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Montag, 20. Januar 2025

Jörg Weigand "Musica Fantastica"

Leise verklingt der letzte Anschlag des Klaviers, wenn man das Buch schließt. In zweiundzwanzig Kurz- und Kürzestgeschichten führt Jörg Weigand den Leser durch die verschiedensten Klangwelten. Schon oft habe ich in meinen Interviews die Autoren gefragt, ob sie der Meinung sind, dass man auf mehreren Gebieten kreativ tätig sein kann. Das eine Kreativität die andere fördert und auch bedingt. Die Antworten waren dabei sehr unterschiedlich, doch würde ich die gleiche Frage diesem Autor stellen, denke ich, er würde die Frage bejahen. 
Man hört den Takt, man spürt den Beat, man summt leise die Melodie. All das schafft der Autor oftmals in sehr kurzen Geschichten, da viele der Texte erstmalig in den Phantastischen Miniaturen der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar veröffentlicht wurden.
Einige seiner Figuren z.B. Meister Li tauchen mehrfach in den Texten auf, doch der Autor sorgt für eine ausgewogene Mischung. Hier ein Text über ein Klavier, dann einer über mysteriöse Glocken, die ohne Antrieb läuten. Der Schluss brilliert mit dem vermeintlichen Ausflug einer Boyband ins All.
Gibt es nicht? Doch.
Denn Jörg Weigand hat in seiner langen Schriftstellerkarriere so manchen Text mit musikalischen Hintergrund geschrieben, mal lustig, mal nachdenklich. 
Eine erlesene Auswahl ist in "Musica Fantastica" erschienen und zeigt die schriftstellerische Bandbreite des Autoren.
Und somit Vorhang auf und lasset die Musik beginnen.

4,5 von 5 Vorhängen

Donnerstag, 28. Januar 2021

Autoreninterview Robert Maier Teil 2

Hallo zusammen.
Heute geht es weiter mit Teil 2 meines Interviews mit Robert Maier.


Wie hast du für "Frankfurter Fake News" recherchiert?
Es gab einige große und viele kleine Themen zu recherchieren. Sie alle hier
aufzuführen, würde zu weit gehen.
„Frankfurter Fake News“ ist von Pizzagate inspiriert, einer Verschwörungstheorie voller hanebüchener Beschuldigungen mit Nennung von Namen und Adressen vermeintlicher Bösewichte. Sie führte dazu, dass ein Anhänger dieser Verschwörungstheorie mit einer Waffe eine Pizzeria stürmte, um vermeintlich gefangen gehaltene Kinder zu befreien. In „Frankfurter Fake News“ lasse ich meine Figuren ähnlich wie bei Pizzagate agieren (wer Pizzagate nicht kennt: hier ein Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Pizzagate).
Bei meinen Recherchen habe ich mich in rechtsradikalen Kreisen im Internet herumgetrieben, auch in solchen, bei denen die Propaganda sehr subtil daherkommt.
Über das Zustandekommen, Wesen und Wirken von Verschwörungstheorien habe ich mich in verschiedenen Publikationen, Aufzeichnungen von Vorträgen und in Fernsehproduktionen informiert.
Was den Handy-Virus anbelangt, verfüge ich als IT-Experte über den nötigen technischen Hintergrund. Manchmal musste ich das ein oder andere Detail nachschlagen oder einen Kollegen fragen.
Die Figur der indischen Data Analystin Ashwini zu entwickeln, war für mich relativ einfach und hat mir ausgesprochen viel Spaß gemacht, weil ich dabei eine ganz konkrete Person vor Augen hatte (mehr wird nicht verraten). Ich habe in der Arbeit nämlich viel mit indischen Kollegen und Geschäftspartnern zu tun und war auch bereits häufig in Indien auf Dienstreise.
Für meine Recherchen zu den Aktivitäten des türkischen Geheimdiensts in Deutschland half mir u.a. eine Reportage des ZDF.

Wenn du einen programmierten Virus zur Hand hättest, welche App wäre für dich die interessanteste zum Ausspähen?
Ich schätze, man müsste sich diese Frage gar nicht stellen, denn ein Virus würde schlicht jede App, jede Eingabe des Nutzers und jedes Passwort ausspähen.
Ich finde allerdings die Idee reizvoll, einen Handy-Virus als Wanze zu verwenden. Wir kennen das aus unzähligen Krimis: Ein finsterer Mann bricht in eine Wohnung ein und versteckt eine Wanze im Wohnzimmer, beispielsweise im Lampenschirm, um die Bewohner abzuhören. Mit einem Handy-Virus geht das viel effektiver. Statt zu warten, bis das Opfer zu Hause und dann noch ausgerechnet in der Nähe der Wanze im Lampenschirm ist, kann man die Zielperson rund um die Uhr ausspähen, weil die Leute ihre Handys überall hin mitnehmen – viele sogar nehmen ihr Smartphone mit aufs Klo. So kann man Leute pausenlos belauschen, Videos und Fotos machen, die GPS-Daten tracken usw.

