Donnerstag, 25. Juni 2026

Autoreninterview Bastian Martschink

Hallo zusammen.
Ein neuer Monat und dieses Mal geht es wieder in das Krimi-Genre. Mein heutiger Interviewpartner hat den klassischen Whodunnit überarbeitet und ... Ach lest selbst ...

(Foto: Bastian Martschink (privat), Grafik: Maximilian Wust)

Welches Buch hat den Ausschlag gegeben, dass du selber schreiben möchtest?
Ich habe wirklich unglaublich viele gute Bücher gelesen, aber ich könnte jetzt gar nicht dieses eine Buch nennen, von dem ich sagen würde: Genau das war der Auslöser, jetzt will ich auch schreiben.

Meine Leidenschaft fürs Schreiben war eigentlich schon sehr früh da. Im Studium ist sie dann durch die ganzen Bücher, die ich gelesen habe, noch mal stärker geworden. Ich muss da aber immer wieder zurückdenken an die Geschichten von Huckleberry Finn. Das ist natürlich ein ganz anderes Genre, und mein Finn hat mit dem Namen auch nichts zu tun. Aber ich fand Huckleberry Finn als Figur einfach cool: dieses Freiheitsgefühl, dieses Raus-in-die-große-Welt, dieses Quatschmachen und die Freundschaften. Top!

Welche drei Elemente sind wesentlich für dein Buchkonzept?
Leider kann ich hier nichts maximal Spektakuläres bieten. Ich habe keine komplett feste Vorstellung davon, wie am Ende alles aussehen muss. Ich lasse mich da gerne treiben, denn es muss sich für mich gut anfühlen. Ich schreibe das, worauf ich selbst richtig Lust habe, und hoffe dann natürlich, dass es anderen genauso geht.

Was mir aber wichtig ist: Am Ende muss es noch irgendwie scheppern. 😊 Ich mag es schon, wenn man am Ende hoffentlich überrascht wird. Das bekommt man nie im Leben bei allen Leserinnen und Lesern hin. Aber ich gebe mein Bestes. 😉

Wodurch ziehst du deine Inspiration?
Wodurch nicht? 😄

Ich habe keine bestimmten Orte, Vorbilder oder geheimnisvollen Inspirationsquellen. Ich spaziere durch die Welt und habe inzwischen natürlich einen ziemlich starken Fokus auf alles, was ich irgendwie für Thriller oder Krimis nutzen könnte.

Sobald ich etwas entdecke, notiere ich es mir direkt im Handy. Wenn ich dann über eine neue Buchidee nachdenke, schreibe ich alles aus diesen Notizen in mein OneNote, starre lange, lange drauf und hoffe, dass ich irgendwie eine sehr kreative Idee habe.

Wie kam es zu deiner Buchreihe um Finn Dever?
Lang, lang ist es her ... Ich habe die Reihe schon vor über fünfzehn Jahren angefangen zu planen, aber damals nie wirklich die Zeit gefunden, das Ganze auch umzusetzen. Vor ein paar Jahren habe ich dann aber tatsächlich angefangen zu schreiben, erstmal als Geschenk für meine Frau. Die hat mich danach motiviert, es doch einfach mal bei einem Verlag einzureichen. Und sie hat mir netterweise (und das meine ich wirklich absolut positiv, weil es sonst nie funktioniert hätte!) auch ziemlich knallhart gesagt, wo es im Manuskript noch hakt.

Der Rest war dann sicher auch eine Portion Glück. Es ist ja gar nicht so leicht, überhaupt sichtbar zu werden. Ich glaube, da draußen gibt es wahnsinnig viele tolle Bücher, die nie veröffentlicht werden, weil sie anhand von ein paar Seiten und einem Exposé vielleicht unterschätzt werden.

Wie schaffst du es, dir im Alltag die Zeit zum Schreiben zu nehmen?
Das Wichtigste ist und bleibt für mich die Familie. Die soll natürlich nicht zu kurz kommen, und deshalb muss sich alles andere irgendwie drumherum sortieren.

Das Schreiben funktioniert dann vor allem, weil ich sehr früh aufstehe und schreibe, bevor alle wach sind und der normale Familien- und Arbeitsalltag losgeht. Und ich habe aber auch einfach so viel Lust zu schreiben, dass ich mich wirklich jeden Tag hinsetze.

Das klappt sicher mal besser und mal schlechter. Aber ohne diese Leidenschaft (und damit auch so etwas wie Disziplin, auch wenn das immer direkt so mies negativ klingt 😊) würde es wahrscheinlich nicht gehen.

Arbeitest du gerade an einem neuen Fall für Finn Dever?
Es gibt einen Rohentwurf für Finn Dever 4, und ich finde die Geschichte wirklich klasse. Aber mit Band 3 ist die Trilogie abgeschlossen. Die großen Geheimnisse werden gelüftet, offene Fragen beantwortet und auch zwischenmenschlich wird sich einiges klären. 😉

Sollten die Verkaufszahlen explodieren, wird es sicherlich auch einen Band 4 geben, aber die Trilogie ist so für mich erstmal absolut rund.

Aber: Da ich Finn schon vor mehreren Jahren geschrieben habe, habe ich in den letzten Jahren bereits einen neuen Thriller fertiggestellt und versuche damit im Sommer mein Glück bei Verlagen.

Wie würdest du deinen Ermittler charakterisieren und welches Publikum sprichst du mit ihm an?
Ich habe versucht, einen Ermittler zu erschaffen, der etwas Neues mitbringt. Ich wollte keinen kaputten Typen mit tausend Problemen, sondern dass Finn eher locker, neugierig und sympathisch ist (falls jemand das nicht so wahrnehmt, lasse ich mich aber gerne korrigieren 😄). Gleichzeitig hat Finn die Fähigkeit, kurze Visionen aus der Vergangenheit zu sehen.

Dadurch wird er aber nicht zum Superhelden, denn er kann diese Fähigkeit nur selten einsetzen. Und selbst wenn er etwas sieht, weiß er dadurch noch lange nicht, wie ein Mensch wirklich tickt oder was jemand alles verbirgt. Für mich war wichtig, dass dadurch neue Ermittlungssituationen entstehen, überraschende Dinge mit ihm passieren, der Fall aber trotzdem ein Rätsel bleibt.

Ich hoffe, damit Leserinnen und Leser zu finden, die Wendungen, Miträtseln und Spannung mögen (oh Mann, klingt jetzt katastrophal generisch … ist aber so 😊). Und ich hoffe natürlich, dass ich rund um Finn auch noch eine faszinierende Welt erschaffen habe. Mit lockerem Charme, Humor, Neugier und einer kleinen Portion Coolness.

Wer neugierig ist, kann hier mehr über Bastian erfahren:
instagram.com/finn.dever.official
golkonda-verlag.com/bastian-martschink-finn-dever

Nächsten Monat gibt es ein neues Interview.

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