Donnerstag, 19. Februar 2026

Christian Hardinghaus "Die Spionin der Charité"

Die Zeiten im Widerstand sind hart. Laufend werden Verletzte hereingebracht und nur in Sekunden muss entschieden werden, ob ihnen noch zu helfen ist. Doch das ist nicht die einzige Sorge von Professor Sauerbruch und seinen Mitarbeitern. Denn es gilt den Wunsch an ein freies Deutschland hochzuhalten und sich nicht unterkriegen zu lassen. Sauerbruch und einige seiner Mitarbeiter, u.a. Lily, gelten als Spione oder Gegner des derzeitigen Regimes. Als um 1944 die ersten Versuche eines Wechsels scheitern, fühlen auch sie sich immer weiter an die Wand gedrängt und der Alltag besteht aus Hoffen und Bangen.

Lily erzählt ihre Geschichte und die von Fritz Kolbe Jahre später einem amerikanischen Journalisten in einem Interview. Doch je länger er bei ihr ist, desto mehr wird ihr siebter Sinn aktiv. Irgendetwas stimmt mit diesem Mann nicht, doch was?

In zwei ineinander verschachtelten Geschichten führt uns der Autor zwei sehr verschiedene historische Ereignisse vor Augen, die er ein wenig an seine Erzählung angepasst hat. Die Rückblicke in den Zweiten Weltkrieg sind den Lesern vielleicht vertrauter als die Geschichte rund um das Interview, doch beide Texte haben ihren Reiz und auch ihre Überraschungen.
Ein Blick in die Vergangenheit, der noch nicht so oft in Büchern thematisiert wurde und daher sehr spannend zu lesen war.

Der Autor schafft es, die Menschen zu beschreiben, ohne sie per se zu verurteilen und gibt der Erzählung somit einen sehr gelungenen Rahmen.
Wer sich für diese Zeit der Weltgeschichte interessiert, dem sei das Buch sehr ans Herz gelegt.


4,5 von 5 Operationen

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