Wieviel Wissen aus deinem eigenen Job fließt in deine Bücher ein?
Eine Menge. Es ist immer leichter, über etwas zu schreiben, von dem man bereits
viel weiß. In meinem Fall ist das im Wesentlichen alles um IT, IT-Security und der
Alltag in einem IT-Job.

Wie lange braucht es von der ersten Idee bis zum fertigen Buch?
Da gibt es bei mir ganz klar eine positive Tendenz. Für mein erstes Buch, „Pankfurt“ brauchte ich von der ersten Idee (damit ist nicht der Strandkorb gemeint, s.o.) bis zur Veröffentlichung satte fünf Jahre. „Der Tote an der Nidda“ dauerte drei Jahre, „Frankfurter Fake News“ etwa eineinhalb Jahre.

Wie analog lebst du privat?
Ich versuche, nur die wirklich sinnvollen Dinge zu nutzen, die die IT hergibt. Die Erfindung des Navis etwa ist für mich die tollste Erfindung seit der Spülmaschine. 😊
Allerdings macht das Navi auch abhängig. Wenn ich früher einmal mit Hilfe eines Falk-Plans, viel Adrenalin und Herzklopfen zu einer bislang unbekannten Adresse gefunden hatte, schaffte ich das beim nächsten Mal alleine und ohne Hilfe. Nicht so beim Navi: Es bringt uns nichts bei und hält uns quasi unmündig. Trotzdem ist es ungeheuer nützlich.
Das Licht in meinem Wohnzimmer mache ich nach wie vor mit einem Klick auf den Lichtschalter an und aus. Auch ist mein Kühlschrank nicht mit meinem präferierten Supermarkt vernetzt. Ich spiele keine Computerspiele und lese am Wochenende sogar eine richtige Zeitung, die man umblättern und falten muss.

Damit ist das Interview leider schon vorbei. Ich hoffe, es hat euch genauso gut gefallen, das Interview zu lesen, wie es mir gefallen hat, mit Robert das Interview zu führen. Unter dem Label "Autoren-Donnerstag" könnt ihr noch einmal das gesamte Interview nachlesen.

"Danke" Robert, für die Zeit, die du dir für die Antworten genommen hast und "Danke" an euch, dass ihr euch die Zeit fürs Lesen genommen habt.

Hier sind die entsprechenden Links zu Robert Maier:

https://instagram.com/robertmaierautor
https://robertmaierautor.wordpress.com
https://www.facebook.com/robert.maier

Donnerstag, 21. Januar 2021

Autoreninterview Robert Maier Teil 1

Hallo zusammen.
Wieder habe ich mich auf die Suche nach einem interessanten Autor gemacht und habe jemand Nettes gefunden, die mir meine Fragen beantworten möchte.
In der heutigen Zeit muss man noch mehr als früher darauf achten, dass man sich nicht von Fake News oder Ammenmärchen hinter das Licht führen lässt.
Unser heutiger Autor hat genau darüber sein letztes Buch geschrieben.

Herzlich Willkommen, Robert Maier. 


Wie kamst du zum Schreiben?
Bis vor einigen Jahren, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, einen Roman zu schreiben. In einem Urlaub kam dann eine Idee für ein Buch. Ich saß mit meiner Frau in einem Strandkorb und gemeinsam riefen wir uns Leute und Ereignisse unserer Studentenzeit in Erinnerung. Ich glaube, es war auch eine Flasche Wein im Spiel, jedenfalls hatten wir einen riesen Spaß, als wir uns gegenseitig verrückte Geschichten von früher in Erinnerung riefen. Irgendwann holte meine Frau einen Schreibblock, um die lustigsten festzuhalten. Als sie sagte, darüber sollte jemand mal ein Buch schreiben, nickte ich eifrig, sah allerdings nicht mich als derjenige an, der das tun sollte.

Jahre später wurde mir klar, dass das Thema mich nicht losließ. Ich meldete mich bei einer Schreibwerkstatt an, um auszuprobieren, ob ich Talent zum Schreiben hatte, und bald merkte ich, dass ich es nicht nur hatte, sondern dass Schreiben eine große Bereicherung für mich war. Und schließlich entstand mein erster Roman „Pankfurt“, für den ich auch gleich einen Verlag fand, und danach die beiden Virus-Cop-Krimis: „Der Tote an der Nidda“ und „Frankfurter Fake News“.

