Samstag, 23. Januar 2021

Laurie R. King "Die Gehilfin des Bienenzüchters"


Eine gute Pastiche zu schreiben, ist wahrlich kein leichtes Unterfangen. Wie nah bleibt man an der ursprünglichen Geschichte, wie weit entfernt man sich? Was macht man mit den Charakteren? Welche übernimmt man, welche lässt man weg? 
Und immer der Hintergedanke im Kopf, was werden die Leser, die die ursprüngliche Geschichte kennen zu meiner Interpretation sagen?
Laurie R. King hat sich für ihre Reihe um Sherlock Holmes in die Rolle von Arthur Conan Doyle begeben. Auch sie veröffentlicht nur das Material, was Mary Russell (anstelle von Dr. Watson) ihr an Geschichten vermacht hat.
Wie schon die Kurzgeschichtensammlungen besteht auch dieses Buch aus mehreren Erzählungen und sind in sich jeweils abgeschlossen, um im großen Kontext aber miteinander verbunden zu sein.
Die Geschichte beginnt mit dem Zusammentreffen von Mary und Sherlock, nachdem er sich aufs Land zurückgezogen und vermeintlich zur Ruhe gesetzt hat.
Für Liebhaber des Kanons, ja es tauchen auch im weiteren Figuren aus den ursprünglichen Geschichten als Sidekick auf, aber hauptsächlich wird die beginnende Bekanntschaft zwischen Mary und Sherlock erzählt.
Sherlock findet in ihr auch eine Begleiterin, doch im Gegensatz zu Watson, glänzt Sherlock hier nicht immer mit seiner Intelligenz. Mary, die im Folgenden nach Oxford geht um zu studieren, ist eine Frau, oh Himmel, aber sie ist in der Lage Sherlocks Gedanken zu sezieren und auch ihre eigenen Kombinationen zu erschließen. Sie ist so gar nicht Dr. Watson und das macht den Beginn dieser Serie so sympathisch.
Auch wenn man an manchen Stellen im Buch meint, dass Laurie R. King einen weiteren Verweis auf die alten Geschichten hätte weglassen können, so ist doch die Bekanntschaft der beiden, dass was das Buch ausmacht.
Weiterhin schließt einige Lücken in Arthur Conan Doyles Veröffentlichungen, was dem Leser das eine oder andere schmunzeln entlockt.
Lediglich die Auflösung... Nein, die hätte nach all den Seiten besser sein können, es wirkt, es als ob man nach einem Langstreckenlauf einfach schnell zum Ende kommen wollte.
Über alles aber ein gelungener Auftakt zu einer eigenständigen Sherlock-Reihe.

4 von 5 Sherlocks

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