Samstag, 24. Januar 2026

Klaus Hammer "Die Schöne und das Tier"

Es war einmal ... Eine ganz bestimmte Gattung von Büchern fängt genauso an. Es war einmal ... Eine Untergruppe dieser Gattung nennt sich Feenmärchen und über diese handelt dieses Buch.
Feenmärchen, so erklärt der Autor, entstanden am französischen Hof gegen Ende des 17. Jahrhunderts. Sie bildeten eine gelungene Mischung aus Sagen, mündlichen Überlieferungen und gleichzeitig Lehren für die Prinzen und Prinzessinnen.
Zehn Märchen hat der Autor versammelt und sie nahezu im originalen Klang ihrer Zeit belassen. Alle Texte stammen aus dem Französischen. Bekannte Namen wie Charles Perrault, Gabrielle-Suzanne de Villeneuve und Jean-Jacques Rousseau finden sich zusammen, um dem Subgenre zu widmen. Die Feen oder auch ihre Vorstellungen vom Leben spielen eine zentrale Rolle in den jeweiligen Geschichten und Texte wie "Die schlafende Schöne" und "Die Schöne und das Tier" dürften vielen Lesern unter anderem Namen und ein wenig verändertem Inhalt durchaus bekannt sein.
Beim Schwelgen in den Texten bemerkt man schnell, dass diese Märchen auch so grausig wie andere Märchen ihrer Zeit sein können, doch der Fokus ein wenig mehr auf der Bildung der guten Sitten liegt. Ein Mensch soll gut, sonst sieht man die negativen Folgen direkt im Text.
Was mir erstaunlich vorkommt, ist die Länge der jeweiligen Geschichten. Wie der Autor beschreibt, wurden sie auch am Hof kultiviert und auch wenn er im Vorwort von Buchclubs spricht, würde ich gerne einen Blick in die Zeit werfen, um die Wirkung dieser Texte zu betrachten.
Ein Stück Zeit- und Literaturgeschichte, das für alle Märchenliebhaber ein wahrer Gewinn ist.

4 von 5 Feen

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