Freitag, 30. Januar 2026

Sara Dellabella "Die Irrfahrt der St. Louis"

Es gibt Geschichten, die sind so unglaublich, dass man kaum fassen kann, dass sie wahr sind.

Es war einmal ein Schiff, das machte sich 1939 in Richtung Kuba auf, um 937 Menschen in ihre neue Heimat zu bringen. Doch die Welt hatte anderes mit der St. Louis und ihren Passagieren vor. Denn kaum waren sie dort angekommen, wurde ihnen die Einreise trotz zuvor gültiger Visa verwehrt. Ein Tauziehen zwischen der Schifffahrtsgesellschaft, dem Kapitän und mehreren großen Ländern begann, nur damit die St. Louis bis auf wenige Ausnahmen alle Menschen wieder mit nach Europa nahm.

Was im ersten Moment durch die Graphic Novel als Erzählung anmuten könnte, ist die reale Geschichte um Sol Messinger und der anderen Passagiere der St. Louis, die Kapitän Gustav Schröder gesund ins neue Land bringen wollte.
Der geschichtliche Hintergrund ist in jedem Bild spürbar. Die Wut, die Aufregung, manchmal auch der Hass, werden durch die Farbgebung und die gezackten Zeichnungen verdeutlicht. Man fühlt die Situationen und man ist auch heute noch sprachlos, wenn man sich der Umstände bewusst ist. Die Autorin Sara Dellebella und der Zeichner Alessio Lo Manto halten die Waage und zeigen, wie es sich abgespielt haben könnte, ohne dabei den Spannungsbogen zu vernachlässigen.

Abgerundet wird die Graphic Novel durch mehrere Stellungnahmen z.B. von Sol Messinger und Justin Trudeau. Weiterhin gibt das Buch Lesetipps zum Thema und Auskunft über das Schicksal der Passagiere, soweit es bekannt ist.
Ein beklemmendes Buch, was für einen ganz anderen Aspekt des Zweiten Weltkrieges Zeugnis ablegt.

4 von 5 Schiffen

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