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Samstag, 17. Januar 2026

Marianne Labisch & Kiran Ramakrishnan (Hrsg) "Tales of Science II"


Kein anderes Genre wird so technisch und realistisch empfunden wie die Science Fiction. Mit ihren Facetten Utopie und Dystopie gehen die Geschichten den beiden Strömungen nach: was wäre wenn, einmal im positiven und ein einmal im negativen Sinn. Herangezogen werden für die Texte oftmals eigenes Wissen oder eine entsprechende, individuelle Recherche.

Doch was passiert, wenn den Schreibenden Fachleute aus der Forschung zur Seite gestellt werden? Wenn die Autoren direkt aktuelle, manchmal noch nicht veröffentliche Studien in ihre Ideen einbauen und so eine ganz neue Form der Fantasie entwickeln können?
Das Ergebnis hält man mit diesem Buch in Händen.

Mit siebzehn Geschichten und knapp dreihundert Seiten wird hier ein Anthologie veröffentlicht, die sich durch ihre Voraussetzungen stark von anderen Science Fiction Sammlungen unterscheidet. Die Texte lesen sich oftmals wie eine wissenschaftliche Abhandlung und man muss sich stets vor Augen halten, dass es trotz allem fiktive Texte sind. 

Die Bandbreite der Themen beschränkt sich nicht nur auf das Dauerbrenner KI sondern die Herausgeberin hat hier auf Vielfalt geachtet. Biologie, Physik, die Besiedlung anderer Planeten und auch die DNA werden in den Geschichten in den Fokus gestellt.

In allen Texten bildet der Mensch und seine Handlungen den Kern und andere Wesen sowie die Natur dienen als Nebenschauplätze. Auch wenn es im ersten Augenblick paradox wirkt, auch die Emotionen kommen nicht zu kurz. Die Menschen reflektieren ihre Handlungen und Beweggründe. Doch auch in Zukunft regiert auch oftmals das Geld die Aktionen und nicht das, was richtig wäre.

Eine gelungene Mischung, die neugierig auf einen weiteren Band macht.

4 von 5 Zukunftsszenarien

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