Denn welche Szenen des Klassikers sind so grundlegend für das Werk, dass sie auch in der Kürze der Graphic Novel vorkommen müssen. Welche Passagen wünscht man sich zu modernisieren, damit sie dem aktuellen Zeitgeschmack entsprechen?
Dieser Aufgabe haben sich Anna Opel und Elias Linnekuhl gestellt.
Wer sich bereits mit dem Werk von Jane Austen beschäftigt hat, wird erkennen, dass sich die beiden optisch an die Verfilmung mit Keira Knightley und Matthew Macfadyen orientiert haben. Kleine Details und auch die beiden Hauptcharaktere lassen darauf schließen.
Für die, die "Stolz & Vorurteil" nicht kennen, eine Familie mit mehreren Töchtern möchte gerne in die oberen Kreise einheiraten, da der Besitz an den nächsten männlichen Erben fällt und die Töchter somit versorgt sein müssen. Was in der Zeit normal war, wird im originalen Texten mit vielen kleinen Spitzen von der Autorin selbst schon scharf kritisiert.
Von dieser Kritik bleibt in der graphischen Umsetzung nur ein wenig erhalten und die Kritik wird zum Teil auch von der anderen Charakteren geäußert.
Anna Opel und Elias Linnekuhl schaffen es, den Inhalt so zu verdichten, dass man als Neueinsteiger gut in die Handlung und ihre Charaktere hineinfindet.
Die Zeichnungen sind schlicht gehalten, was zu dem Text gut passt. Die Liebe zu Details zieht sich durch die ganze Graphic Novel und öffnet uns eine Zeit, die für uns doch sehr fremd ist.
4 von 5 Kavalieren
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