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Donnerstag, 7. Mai 2026

Julie Caplin "Ein Zuhause im Frühling"

Ella ist erschöpft. Das Leben in London, trotz all der guten und erfüllenden Momente, hat sie in den letzten Jahren mehr Kraft gekostet, als es ihr lieb gewesen ist. Eine Schaffenskrise und dazu noch die fehlende Wertschätzung für ihre Bücher treibt sie nah an die Verzweiflung. Da kommt es gut, dass sie das Haus ihrer Patentante in einem kleinen Dorf hüten soll. Doch womit sie nicht gerechnet hat, ist, dass sie zusätzlich einen Hund zu beaufsichtigen hat. So kommt es, wie es kommen muss, unerfahren, wie sie es im Umgang mit Tieren ist, gerät sie schnell mit dem örtlichen Tierarzt aneinander, der so seine eigenen Probleme hat.

Wer schon einmal ein Buch von Julie Caplin gelesen hat, weiß, wie gut sie es schafft, die Realität in Buchform zu gießen.

Das kleine Dorf, das ein vermeintlicher Stereotyp für das englische Dorfleben ist, wird belebt, durch all seine verschiedenen Charaktere, die im ersten Moment verschroben wirken können und doch so viel Herz und Güte in das Buch bringen, dass man trotz der Schicksalsschläge immer wieder schmunzeln muss.

Als Auftakt einer vierbändigen Reihe steht Ella im Mittelpunkt. Sie ist neu im Dorf und trotz unterschiedlicher Gefühle, will sie eigentlich nicht hier sein. Ihre Entwicklung während des Bandes und auch das Zugehörigkeitsgefühl zu den Dorfbewohnern schaffen eine Atmosphäre, bei der man an das Gute im Menschen glauben will und mit den Protagonisten mitfiebert. Hier eine Freundschaft, dort ein Gefallen und zwischendrin die Karten ihrer Patentante runden Ellas Regeneration ab und zeigen, dass es oft das Umfeld ist, dass gute Menschen verzweifeln lässt.

Immer gespickt mit ein paar englischen Eigenheiten lässt sich das Buch perfekt bei den ersten Sonnenstrahlen lesen und auf eine bessere Zukunft hoffen.


4 von 5 Frühlingsboten

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