Was war deine negativste Erfahrung in Bezug aufs Internet?
Ich habe die Anfänge des Internets miterlebt und in den 90ern so „sensationelle“ Dinge fertiggebracht, wie etwa vor einer Dienstreise das Wetter in San Francisco abzurufen. Heute macht man das mit einem Mausklick. Mittlerweile kann jeder komfortabel Informationen ins Netz stellen und dafür sorgen, dass es von vielen Menschen wahrgenommen und für echt gehalten wird. Ich habe zunächst aus Neugier, später für Recherchezwecke mir etliche Seiten, Blogs und Profile angesehen, in denen Lügen und manipulierte Fakten verbreitet wurden. Alle waren so angelegt, dass sie starke Emotionen hervorrufen sollten. Meist ging es um tatsächlichen oder erfundenen Mord, Totschlag und Vergewaltigung durch Muslime und was man dagegen unternehmen müsse, um „das Abendland“ zu retten. Das Ganze war mit einer heftigen Sprache, mit Bildern und Videos so in Szene gesetzt, dass es sich in meinen Alltag einschlich. Irgendwann wurde mir klar, dass die Auseinandersetzung mit solchen Hetzern in mir Wut und Aggression hervorrief. Ich musste tatsächlich etliche Seiten und Profile, die ich abonniert hatte, abbestellen, auch solche, die sich kritisch mit hetzerischen Seiten auseinandersetzten.

Welcher Fake News bist du persönlich auf den Leim gegangen?
Ich bin im Internet eher vorsichtig unterwegs. Vor allem halte ich mich mit spontanen Reaktionen zurück. Auf diese Weise habe ich hoffentlich möglichst wenig Unsinn und Manipulation im Netz weiterverbreitet. Allerdings bin ich kein Supermann und wie jede und jeder andere auch für Manipulation anfällig. Einige Tage lang glaubte ich, in Fernost würde „Plastikreis“ dem normalen Reis beigemischt. Ein riesengroßer Lebensmittelskandal! Dann recherchierte ich dann doch auf einigen Debunking-Seiten, was es damit auf sich hat. Tja, das mit dem Plastikreis ist kompletter Unsinn. Aber ich hatte einige Tage lang an ihn geglaubt.

Könntest du dir vorstellen selbst in die Rolle von Olaf zu schlüpfen?
Ich habe Olaf erfunden, und wie jeder Autor muss ich beim Schreiben in seine Rolle schlüpfen, damit er für den Leser glaubwürdig rüberkommt. Allerdings hat Olaf einige Macken, weshalb ich mir nicht wirklich wünsche, im wirklichen Leben in seiner Haut zu stecken. Es sei denn, es geht um seine Beziehung zu Sara, dieser aufregenden und über alle Maßen attraktiven Frau! 😊

Würdest du eine Woche ohne Social Media auskommen?
Meine spontane Antwort: Ja. Allerdings muss es Jahre her sein, dass ich tatsächlich eine Woche lang nicht reingeguckt hätte. Ich sollte das mal ausprobieren.


Vielen Dank für die erste Fragerunde. Nächsten Donnerstag geht es weiter. Ich hoffe, ihr seid dabei.

In der Zwischenzeit könnt ihr euch aber gerne auch schon selber informieren. Hier sind die entsprechenden Links zu Robert Maier:
https://instagram.com/robertmaierautor
https://robertmaierautor.wordpress.com
https://www.facebook.com/robert.maier


Das genutzte Foto hat der Autor zur Verfügung gestellt.

Donnerstag, 14. Januar 2021

#AutoralsLeser: Robert Maier

Oftmals nehmen wir Leser in einer Person nur den Autor war, doch das ist natürlich nur ein Teil der Wahrheit.
Ein Autor ist auch selbst ein Leser und ist durch das, was er gelesen hat beeinflusst. Doch spiegelt sich das Gelesene im Geschriebenen wider?
Wollen wir doch einmal sehen.  😉
Heute hat dieser Autor die Fragen zu seinem Leseverhalten beantwortet:  

Robert Maier

1. Welches sind die drei besten Bücher, die du je gelesen hast?
Ich finde diese Frage genauso schwer zu beantworten, wie etwa die nach meiner Lieblingsfarbe. Gewöhnlich hängt es von meiner Stimmungslage ab, der Jahreszeit, vielleicht sogar der Tageszeit, und natürlich davon, welche Themen für mich gerade wichtig sind. Auf jeden Fall haben mich diese drei Bücher sehr beeindruckt:

- "Grießnockerlaffäre" von Rita Falk
- "Das Leben kleben" von Marina Lewycka
- "Verblendung" von Stieg Larsson

2. Wo liest du am liebsten?
Ganz klassisch auf dem Sofa, im Bett, in der Badewanne oder in der S-Bahn.

 3. Welches Buch hast du zuletzt gelesen und würdest es weiterempfehlen?
"Suleika öffnet die Augen" von Gusel Jachina


Nachdem ihr nun wisst, was er liest, könnt ihr hier schauen, was er schreibt:
https://instagram.com/robertmaierautor
https://robertmaierautor.wordpress.com/
https://www.facebook.com/robert.maier


In diesem Sinne, fröhliches Lesen und freut euch demnächst auf einen weiteren Autor.