Samstag, 1. August 2026

Antoine Laurain "Fehlerhaft und wunderbar"

Benjamin kommt aus der Schule nach Hause und bringt eine schlechte Note im Diktat mit. Seine Eltern können es sich nicht vorstellen, wie ihr Sohn so eine schlechte Note bekommen kann und veranstalten ein weiteres Diktat. Mit vermeintlich schlechtem Ausgang. Bei den Erläuterungen und den Recherchen wird viel gelacht und der kurz bevorstehende Auszug des Vaters rückt im weite Ferne. Die Leichtigkeit und das Miteinander scheinen zurückgekehrt, doch das ist erst der Anfang.

Ich mag es, wenn Erzählungen einen wahren Kern haben. So setzt der Autor den berühmten Schriftsteller Prosper Mérimée, welchen man durch Carmen kennen könnte, neben den drei Protagonisten ins Zentrum der Geschichte. Denn sein Diktat ist es, welches die Erzählung trägt und ihr eine historische Tiefe gibt.

Die Erzählperspektive begleitet in dieser kurzen Geschichte viele Charaktere. Mal ist Benjamin, mal sind es seine Eltern und dann ist es der Mamas väterlicher Freund Jacques. Viele Ideen rund um Kultur, Lebensideen und Wünsche bekommt der Leser auf den 144 Seiten präsentiert, sodass die Erzählung freudig und eigentlich ohne große Konflikte vorangetrieben wird.

Und das ist die Stärke des Textes. So sehr sich einige mit dem Dictée de Mérimée abmühen, so freundschaftlich und zugetan sind die Gespräche. Sie bieten eine gewisse Leichtigkeit, die anderen Texten mit solcher Tiefe fehlt.

Ein Hoch auf die Kunst und ihre vielseitigen Daseinsformen.

5 von 5 Schreibfehlern

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