Sonntag, 5. April 2026

Giulia Conti "Lago Mortale"

Eigentlich ist es still am Lago d'Orta.
Der Tourismus ist hier noch nicht in den Massen angekommen wie am Lago Maggiore.
Und doch stört etwas die Ruhe.
Simon, ein Deutsch-Italiener, hat sich aus dem Frankfurter Journalismus hierher zurückgezogen. War es die Arbeit, waren es die Menschen, während des Krimis geht man auch hier auf Erkundungstour.
Eines Morgens steht Simon auf seiner Terrasse, als er ein Boot auf dem Lago trudeln sieht. Kurzerhand paddelt er dorthin, um nach dem Rechten zu sehen und trifft auf eine Leiche. Als Journalist kann er seine Neugier nicht unter Kontrolle halten und so stellt er neben der Polizei eigene Ermittlungen an, die ihn immer weiter in die Geschichte des Lago ziehen.

Finten und Hinweise, falsche Fährten und richtige Ansichten, die Autorin schafft in ihrem Erstling das, was vielen Krimiautoren lange nicht gelingt: Sie legt eine Spur, nimmt Hinweise vermeintlich zurück, um sie dann in einem anderen Licht zu präsentieren.
Italienische Küche, Partisanenvergangenheit und vieles mehr lässt sie in ihren Krimi einfließen und schafft es so, dem Leser neben ihrer spannenden Erzählung auch ein Stück Kultur an die Hand zu geben. Denn Italien ist bei Weitem nicht nur Sonne, Strand und Meer.
Der Krimi bildet den Auftakt einer Reihe, um Simon Strasser, einem Einsiedler, der im Grunde seines Herzens gar keiner sein will.

4,5 von 5 Gewässern