Sonntag, 12. April 2026

Martin Sernko "Der Tod kennt keinen Ruhestand"

Eigentlich ist Karl nur wegen eines großen Missverständnisses schon im Ruhestand, doch seine Kollegen wollen trotz allem nichts mehr mit ihm zu tun haben. Das ändert sich als "der blaue Wolf" am Wörthersee zuschlägt. Sicherlich seitdem Roy Black nicht mehr hier agiert, ist es ruhiger geworden, doch diese Form der Publicity hat sich keine Stadt am See gewünscht und schon gar nicht der Tourismusversteher, wobei der vielleicht noch am ehesten. Was folgt sind zahlreiche Bekennerschreiben, viele Verletzte und einige Tote, was es für Karl und seine ehemaligen Kollegen der Polizei und des dazugerufenen LKAs schwieirg macht, Licht ins Dunkel zu bringen.
Während Karl versucht die Fälle zu lösen oder zu erkennen, ob sie nicht doch zusammenhängen, speist er sich rund um den bekannten See. Der Autor lässt ihn die kulinarischen Genüsse des Sees vorstellen und zeitweilig ist man erstaunt, dass er nicht um den See rollt, soviel und so leckere Gängen werden ihm Tag für Tag aufgetischt.
Die Komposition, einen unehrenhaft Entlassenen der Polizei als Hauptermittler zu installieren und ihm zahlreiche Gehilfen zur Seite zu stellen, ist in meinen Augen eine Neuerung bei den allzu bekannten alternativ Ermittelnden. Sicherlich kennt man schon den Polizisten, der entlassen wurde, doch die Personenzusammenstellung, die der Autor hier vornimmt, gemischt mit unzuverlässigen Gehilfen, ist gut gewählt. Immer wieder zweifelt man, wem der ehemalige Polizist überhaupt trauen kann, sodass die Entwicklung alles andere als vorhersehbar ist.
Gespickt mit Lokalkolorit und Rezepten ist der Text auch ein Gaumenschmaus, der aus anderen Krimis heraussticht.

4,5 von 5 Wölfen

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