Donnerstag, 7. März 2024

Autoreninterview Terry B. Persson

Hallo Zusammen. 
Terry B. Persson dürfte den Science Fiction-Lesenden bekannt sein. Morgen erscheint seine Anthologie "Am Saum der Welten", wenn das nicht der richtige Zeitpunkt für ein Interview ist.


(Foto: Terry B. Persson privat, Grafik: Maximilian Wust)


Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Schreiben, in dem Sinn, dass ich Texte auch beende, überarbeite und mit der Welt teile, das mache ich erst seit etwa 2 Jahren. Vorher wusste ich einfach nicht genau, wie das funktioniert. Ich glaube, ich hatte auch durch mein Literaturstudium ziemlich seltsame Vorstellungen vom Schreibprozess, davon musste ich mich erst einmal befreien. 

Ich habe dann irgendwann die Genreliteratur wieder für mich entdeckt und das war dann der Schlüssel: So was mach ich auch, habe ich mir gedacht und dann einfach losgelegt.

Bald erscheint »Am Saum der Welten«. Wie bist du auf den Titel und überhaupt auf das Thema der Anthologie gekommen?
Ich habe den Titel recht allgemein gehalten, um viele unterschiedliche Autor*innen anzusprechen. Da ich mich selbst gern in allen Ecken der Phantastik herumtreibe, wollte ich diese Vielfalt auch in der Anthologie abbilden. Das Wort »Welten« findet man ja im Titel unzähliger Phantastikveröffentlichungen, der Saum ist das, wo es spezieller wird: Mir ging es einerseits darum, verschiedene Visionen zu bündeln. Andererseits wollte ich Geschichten vom Rand, die nicht immer so präsent und mitunter etwas eigenwillig sind, einen Platz bieten.

Folgt man dir bei Instagram, hat man den Eindruck, dass du bei der Anthologie ziemlich viel selbst gemacht hast. Stimmt das?
Das stimmt und ich muss zugeben, ich hatte etwas unterschätzt, wie viel Arbeit das am Ende alles ist. Neben Lektorat, Korrektorat und Buchsatz kümmer ich mich auch noch um Marketing und alles Organisatorische. Zum Glück haben mich die Autor*innen tatkräftig unterstützt, sei es durch das aufmerksame Prüfen der Druckfahne oder einfach mal ein motivierendes Wort zwischendurch.

Eine Aufgabe, die ich als kleiner Kontrollfreak aber gern aus der Hand gegeben war, war die Erstellung der Coverillustration. Mit Christina S. Zhu habe ich da eine wunderbare professionelle Künstlerin beauftragt, die den Geist der Anthologie mit ihrer stimmungsvollen, leicht verspukten Zeichnung perfekt eingefangen hat.

Hast du schon die nächste Anthologie-Idee im Hinterkopf?
Da schwirren ein paar Ideen herum und ich habe auch schon ein paar Leute im Kopf, mit denen ich zusammenarbeiten will. Was es genau wird, weiß ich noch nicht, aber es wird wieder phantastisch! 

Ich möchte jetzt aber erst einmal das Feedback zu »Am Saum der Welten« abwarten und mir eine kurze Verschnaufpause gönnen.

Wenn du deinen Schreibstil charakterisieren müsstest, was wären die drei Adjektive (jaja, sonst sollen wir Autor*innen damit sparen), die dir in den Sinn kämen?
Zuckend, schwebend, dunkel?

Was regt deine Fantasie an?
Ich denke, es sind meist alltägliche Sachen. Ich mag Phantastik mit menschlichen Dimensionen und kleinen Sensationen. Explodierende Planeten und Landstriche verwüstende Drachen finde ich nicht so spannend, ich denke eher über am Hals kratzende Raumanzüge oder den Klang nach, den es macht, wenn man mit dem Fingernagel auf eine Drachenschuppe tappt.

Welche Schreibenden oder welches ihrer Werke hat dich als Leser und später auch als Autor am meisten beeinflusst?
Da muss ich an erster Stelle Ursula K. Le Guin denken, die vor ein paar Jahren meine Faszination für Fantasy wiedererweckt hat. Und sonst sind da noch M. John Harrison, Shirley Jackson, Alice Munro, Randall Kenan, Kij Johnson, Ted Chiang und ganz besonders die Kurzgeschichten von Kelly Link, die mich geprägt haben und motivieren, mein eigenes Ding zu machen.

Nachdem ihr wisst, was Terry schreibt, könnt ihr hier mehr über ihn erfahren:
instagram.com/t_b_persson

In diesem Sinne: Fröhliches Lesen und freut euch auf das nächste Interview. 

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