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Sonntag, 16. Januar 2022

Andreas Eschbach "NSA"

Was wäre, wenn...
Diese Frage stellen sich nicht nur Autoren, wenn sie ihr Buch beginnen.
Nein, diese Frage stellen sich auch andere Personen; zum Beispiel: Historiker.
Es gibt in der breiten Masse des Buchmarktes nicht nur ein Buch, sondern die verschiedensten Bücher, sogar ganze Reihen darüber, "Was wäre, wenn..."
Warum ich hiermit meine Rezension beginne? Nun, Eschbachs Buch "NSA" ist unter anderem dies. Ein historisches "Was wäre, wenn"-Szenario.
Das Nationale SicherheitsAmt wird während der Weimarer Republik etabliert. Die Deutschen, die zu jener Zeit zwar vorherrschend auf dem Bereich der Komputer-Technologie sind, welche sie aber durch den Ersten Weltkrieg nicht mehr für sich behalten konnten, haben im NSA eine Möglichkeit aufgetan, kausale Zusammenhänge zwischen menschlichen Daten herzustellen. Bedingt dadurch, dass das Bargeld abgeschafft wurde, müssen alle Transaktionen über sogenannte Votels oder ähnliche mobilen Telefone abgewickelt werden. Die Speicherung dieser Daten erfolgt in den Silos des NSA. Sollen Ermittlungen angestrebt werden, gehen die Programmstrickerinnen ans Werk. Mit bereits vorgegebenen Strickmustern bauen sie Abfragen auf, bilden Brücken zwischen einzelnen Dateneinheiten und bauen so die Daten für die Analysten auf. Welch Datenmasse, welch Ausgangslage für eine vollkommene Kontrolle. Dann kommt Hitler an die Macht...
Wie die Programmstrickerinnen in seinem Buch strickt Andreas Eschbach ein Buch, was einem beim Lesen oftmals den Atem raubt. Historische Begebenheiten, alternative Historie, Science-Fiction-Elemente, eine Spur von einem Kriminalroman, dieses Buch ist alles in einem. Beim Lesen war ich oftmals erstaunt, dass Andreas Eschbach bei knapp 800 Seiten keine Längen in seinem Buch hat und er niemals den roten Faden seiner Erzählung verliert. Manchmal war ich mir sicher, wie das Buch weitergehen müsste, nur um von ihm einen anderen Weg aufgezeigt zu bekommen. Alles logisch durchdacht, alles feinsäuberlich gestrickt, nichts bleibt offen und als Leser braucht man einen Moment oder auch zwei, um das Buch sacken zu lassen. Viele Elemente möchte man sich nicht vorstellen, wenn sie so hätten passieren können und alleine die Sprachgewandtheit lässt den Leser ausgelaugt zurück. 800 Seiten gilt es zu verarbeiten, denn was wäre, wenn..

5 von 5 Datensilos

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