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Freitag, 27. Februar 2026

Agatha Christie "Das krumme Haus"

Ein verschachteltes Haus mit Aufgängen, Ecken, Winkeln und Treppen.
Unübersichtlich und immer mal wieder angebaut, wie auch die Familie, die in diesem Anwesen lebt. Als der Vater stirbt, wirken alle aufgescheucht und ruhig zugleich, denn es kann ja nur die neue Frau gewesen sein. Wer sonst hätte ein Interesse daran, den gutmütigen Mann der Familie zu entreißen? Oder ist dies alles nur ein trügerisches Bild und in Wirklichkeit ist wieder nichts so wie es scheint?

Agatha Christie hat unzählige Kriminalgeschichten geschrieben. Neben ihren "Hauptermittlern" Miss Marple und Monsieur Poirot gibt es auch einzelne Fälle, wie diesen, in denen keiner der bekannten Ermittler vorkommt und sie eine komplett neue Szenerie mit gänzlich neuem Personal auffährt. Wer die Autorin und ihre Techniken kennt, weiß, dass für sie die Fälle im Vordergrund standen und sie die Ermittler entsprechend angepasst hat.
So ist es auch ihr zu verdanken, dass alte, klassische Vorgehensweise in Kriminalgeschichten nach und nach verwässert und der Leser auch wieder überrascht werden kann. 

Ein gediegenes Setting. Ein Familie. Reich. Eigentlich scheint alles gut und doch schafft es die Autorin mit kleinen, feinen Spitzen Zwietracht und Unruhe zu sähen. Wer hat wen beobachtet, wer gönnt dem anderen nichts …

Ihr gelingt es, die Menschen so menschlich, so unaufgesetzt wirken zu lassen, dass man sehr lange benötigt, um hinter die Fassade zu blicken. Mit ihren Mitteln kreiert sie menschliche Abgründe und hält den Spannungsbogen über den ganzen Krimi konstant hoch.


4 von 5 Häusern

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