Samstag, 23. Mai 2026

Bernhard Jaumann "Caravaggios Schatten"

Ein Ehemaligentreffen wird zum Auslöser einer Kette von Ereignissen, die vielleicht lieber im Dunklen geblieben wären. Rupert von Schleewitz hatte gerade sein altes Internat besucht, als sein Zimmergenosse ihn nach Potsdam einlädt. Eigentlich hat Rupert keine Lust, doch die Vehemenz des Wunsches lässt ihn anreisen. Während sie das Schloss Sanssouci besuchen, zieht sein Mitschüler ein Messer und attackiert "Der ungläubige Thomas", woraufhin die beiden Störenfriede festgenommen werden. Doch es bleibt nicht bei der Beschädigung. Beim Transport zum Restauration wird das Bild entführt und ein Streit über die Zuständigkeit entbricht, während Rupert seine Vergangenheit zu verdrängen versucht, als sein Angestellter Max diese aufwühlen will.

Eine Internatsgeschichte. Ein Artnapping. Eine Kunstexpertise. Eine Täuschungsgeschichte.
Wie schon in seinem ersten Krimi dieser Reihe hängt der Autor die Messlatte für diesen Krimi sehr hoch. Denn schlicht einen Handlungsstrang in sein Werk zu schreiben, wäre ihm offensichtlich zu simpel. So wählt er neben seiner detaillierten Beschreibung über die Entstehung des ungläubigen Thomas die anderen Schauplätze, um dem Leser neben einer gehörigen Portion Kunstgeschichte auch die Spannung eines Krimis zu präsentierten. Temporeich geht es hierbei durch Deutschland und auch in die angrenzende Schweiz, um dem Leser mit zahlreichen Hinweisen, Möglichkeiten und auch Finten nach dem berühmten roten Faden suchen zu lassen. Denn die Mischung aus der Ruperts Vergangenheit und dem möglichen Zusammenhang zu heutigen Geschehnissen bietet eine Bandbreite an Illusionen, von denen der Krimi in jeglicher Hinsicht profitiert.
Gerade durch vielen kunstgeschichtlichen Informationen und auch einen Blick in die Psychologie hebt sich diese Krimireihe von anderen ab und verbindet Unterhaltung mit Wissensaufbau.

5 von 5 Leinwänden

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen