Donnerstag, 31. Dezember 2020

Lesejahr 2020


Bevor ich mich auf die letzten Seiten meines letzten Buches für dieses Jahr stürze, hier eine kleine Rückschau auf dieses Jahr (und ja, das letzte Buch ist schon mit eingerechnet!)
Ich liebe solche kleinen Statistiken, nur muss man immer fein aufpassen, dass einen die Zahlen nicht unter Druck setzen, "immer mehr" schaffen zu wollen. Denn das Lesen soll Freude bringen und kein Zwang und das war zeitweilig für mich dieses Jahr ein schmaler Grat.
Auch endet das Jahr erstmalig damit, dass ein Buch unbeendet bleibt. Weil manchmal andere Dinge wichtiger sind als Statistiken. Weil man etwas versprochen hat und dass wichtiger als jede einzelne Zahl und jede Statistik ist.
Meine Aussicht aufs nächste Jahr ist erstaunlich. Zumindest was das Lesen angeht. Viele Bücher warten darauf gelesen zu werden und ich glaube, ich hatte noch nie so viele Buddyreads in Planung wie aktuell. Ich finde es so unglaublich schön direkt mit anderen über ein Bauch auf meinem Schoß zu reden, da geht mir immer das Herz auf.
So vielfältig die Möglichkeiten eines Buddyreads sind, so unterschiedlich verlaufen die Gespräche. Mit manchen diskutiert man über die Unsinnigkeit der Handlung, mit manchen zieht man über die Hauptperson her, mit anderen möchte man direkt in die Buchwelt auswandern und mit noch anderen liest man während des Buches noch das halbe Wikipedia, weil man so viele interessante Sachen entdeckt.

Fazit: Vieles ist zur Zeit nicht in Ordnung und vieles nervt, drum lasst uns unsere Lesestunden als gemütliche Nebenwelt auskosten, bis die unsere eigene Welt wieder ein Stück normaler ist.
In diesem kommt gut ins neue Jahr und beginnt mit einem Buch, was euch Lust auf mehr macht.

Uli Aechtner "Leise rieselt der Tod"


"Leise rieselt der Tod" oder vielmehr "Leise rieselt die letzte Rezi für dieses Jahr über deinen Bildschirm".
Als letzter (in chronologischer Reihenfolge) Weihnachtskrimi hat es der Krimi von Uli Aechtner auf meine Leseliste für dieses Jahr geschafft und was soll ich sagen? Obwohl ich zwischen den Jahren arbeiten muss, habe ich das Buch in zwei Tagen durchgesuchtet.
Als sich Jennys Pläne für das Weihnachtsfest kurzerhand in Luft auflösen, ist es eher ein spontaner Entschluss ihren besten Freund Tom in seinem neuen Haus auf dem Dorf zu besuchen.
Was allerdings als gemütliches Beisammensein geplant war, wird gleich in zweierlei Hinsicht boykottiert. Denn als Jenny von ihrer abendlichen Joggingrunde zurückkehrt, liegt plötzlich eine Leiche auf den Stufen zu Toms Haus und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, hat sich Toms gesamte Familie zu Weihnachten angekündigt.
Also heißt es zwischen Befragungen der Polizei auch noch Bettenlager herrichten und Besorgungen für die Feiertage machen.
Dabei bleibt das Rätsel um die Leiche lange Zeit ungeklärt. Doch ob noch weitere Menschen umkommen müssen, bevor dem Sterben Einhalt geboten wird? Das muss jeder selber lesen. 
Ein unterhaltsamer Krimi mit einer Mischung aus Spannung, Witz und einer Hauptperson, die in ihrem Umfeld gerne scherzhaft "Miss Marple" oder "Sherlock Holmes" genannt wird, ist es das richtige Buch, um die Weihnachtssaison für dieses Jahr endgültig zu beschließen.
Obwohl das Buch vornehmlich auf dem Dorf spielt, trifft man auf alle Arten von Charakteren und durch einige Schrulligkeiten wachsen dem Leser einige Personen recht schnell ans Herz.

4 von 5 Schneeflocken

Dienstag, 29. Dezember 2020

Clara Paul "Ein neuer Anfang - Lektüre zwischen den Jahren"


Jedes Jahr gibt es ein kleines, feines Buch:
"Lektüre zwischen den Jahren".
Texte verschiedener Autoren; seien es Gedichte, Aphorismen, Kurzgeschichten oder ähnliches; werden zum Thema Jahreswechsel zusammentragen.
Lustige Zeilen, nachdenkliche Zeilen, Worte, die Mut machen für das neue Jahr oder einfach nur unterhalten sollen.
Die Autoren sind vielfältig und die eine oder andere Neuentdeckungen kann man immer für das folgende Lesevergnügen aufspüren.
Die diesjährige Zusammenstellung war aber leider nicht so ganz meins. Ich bin nicht so der Gedichte-Mensch und für mich waren es zuviele davon. Dafür war ich von einigen Kurzgeschichten wie von F. Scott Fitzgerald sehr angetan.

3 von 5 Jahreswechseln

BLOGGER WANTED: sarah83sbookshelf

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Steckbrief:

Alter: 37 
w/m/d: w
Lieblingsgenre: Detektivgeschichten, aber wenn mich eine Geschichte interessiert, lese ich alles
Lieblingsautor: viel zu viele
 

Wie bist du dazu gekommen, Rezensionen zu schreiben? Wie bist du dazu gekommen, einen Blog zu starten?
Buchbewertungen im kleinen schreibe ich seit gut fünf Jahren. Damals noch in einer kleinen App. Vor zwei Jahren hat mich dann eine Freundin nach Bookstagram geschickt und wieder ein Jahr später hat mir ein Bookstagramer noch den Blog aufgenötigt. 😉

Welches Buch hat dein Lesefieber entfacht?
Als Kind wurde mir immer viel vorgelesen. Von daher wird das erste Buch eins von Janosch gewesen sein. Als ich dann selbst in die Bücherei durfte, war es eine Kinderbuchreihe um Kommissar Kugelblitz. Ein übergewichtiger Detektiv, der Rätsel lösen musste und man selber sollte natürlich mitraten.

Welches Buch, welches nicht aus deinem Lieblingsgenre stammt, hat dich so beeindruckt, dass du ihm 5 Sterne gegeben hast?
Tatsächlich gibt es viele Bücher, die nicht aus meinem Lieblingsgenre stammen, denn irgendwann war ich es leid, nur noch Detektivgeschichten zu lesen.
Wirklich überrascht hat mich das Buch von Matthias A.K. Zimmermann "Kryonium". Ich habe es Anfang des Jahres gelesen und denke immer wieder mal darüber nach.

Was ist für dich das schwerste daran, wenn man Rezensionen schreibt?
Ich mag es nicht Kritik zu üben. Autoren investieren Stunden über Stunden, um ihr Buch zu schreiben, ich lese es in ein paar Stunden durch und mag es dann nicht. Ein Albtraum.
Ich versuche zwar schon sachliche Kritik zu äußern, aber auf einem Autor rumhacken käme mir nie in den Sinn.

Welches Buch würdest du einem anderen Leser ans Herz legen?
Mhm. Dumme Frage. Sherlock Holmes. 😆
Nein ernsthaft. Ich liebe seine Geschichten und einige Neuinterpretationen sind wirklich gut. Was ich an den Geschichten liebe ist auch, dass viele Genres sich aus diesen Geschichten entwickelt haben. Bewusst oder auch unbewusst.

Wonach wählst du die Bücher aus, die du liest?
Ich springe immer als erstes auf das Cover oder auf eine schöne Aufmachung eines Buches an. Dann gibt es natürlich auch Schlagwörter wie "England", "cosy crime", die meine Aufmerksamkeit erwecken. Da ich inzwischen aber auch oft mit anderen lese, gucke ich aber auch mal bewusst, was die anderen interessieren könnte und suche nach entsprechenden Büchern.

Würdest du jedes Buch lesen, was dir ein Verlag zur Verfügung stellt oder was ein Freund dir empfiehlt?
Ich lese viel, was mir vorgeschlagen wird, aber eben nicht alles. Zum einen, weil ich gar nicht die Zeit habe alles zu lesen und zum anderen gibt es auch Themen über die ich nichts lesen möchte.

Auf welchen Autor bist du auf Grund deines Bloggens aufmerksam geworden?
Eine abschließende Aufzählung zu machen wäre kaum möglich, aber grundsätzlich sind mir die Selfpublisher mehr in den Fokus gerückt und Autoren wie u.a. Helmut Barz, Nathan Winters, Olivia Monti, Christoph Heiden...

Schreibst du für jedes Buch, das du liest, Rezensionen?
Ja. Auch wenn ich manchmal nicht weiß, ob ich den Büchern gerecht werde, versuche ich jedes Buch zu würdigen.

Welches gehypte Buch war für dich persönlich ein Flop?
Mhm. Schwer, da ich selten Mainstream lese... Aber wie würde Thea jetzt wieder sagen "Allegro Pastell" 😆


Und ja, ich bin es selber. 😉 Wenn ich schon immer andere nötige, die Fragen zu beantworten, wollte ich euch zum Abschluss dieses Jahres mal meine Antworten vorstellen. 😉

Neugierig geworden mit welchen Bloggern ich sonst noch in Kontakt stehe?
Oder wollte ihr vielleicht weitere Blogs kennenlernen?
Unter dem Label "Blogger Wanted" findet ihr alle Blogger, die ich hier vorstelle.
Vielleicht möchtest du auch dabei sein? Dann kommentiere doch den Beitrag. 😊

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Montag, 28. Dezember 2020

Manfred Baumann "Englein, Mord und Christbaumkugel"


Drei Morde in einem Buch.
Würde das als Rezension reichen?
Wohl eher nicht. 😉
In dem vorliegenden Weihnachtsband um das Team von Martin Merana werden drei Mordermittlungen verfolgt.
Jeweils ein Ermittler aus dem Team nimmt sich eines Falles an. Sei es der Mord auf dem Weihnachtsmarkt, der Mord im Shoppingcenter oder auf dem Gutshof.
Immer stehen die Gefühle vor Weihnachten arg unter Spannung und entladen sich in einem Mord.
Wobei es wahrlich nicht nur grausam zugeht, sondern durch Witz und Sachverstand muss der Leser auch oftmals schmunzeln.
Das Lokalkolorit wird sehr hoch gehalten, da es sich einerseits in der Sprache niederschlägt und zum anderen die jeweiligen Bräuche um die Weihnachtszeit erläutert werden.
Ausgangspunkt der Ermittlungen ist immer die Stadt Salzburg und auch städtische Probleme werden in den Geschichten angesprochen.
Wer mal einen Krimi mit ein bißchen mehr, als "nur" Mord und Totschlag lesen möchte, ist mit dieser Reihe gut beraten. Ich habe auf gut 250 Seiten viel über die österreichische Kultur dazu gelernt.

4 von 5 Weihnachtsmorden

Matthew Costello "Cherringham - Eine tödliche Rezeptur"


Sollte man dem Irrglauben verfallen, nur weil man in einem kleinen beschaulichen Dorf in den schönen Cotswolds wohnt, wäre man vor der Bosheit der Welt gefeit, sollte man doch diese Serie lesen, die bereits mit ihrem 38. Teil auffährt.
Sarah und Jack sind die dorfeigenen Detektive, wenn es die Polizei mal wieder nicht auf die Kette kriegt und dieses Mal hat es die Polizei richtig vergeigt.
Als einer der wichtigsten Mitarbeiter der Cherringham Gin Company tot aufgefunden wird, ist man mit dem Vorfall schnell fertig, da man ihn als Herzinfarkt abtut. Doch der langjährige Seniorchef hat so seine Zweifel.
Diese kommen unseren beiden Detektiven auch schnell, nachdem klar wird, dass vieles nicht so ist, wie es anfangs scheint. Die Firma soll modernisiert werden und der Mitarbeiter war noch vom alten Schlag, aber reicht das als Grund?
Sarah und Jack treffen auf Mauern, obwohl doch alle den Mitarbeiter mochten. Warum schlucken sie so bereitwillig die Diagnose? Fragen über Fragen, die die beiden auf oftmals kreative Art lösen.

Cherringham ist eine Serie, in der cosy crime im Mittelpunkt steht. Die Bände sind alle unabhängig voneinander lesbar und spielen in der heutigen Zeit. Schöne Gegend, nette Menschen, angenehme Atmosphäre, naja, bis auf den Mord. 
War man schon mal in England und speziell in den Cotswolds, fühlt man sich in diesen Bücher wohl, weil man Orte und Handlungen erkennt und es sich ein stückweit wie zuhause ankommen anfühlt, wenn sich alle im Dorf kennen und schätzen.
Knappe 130 Seiten Wohlfühlkrimi zum Abschalten. Gerne mit Tee und Gebäck.

4 von 5 Destillen

Sonntag, 27. Dezember 2020

Thomas Müller "Schöne Bescherung, Schatz"


Du magst Weihnachten? Dann lies nicht weiter...
Du bist ein Grinch oder magst zumindest britischen Humor und Ironie? Bleib hier...

