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Donnerstag, 27. November 2025

Autoreninterview Nathan Winters 2.0

Hallo zusammen.
Diese Woche gibt sie wieder Nathan Winters die Ehre. Endlich ist sein nächstes viktorianisches Werk im Drachenmond Verlag erschienen und er hat Zeit gefunden, über diese Zeit zu plaudern.

(Foto: Jürgen Bärbig (privat), Grafik: Maximilian Wust)


Nach zahlreichen Ausflügen in die Welt der Science Fiction gibt es endlich erneut ein viktorianisches Setting von dir. War es wieder einmal Zeit?
Ich habe wirklich danach gefiebert endlich wieder in die viktorianische Zeit zurückkehren zu können. Dass es mir mit „Der Schatten von Avamoore“ gelungen ist, freut mich in mehrerlei Hinsicht. Zum einen liebe ich Gruselstorys mit dichter Atmosphäre und die konnte ich in Avamoore richtig ausleben. Und zum anderen ist es der erste Roman, den ich überhaupt geschrieben habe. Das ist jetzt fünfzehn Jahre her.
Solange hatte er in der Schublade gelegen, bis der Drachenmondverlag dann gesagt hat, wir machen das. Ich war so happy. Also ja, es wurde Zeit ins viktorianische England zurückzukehren.

Was fasziniert dich an der viktorianischen Zeit?
Ich denke, was mich fasziniert ist diese spannende Übergangsphase in die Moderne.
Das Empire ist auf der Spitze seiner Macht. London ist ein Schmelztiegel für die unterschiedlichsten Kulturen. Es ist eine Zeit in der man immer noch mit der Kutsche reist, aber auch die Eisenbahnen einen großen Einfluss haben. Man hat prunkvolle Herrenhäuser und lange Traditionen, auf der einen Seite und Verelendung, Armut und Kriminalität auf der anderen Seite.
In Bezug auf Avamoore ist es die Möglichkeit eine Geschichte in einem klassischen Setting spielen zu lassen, mit viel Nebel, Regen und ausgedehnten Moorlandschaften, wie es auch schon Doyle im Hund von Baskerville getan hat. Diese Gegensätzlichkeiten sind es, die mich am viktorianischen Zeitalter faszinieren. Darin lassen sich tolle, atmosphärische und dichte Geschichten erzählen.

Wenn es möglich wäre, wäre es auch die Epoche, in die du eine Zeitreise unternehmen würdest?
Auf jeden Fall würde ich dahin reisen wollen und wenn es möglich ist auch mit jeder Menge Andenken zurückkommen. Mein Haus wäre wohl ein Sammelsurium an Kuriositäten und Mitbringseln aus dieser Epoche. Leben möchte ich zu der Zeit aber nicht, aber mich als Besucher umsehen? Sofort.

Beschreibe dein viktorianisches England in fünf Worten.
Lastkähne auf der Themse, Kutschen auf der Westminster Bridge, Pubs im East End, weite Landschaften mit gepflegten Parks, Raben am Tower, und natürlich Schottland. An diesem Land liebe ich nicht nur den Whisky. Es ist die Landschaft, das Licht, die Wolken und selbst der Regen. Wer einmal dort war, weiß, was ich meine. (Okay, das sind mehr als fünf Worte, aber knapper ging es nicht.)

Doch erzähl einmal, wie ist "Der Schatten von Avamoore" entstanden? Warst du zu dem Zeitpunkt in Schottland, als du die Idee hattest?
Ich war vorher schon mal in Schottland, aber die Idee dazu hatte ich tatsächlich nicht dort. Allerdings sind viele Eindrücke und Inspirationen von dort sicher in die Geschichte eingeflossen. Der ein oder andere weiß es vielleicht. Ich bin Rollenspieler und ich hatte ein Abenteuer für meine Cthulhu Runde geschrieben. Avamoore ist dabei entstanden. Ein Teil der Charaktere hieß damals noch anders, aber das Dorf existierte, so wie es zum großen Teil auch im Buch vorkommt. Ebenso die Burg und die Ruine im Moor.

Die Handlung selbst hat sich dann später Stück für Stück von selbst entwickelt, auch durch viele Recherchen, nachdem ich eine Grundidee hatte. Wie gesagt, der Text lag fünfzehn Jahre in der Schublade und ich habe jetzt knapp ein Jahr noch einmal daran gearbeitet, um es in die Fassung zu bringen, die man jetzt bekommen kann.

Und besteht zu dem Buch auch die Möglichkeit eine Fortsetzung zu schreiben?
Um etwas konkretes sagen zu können, ist es noch zu früh. „Der Schatten von Avamoore“ ist jetzt gerade erst seit knapp einem Monat auf dem Markt. Aber, sag niemals nie. Wenn der Wunsch nach einer Fortsetzung groß ist und mir eine gute Geschichte einfällt, soll es nicht an mir scheitern.

Hast du schon ein neues Projekt, was sich mit der viktorianischen Zeit befasst?
Ich habe ein neues Projekt vorbereitet, was sich aber noch in einem sehr frühen Stadium befindet. Die Geschichte spielt in London und eine junge Diebin ist die Protagonistin. Mehr will ich da aber noch nicht verraten.
Meine Agentur Langenbuch und Weiß versucht gerade einen geeigneten Verlag zu finden.
Bisher gibt es aber nur ein Exposè und eine kurze Leseprobe.
Es würde mich unglaublich freuen, wenn ich die Geschichte schreiben könnte, denn es hat mir schon einen Riesenspaß gemacht, in die viktorianische Zeit zurückkehren zu dürfen. Ich würde gern noch etwas länger bleiben. :-)
Gerade arbeite ich an einem Abenteuerroman, der jedoch zeitlich recht nah an die viktorianische Ära angrenzt. Er spielt 1928 und ist ein klassischer Abenteuerroman, der wohl 2026 beim Drachenmondverlag erscheinen wird. Mehr verrate ich aber noch nicht. :-)

Wer neugierig ist, kann sich hier mehr über Nathan erfahren:
instagram.com/juergen_baerbig/

Nächsten Monat gibt es ein neues Interview.

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