Freitag, 17. April 2026

James Krüss "Die Haiteks oder Was kostet die Welt"

Der Mensch strebt immer nach Höherem, egal zu welchem Preis. So kurz und prägnant könnte man die Haitek-Sammlung von James Krüss zusammenfassen.

Der Autor, der u.a. für "Timm Thaler" oder "Der Leuchtturm auf den Hummerklippen" bekannt ist, zeigt sich hier von seiner kritischen Seite.

Was im ersten Moment wie Satire anmutet, entspricht seinem innersten Wunsch die Menschen zu warnen. Denn auch wenn der Autor bereits 1997 starb, sind seine Texte so aktuell wie eh und je.

Massenkonsum, der Schere zwischen arm und reich, die Technisierung und auch der vermeintliche Kontrollverlust, das sind nur ein paar Dinge, auf die er hinweist.

Jeder Haitek wird eingeleitet mit einem kleinen Gedicht, welchem stets ein Prosatext folgt. Zudem sind die Haitek mit einer Illustration versehen, die Elemente der Geschichte aufgreifen.

Das vierundsechzigseitige Buch wird durch ein Vorwort von Tilman Spreckelsen vervollständigt.

Die Haiteks sind kurz, doch seinen Unmut spürt man beim Lesen mit jeder Zeile. Die für uns heute ungewohnte Sprache zwingt den Leser länger bei den Texten zu verweilen und sich Gedanken über das zu machen, was er anprangert. Investieren wir zu viel Geld in die falschen Dinge oder war es eher nur eine Mutmaßung seinerseits?

Eine tolle Textsammlung, die auch nach dreißig Jahren nichts von ihrer Intensität verloren hat.

Für Kinder mit einiger Leseerfahrung gut geeignet.

4 von 5 Zeitaltern

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