So, da wir jetzt die Spreu vom Weizen getrennt haben, können wir ja weitermachen.
In 12 teilweise bitterbösen Geschichten erzählt Thomas Müller, warum Weihnachten so gar nicht seins ist. Schon Ende August bekommt man in den Lebensmittelläden in Frankfurt Dominosteine, Spekulatius und Glühwein... Gut, dass es draußen noch so warm ist, da kann man den Glühwein direkt in der Sonne erhitzen...
Und überhaupt diese ganze Geschenkerei.. Man weiß doch eh nie, was der andere schon hat und worüber er sich freut. Dann ist es in den Geschäften vor Weihnachten voll, weil alle zum Shoppen dahin rennen und nach Weihnachten nochmals, weil alle alles umtauschen.
Dann doch besser weg an Weihnachten. Schön in die Sonne und keiner stört sich daran, dass man keinen Bock auf Weihnachten hat, weil sie es alle gleich sehen.
Aber mal ehrlich, warum sollte man mit seiner Freundin zu deren Eltern gehen, wenn sie einem dann unterstellt, man würde vor Ort simulieren? Beziehung kaputt und Silvester allein... War das jetzt Glück oder doch eher Pech?

Ok, die Geschichten sind böse und der Protagonist lässt an Weihnachten kein gutes Haar, aber mal ganz ehrlich, viele Geschichten hat man so oder ähnlich auch schon mal selbst erlebt oder man kennt jemanden, der in der Situation war. Vielleicht nicht unbedingt an Weihnachten, aber jeder kennt eine Person, die aus einer Mücke einen Elefanten macht und das so überzeichnet zu lesen, macht schon Spaß.
Man muss allerdings eine gewisse Art von Humor mögen, um nicht wie andere Rezensenten den Autor als nörgelnden Pessimisten oder als nicht lustig zu bezeichnen.

4 von 5 nadelnden Tannenbäumen


Felicitas von Lovenberg "Lob der guten Buchhandlung"


Was ist der Unterschied zwischen dem Bücher kaufen online und dem in "der guten Buchhandlung"?
Felicitas von Lovenberg hat in diesem schmalen Band die Meinung von mehreren Autoren zusammen getragen und auch wenn die Ansichten zeitweise ein wenig auseinander gehen und auch die Geschichten für den individuellen Geschmack nicht alle gleich gut sind, haben sie alle eins gemeinsam.
Es gibt Dinge, die kann das Internet nicht. Es kann das Stöbern, das Anfassen von Büchern nicht ersetzen. Den Geruch, das Eintauchen in eine andere Welt, wenn man sich in den Büchern nur für ein paar Minuten verliert. Die Geräusche rundherum leiser werden, die Umgebung fällt unter einen Schleier, weil man in die Geschichte eintaucht. Weil man unter dem Gewicht der Seiten die Geschichte spürt und man sich in sie fallen lässt.
Außerdem hat der Zufall nur hier eine Chance. Denn wie oft wollte man als Leser ein Buch kaufen und kam dann entweder mit einem zusätzlichen oder gar mit ganz anderen Büchern heraus?
Wie die erste Geschichte so schön sagt, "man kann nur finden, was man kennt. nach dem Unbekannten kann man nicht suchen, weil man nicht weiß, dass es existiert."
Ein schöner Satz (wenn auch nur dem Inhalt nach wiedergegeben), steht er stellvertretend für das Buch. Mal berichtet ein Autor über seine Recherche und ein anderer erzählt, wie er die Nacht in einer Buchhandlung verbrachte.
Gute Buchhandlungen müssen den Spagat schaffen zwischen Büchern, die sich verkaufen und Bücher, die Kleinode sind und die ihre Menschen finden müssen, sonst ist die literarische Welt bald nur noch ein Einheitsbrei.

4 von 5 Oden an die Buchhandlung

Samstag, 26. Dezember 2020

Jan Beinßen "Mord im Santa-Express"


Manchmal ist das Leben schon seltsam.
Ich liebe Bücher über Züge. Schon seit Jahren. Doch in den letzten Monaten habe ich kaum mal ein Buch zu diesem Thema in der Hand gehabt.
Und dann direkt dieses. Sicherlich der Schneemann auf dem Cover gab den ersten Ausschlag... Aber die Geschichte... Ein Traum für jeden, der Detektivgeschichten liebt.

