädchen sterben und seltsame Gestalten erscheinen auf der Erde. Einige sogar mit Flügeln ...
Der Kampf zwischen Gut und Böse oder auch Himmel und Hölle, wurde schon öfters verschriftlich, doch selten habe ich einen so guten Genremix gelesen.
Angelegt als Tetralogie mischt der Autor in seiner Geschichte viele vermeintlich bekannte Erzählstränge, um daraus seine eigene Welt zu erschaffen. Sicherlich, Himmel und Hölle kennt man aus der Bibel und auch andere Elemente im Buch lassen den Leser schmunzeln, wenn man erkennt, was und vor allem auch wen, der Autor aufeinandertreffen lässt.
Dunkel sind die Zeiten, doch Julian ist mit seinen Problemen, wobei eigentlich sind es ja Probleme, die an ihn herangetragen werden, niemals allein. Seine Freunde und auch Helfer aus den unterschiedlich Sphären stehen ihm bei einem Kampf zur Seite. Kann er ihn gewinnen? Welche Opfer gibt es zu beklagen? Und vor allem, welchen Preis muss er zahlen?
Grusel, Romantik, Spannung, ein Prise Horror und ganz viel Dialog bekommt man bei dieser Erzählung serviert. Der Autor schafft es die einzelnen Protagonisten individuell zu zeichnen, sodass man sich schnell an ihre Temperamente und ihr Wesen gewöhnt. Dabei nutzt er eine Sprache, die sich jeweils dem Erzähltempo und der Spannung angleicht.
Selten sind Gut und Böse in so vielen grauen Schattierungen dargestellt worden, denn wirklich weiß und schwarz gibt es auch in Himmel und Hölle nicht.
4 von 5 Fegefeuern
Danke an den Autor für das Rezensionsexemplar.
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