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Mittwoch, 18. März 2026

Agatha Christie "N oder M?"

England befindet sich mitten im Krieg. Die Angriffe der Deutschen werden häufiger, die Zerstörungen nehmen zu. Menschen flüchten aus London auf's Land, während die Jungen versuchen das Land zu schützen. Doch auch an die ältere Generation wird gedacht und so steht an einem Tag jemand bei Tommy im Wohnzimmer und heuert ihn für eine waghalsige Mission an. Denn, nicht nur die Deutschen sollen die Engländer unterwandern, auch eine Gruppe Engländer soll sich gegen das eigene Land stellen. Doch da unklar ist, wie hoch die Verschwörung reicht, soll Tommy, wohl gemerkt ohne Tuppence, ermitteln. Die Bedingungen vor Ort gestalten sich von Anfang an schwierig und so rücken nacheinander alle Mitbewohner in Tommys Fokus. Zu recht oder zu unrecht, das bleibt lange im Dunkeln.

Man bemerkt in den Texten aus den Kriegsjahren öfters die Wut der Autoren und den Wunsch, die Welt in einem Schwarz-weiß sehen zu wollen. Wer ist gut, wer ist böse, das ist in der Realität oft nicht ganz so einfach auszumachen. Doch im Krimi gibt es keinen Platz für grau.
Die Mischung aus dem Duo Tommy und Tuppence, was immer schon für das eine oder andere Augenrollen gereicht, da sie zu überzeichnet wirken, und dem Wechsel zwischen "Fritz" und dessen Einstellung dominiert den Krimi.
Der Gedanke, dass es eine Unterwanderung innerhalb der eigenen Reihen gibt, ist durchaus gelungen, doch die Umsetzung bleibt an vielen Stellen hinter den Möglichkeiten zurück. 
Lose Enden gibt es bei Agatha Christie natürlich nie, doch ist es um die Varianz und die Plotbunnies nicht gut bestellt.
Sicherlich ist das Buch auch als eine Art Zeitzeuge zu sehen, doch die literarischen Tricks, die Agatha Christie bei Monsieur Poirot und Miss Marple nutzt, kommen hier nicht zur Geltung. 

Schade, da gerade bei dem Setting viele Ideen die Geradlinigkeit des Textes hätten unterbrechen können.

3 von 5 Spionagen

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