Es ist Heiligabend. Bruno erwischt den letzten Zug von Hamburg nach München, um am ersten Weihnachtstag bei seiner Ex und seinen Kindern sein zu können.
Er setzt sich auf seinen reservierten Platz und beginnt zu lesen: Agatha Christe "Mord im Orient-Express" (Sorry, aber spätestens jetzt hat der Autor mich. 😍)
Die Fahrt beginnt ruhig, denn die meisten Reisenden haben bereits frühere Zugverbindungen genommen, um ihre Verwandten zu besuchen. 
Doch was anfangs seltsam anmutet, ein Weihnachtsmann der Schokoladenweihnachtsmänner verteilt, der Mann, der Getränke verteilt und auch die Frau, die völlig verstört durch den Wagen stolpert, um sich einen Platz zu suchen, endet mit dem Tod eines Reisenden.
Als Teil des Szenarios bietet der Zug nur eine beschränkte Auswahl an Verdächtigen und doch bringt der Autor nach dem Tod des Reisenden noch die eine oder andere Person ins Spiel, die vielleicht ein Interesse daran haben könnte, dass der Reisende tot ist.
Doch warum?
So zahlreich die Verdächtigen, so unterschiedlich sind auch die möglichen Motive und man begleitet Bruno auf seiner misslichen Suche. Denn wem kann man trauen?

Für mich der Weihnachtskrimi diesen Jahres!
Ich mag die Mischung aus klassischer Detektivgeschichte und den versteckten Andeutungen auf Agatha Christie, den "locked room"-Effekt und auch die zwischenmenschlichen Beziehungen, die immer wieder auf die Probe gestellt werden.

5 von 5 Santa-Expressen 

Yvonne Kraus "Crashkurs Bloggen"


Ok, ok, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren, nachdem der Blog schon ein Jahr alt ist, mag seltsam anmuten, aber gerade nachdem ich mich einige Zeit mit dem Bloggen beschäftigt habe, dachte ich, ein Perspektivwechsel wäre ganz ratsam.
Also, was rät eine Autorin, die selbst schon diverse Blogs hochgezogen und sich ein Publikum erarbeitet hat?
Vieles. 😁
Dabei ist es aber auch interessant, wieviel man sich selbst im Lauf der Zeit intuitiv beigebracht hat.
Sicherlich ist die Autorin auch eine Autodidaktin und sie sagt oftmals, was für sie funktioniert, kann für einen anderen Blogger müßig sein, aber ein paar grundlegende Dinge nimmt man aus dem Buch, auch nach einem Jahr Selbsterfahrung, mit.
Hätte ich das Buch letztes Jahr gelesen, oh ja, ich hätte einiges anders gemacht. Ich hätte mir selbst nicht die Google-Suche zerschossen und hätte einige Dinge von Anfang an (Lese-ABC, Zeitenliste) eingebaut und hätte die Daten nicht in mühevoller Kleinarbeit nacherfassen müssen.

Aber jetzt mal ehrlich, was bringt das Buch?
Nun der Untertitel "Wie du in 7 Tagen einen Blog erstellst und die ersten 100 Besucher erreichst" deutet Großes an.
Jeder Tag steht unter einer Arbeitsaufgabe. Sei es erstmal den Blog anlegen, rechtliche Dinge klären, Bilder auswählen, Themen planen etc.
Die Autorin gibt sich da durchaus kritisch, was einige Möglichkeiten angeht und tendiert oftmals zu einem Purismus, den ich sehr sympathisch finde. 
Auch hält sie in dem Buch das Thema "Wie kann ich mit dem Blog Geld verdienen?" bewusst klein, da sich ihr Buch hauptsächlich an Blog-Anfänger oder Freizeit-Blogger weniger an die Influencer wendet.

Wichtig anzumerken sei noch, dass sie die Gestaltung des Blog über Wordpress vornimmt. Sollte man seinen Blog nicht über Wordpress einrichten wollen, muss dem Leser bewusst sein, dass einige Beispiele oder auch Hilfestellungen nicht eins zu eins umsetzbar sind.
Tipps zur Suche, welche Programme kann man im Hintergrund mitlaufen lassen, welche Social Media soll ich parallel zum Blog anlegen und was habe ich als Privatperson mit der Datenschutzverordnung zu tun, werden genauso behandelt, wie welche Beiträge soll ich posten? Wie binde ich die Leser ein und was ist beim Bloggen "zu viel"?
Sprachlich flüssig geschrieben und in kurzen Absätzen zusammengefasst, ist das Buch kein Informatik-Kauderwelsch, sondern man kann ihre Tipps bei Bedarf zügig umsetzen.

Du willst selbst einen Blog starten? Kauf dir das Buch.
Du hast bereits einen Blog? Hm, sicherlich kannst du noch das ein oder andere lernen, aber dir muss bewusst sein, dass dir das Buch dann vorkommt wie es früher in der Schule war... Vokabeln hat man auch immer wieder geübt, um sie nicht zu vergessen. 😉

3,5 von 5 Crashkursen